Werbung Erfolgreiche Finanzierung von Wärmenetzen: Aktuelle Studie zeigt, wie es geht Erneuerbare & Ökologie Forschungs-Mitteilungen Technik 23. März 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Entscheidungshilfe für Kommunen plus Berechnungs-Tool zur Wirtschaftlichkeit Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) hat eine Studie zur Finanzierung von Wärmenetzen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigen Kommunen Wege auf, welche Finanzierungsmöglichkeiten trotz knapper Kassenlage zur Verfügung stehen, und welche Planungsschritte es gibt. Eine Tabellenkalkulation hilft dabei, die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes zu berechnen. Interessierte können dafür an einer kostenlosen Schulung teilnehmen. (WK-intern) – Der Ausbau der Wärmenetze in Baden-Württemberg ist eine Herausforderung. Expertinnen und Experten gehen von einem Investitionsbedarf von 10 Milliarden Euro allein bis 2030 aus. Die Finanzierung bleibt somit eine der Hauptfragen für die finanziell ohnehin stark belasteten Kommunen. Die neue Studie „Finanzierung von Wärmenetzen“ im Auftrag der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) liefert Gemeinden nun wichtige Grundlagen und Tipps, wie sie ein Wärmenetz planen und finanzieren können. Darüber hinaus hilft ein eigens entwickeltes Excel-Tool, die Wirtschaftlichkeit eines Netzes zu kalkulieren und die Auswirkungen auf den Haushalt für die jeweilige Gemeinde im Blick zu behalten. In die Kalkulation und die Empfehlungen fließt auch ein, dass jede Kommune ihre individuellen Voraussetzungen mitbringt. Die GEF Ingenieur AG, die IBS Ingenieurgesellschaft sowie das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) haben die Untersuchung für die KEA-BW erstellt. Zum Download: www.kea-bw.de/waermewende/wissensportal/waermenetze/finanzierung-von-waermenetzen. Die kommunale Wärmeplanung zeigt die Potenziale für Wärmenetze auf. Sie ist die Basis auf dem Weg zum eigenen Wärmenetz, kann aber keine belastbaren Aussagen zu Kosten und Umsetzbarkeit individueller Projekte machen. Hier setzt die Untersuchung an. Sie liefert konkrete Unterstützung beim Klären der wichtigsten Fragen rund um Planungsphasen und Geschäftsmodelle, Finanzierung und Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes vor Ort. „Wir wollen Städten und Gemeinden eine Entscheidungshilfe an die Hand geben. Sie zeigt, welches Betriebs-, Finanzierungs- und Geschäftsmodell geeignet ist, um vor Ort Wärmenetze aufzubauen und langfristig erfolgreich zu betreiben“, sagt Matthias Neumeier von der KEA-BW. Die Phasen eines Wärmenetzprojekts Wo beginnen? Die Projektphasen mit ihren unterschiedlichen Anforderungen sind zentral für das spätere Gelingen. Nach der kommunalen Wärmeplanung empfiehlt sich eine Machbarkeitsstudie. Sie klärt die optimale technische Ausgestaltung des Wärmenetzes. Hier treffen die Beteiligten weitreichende Entscheidungen, die Einfluss auf spätere Kosten haben. Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) unterstützt die Machbarkeitsstudie finanziell. In dieser Initialphase sollten die Kommunen auch schon ein Betreibermodell samt Betreiber ermitteln. Wahl des Betreibermodells und Finanzierungsmöglichkeiten Für die Frage, welches Betreibermodell zu welcher Kommune passt, haben die Verfasserinnen und Verfasser eine Entscheidungshilfe erstellt. Zu diesem Zweck haben sie verschiedene Rechts- und Organisationsformen wie den kommunalen Eigenbetrieb sowie Pacht- und Drittinvestorenmodelle wie Contracting gegenübergestellt. Pacht- und Drittinvestorenmodelle haben den Vorteil, dass die Kommunen die technische Betriebsführung sowie die Geschäftsführung auslagern können. Eine positive Folge ist auch die personelle Entlastung, insbesondere bei kleineren Kommunen. „Drittinvestorenmodelle wie Contracting ermöglichen Kommunen eine finanzielle und personelle Entlastung, indem professionelle Wärmenetzbetreiber die Planung, Entwicklung und auch den Betrieb von Wärmenetzen übernehmen“, so Anders Berg von der KEA-BW. Im kommunalen Eigentumsmodell liegt die Steuerung dagegen stärker in den Händen der Kommune. Die Finanzierung eines geplanten Wärmenetzes stellt Kommunen vor große Herausforderungen. Mit Hilfe der Studie können sie herausfinden, welche Finanzierungsmodelle es gibt, wie sie funktionieren und ob sie sich für die jeweilige Kommune eignen. Im kommunalen Eigentums- und im Pachtmodell etwa trägt hauptsächlich die Gemeinde die Investitionen für das Wärmenetz. Beim Drittinvestorenmodell sind es beispielsweise Contracting-Unternehmen, die die Investition tätigen. Die Untersuchung legt dar, welche Finanzierungsquellen für Kommunen und andere Wärmenetzbetreiber unter welchen Voraussetzungen in Frage kommen. Dazu gehören Darlehen, Investitionsfonds, Inhaberschuldverschreibungen, die Ausgabe von Genussrechten sowie Bürgschaften des Landes oder des Bundes. Die Studie zeigt auch auf, dass aufgrund der erheblichen Investitionsbedarfe etwa im Sozial- und Bildungsbereich die Kommunen zur Finanzierung entsprechender Projekte neben Eigenkapitalquellen und Fördermitteln immer stärker auch weiteres Kapital von externen Geldgebern und Akteuren erschließen müssen. Die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes berechnen Das im Rahmen der Studie entwickelte Excel-Tool ermöglicht es Kommunen, die finanzielle Auswirkung eines neuen Wärmenetzes auf ihren Haushalt zu ermitteln. Auch die Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes, wie eine hohe Anschlussquote oder unterschiedliche Zinssätze, sind ersichtlich. Die Tabellenkalkulation umfasst erklärende und dokumentierende Elemente, hat eine detaillierte Eingabestruktur und führt automatisierte Berechnungen durch. Dank des Tools können Fachleute in den Kommunen Investitionen, Betriebskosten und Finanzierungsstrukturen bewerten. Eine gute Basis, um ein wirtschaftlich erfolgreiches Wärmenetz zu planen. Kommunen, die Interesse an einer Schulung zum Excel-Tool Wirtschaftlichkeitsberechnung haben, können sich per E-Mail an waermewende@kea-bw.de für eine kostenlose Schulung anmelden. Eine Gratisberatung zum Geschäftsmodell Contracting gibt es bei der KEA-BW ebenfalls: www.kea-bw.de/contracting. Über die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) ist die zentrale Kompetenzstelle des Landes für Klimaschutz und Energiewende auf kommunaler Ebene. Sie unterstützt Kommunen sowie weitere Akteurinnen und Akteure dabei, ihren Energieverbrauch zu senken, erneuerbare Energien auszubauen und nachhaltige Lösungen für Wärme, Mobilität sowie den Schutz von Gewässern und Böden umzusetzen. Als Landesenergieagentur berät die KEA-BW Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Partner zu Fragen der Energieeffizienz, der kommunalen Wärmeplanung und der nachhaltigen Mobilität. Darüber hinaus unterstützt sie Energieversorger, Netzbetreiber sowie Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümer beim Ausbau der erneuerbaren Energien – insbesondere von Windenergie und Photovoltaik. Im Auftrag der Landesregierung entwickelt die KEA-BW zudem Programme, Projekte und Informationsangebote für Kommunen und begleitet deren Umsetzung. Um möglichst viele Städte, Gemeinden und Landkreise zu erreichen, arbeitet sie eng mit den regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen in Baden-Württemberg zusammen. Die KEA-BW wurde 1994 gegründet und ist seit 2017 eine hundertprozentige Tochter des Landes Baden-Württemberg. An den Standorten Karlsruhe und Stuttgart arbeiten heute über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weitere Informationen unter: www.kea-bw.de PM: KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH PB: Erfolgreiche Finanzierung von Wärmenetzen: Aktuelle Studie zeigt, wie es geht / ©: KEA Weitere Beiträge:Energieberater Portal 24 bietet deutschlandweit professionelle und maßgeschneiderte Energieberatung ...Abbau regulatorischer Hürden führt zu mehr PV-Dachanlagen bis 30 kWBSW-Solar und Eurosolar Russland erstellen Studie zum Solarstrompotenzial in Russland