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DLR erprobt Zementherstellung mit konzentrierter Solarstrahlung

PB: Arbeiten am Drehtrommelofen - Im Rahmen des Projekts hat das DLR ein experimentelles Testsystem aufgebaut. Es simulierte die Kernkomponente des Prozesses, die solare Kalzinierung, in einem anwendungsorientierten Maßstab. Der Schwerpunkt lag auf der Validierung des Reaktorkonzepts für den Solarkalzinator. Dabei kam künstlich erzeugtes, konzentriertes Sonnenlicht des DLR-Sonnensimulators Synlight zum Einsatz. / ©: DLR
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DLR erprobt Zementherstellung mit Sonnenschein statt rauchender Schlote

  • Das DLR forscht an der solaren Produktion von Zement.
  • Erfolgreiche Tests mit der künstlichen Sonne „Synlight“ absolviert.
  • Projekt CemSol hat großes Potential zur CO₂-Reduktion.
  • Schwerpunkte: Energie, konzentrierte Solarstrahlung

(WK-intern) – Zement ist überall: in Fußböden, Wänden, Zimmerdecken und manchmal auch in den Köpfen von Forschern – jedoch im positiven Sinne: Forscherinnen und Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeiten an einem Verfahren zur umweltfreundlichen Herstellung von Zement.

Mit konzentrierter Solarstrahlung soll der energieaufwändige Prozess zur Herstellung unseres wichtigsten Baustoffs zukünftig deutlich klimaverträglicher ablaufen.

Die Zementindustrie ist einer der größten CO₂-Emittenten weltweit. Etwa acht Prozent der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus der Zementproduktion. Circa 60 Prozent davon resultieren aus der Kalzinierung von Kalkstein zu Kalziumkarbonat (CaCO₃). Die klassische Kalzinierung, ein wichtiger Schritt in der Zementherstellung, erfolgt heute fast ausschließlich mit fossilen Brennstoffen. Das Projekt CemSol zielt darauf ab, diesen Prozess durch solarthermische erzeugte Hochtemperaturwärme zu ersetzen und gleichzeitig CO₂ zu binden. Dazu wird ein geschlossener Kreislauf, der Calcium-Looping (CaL), genutzt. Dies würde es erlauben, weiterhin auf den unersetzlichen Baustoff Zement zu bauen. Zement ist das in Volumen am meisten gehandelte Erzeugnis weltweit.

Jede Tonne Zement verursacht etwa eine halbe Tonne CO₂ bei der Herstellung. Mit CemSol könnten je nach Anwendungsort über 90 Prozent der CO₂-Emissionen aus der Kalzinierung vermieden werden – ohne Veränderung der Zementqualität. Hinzu kommt, dass das Kalzinierungsverfahren ein echter Materialkreislauf ist: Es entsteht kein Abfall, es gibt keinen Verlust. Kalziumoxid wird wieder zu Kalziumkarbonat, das erneut kalziniert wird.

Mit der Kraft der Sonne

Studien des DLR zeigten bereits, dass konzentrierte solarthermische Strahlung eine der günstigen Hochtemperatur-Wärmequellen sein kann. Die Nutzung von Sonnenenergie reduziert somit unmittelbar die Abhängigkeit von teuren und schädlichen fossilen Brennstoffen. Hinzu kommt, dass diese Technologie eine höchst attraktive Alternative zur elektrischen Erhitzung des Materials darstellt und somit einen möglichen Flaschenhals bei der Elektrifizierung der Industrien verhindern kann. Die Technologie kann zudem den Wettbewerbsvorteil deutscher Anlagenbauer im globalen Markt für nachhaltige Lösungen im Hochtemperatur-Bereich stärken. In der Europäische Union (EU) wäre vor allem ein Einsatz in den südlicheren Regionen attraktiv.

„Der Schlüssel zu einer klimafreundlicheren Nutzung unserer Ressourcen liegt in einem Mix aus unterschiedlichen Energiequellen. Dabei kann konzentrierte Sonnenenergie effizient für Hochtemperaturanwendungen eingesetzt werden und uns im Zusammenspiel mit Strom aus erneuerbaren Quellen diesem Ziel einen Schritt näher bringen“, sagt Projektleiter Gkiokchan Moumin, vom DLR-Institut für Future Fuels.

Technologischer Fokus: Reaktor für Kalzinierung mit konzentriertem Sonnenlicht

Im Rahmen des Projekts hat das DLR ein experimentelles Testsystem aufgebaut. Es simulierte die Kernkomponente des Prozesses, die solare Kalzinierung, in einem anwendungsorientierten Maßstab. Der Schwerpunkt lag auf der Validierung des Reaktorkonzepts für den Solarkalzinator. Dabei kam künstlich erzeugtes, konzentriertes Sonnenlicht des DLR-Sonnensimulators Synlight zum Einsatz.

Bei einer vollständigen Kalzinierung der im Projekt eingesetzten 1.570 Kilogramm Kalkstein, und anschließenden Sinterung (verschmelzen), ergäbe sich daraus fast dieselbe Menge Zement und die sechsfache Menge an Beton. Damit ließe sich eine quadratische Hütte mit fünf Quadratmetern Grundfläche bauen.

In der mehrmonatigen Testkampagne wurden insgesamt 25 Bestrahlungstests bei Leistungen bis zu 65 Kilowatt durchgeführt. Dies stellt die bisher größte solare Kalzinierungsanlage dar. Dabei wurden pro Stunde 15 bis 50 Kilogramm Kalkstein-Partikel in den Solarkalzinator geführt und zu 100 Prozent kalziniert. Insgesamt entnahmen die Forscher über 90 Proben des kalzinierten Kalksteins, die sie nun detailliert analysiert werden. Dabei bewerten sie die Materialqualität und die Langzeitstabilität des Prozesses. Zusätzlich untersuchen sie den Reaktor mittels Computersimulationen hinsichtlich des Wärmetransports und Reaktion der Kalkstein-Partikel. Die so gewonnenen Daten bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung und weitere Skalierung der Technologie in einen höheren Maßstab.

Das Projekt CemSol wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.

PM: DLR

PB: Arbeiten am Drehtrommelofen – Im Rahmen des Projekts hat das DLR ein experimentelles Testsystem aufgebaut. Es simulierte die Kernkomponente des Prozesses, die solare Kalzinierung, in einem anwendungsorientierten Maßstab. Der Schwerpunkt lag auf der Validierung des Reaktorkonzepts für den Solarkalzinator. Dabei kam künstlich erzeugtes, konzentriertes Sonnenlicht des DLR-Sonnensimulators Synlight zum Einsatz. / ©: DLR








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