Werbung EEG-Novelle mit Förderstopp vorgelegt: Kommt nun das Aus für Dach-PV? Aktuelles Erneuerbare & Ökologie Solarenergie Technik Verbraucherberatung 5. März 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist zurzeit sehr umtriebig: Nach geleaktem Netzpaket und Gebäudemodernisierungsgesetz liegt nun der Entwurf der EEG-Novelle in einer Arbeitsversion vor. (WK-intern) – Auf den 400 Seiten finden sich jede Menge Hürden für Aufdach-Photovoltaik. Was bedeuten die vorgeschlagenen Maßnahmen für die Bürgerenergie? Schon vor der Veröffentlichung der Entwürfe hatte sich Minister Reiche für einen Stopp der Förderung kleiner, privater PV-Anlagen ausgesprochen, da sie in aller Regel bereits wirtschaftlich sind. Konsequenterweise findet sich diese Ankündigung nun in der Novelle. Diese geht aber noch deutlich weiter. Schnell stellt man bei der Lektüre fest: Das hier ist ein Großangriff auf den PV-Ausbau. Bedroht ist der größte Teil der Solaranlagen auf Gebäuden. Der Wegfall der Einspeisevergütung unterhalb von 25 kW Spitzenleistung scheint dabei das kleinste Problem. Denn auch in der Solarbranche weiß man, dass die PV immer kostengünstiger wird und eine zunehmende Marktintegration sinnvoll und gewünscht ist. Der Gesetzentwurf zielt jedoch darauf, mit einem gesamten Arsenal an Maßnahmen einen abrupten Stopp im Segment kleiner PV-Anlagen zu erreichen. Problematisch ist dabei zum Beispiel die Pflicht zur Direktvermarktung des Stroms, der nicht selbst verbraucht wird. Keine schlechte Idee; es gibt dafür aber bisher keine passenden Dienstleister. Zudem soll ein Smart Meter für Dach-PV verpflichtend werden, obwohl deren Ausbau bei uns in Deutschland bei 4 % liegt und nur schleppend vorankommt. Auch die Einspeisequote – allerhöchstens 50 % des erzeugten Stroms – zielt darauf, Projekte unwirtschaftlich zu machen. Die Konsequenz aus allem wird sein, dass kaum mehr Anlagen gebaut werden, die nicht für den Eigenbedarf optimiert sind. Und auch wenn Solarstrom für den Eigenbedarf besser ist als kein Solarstrom: Menschen ohne Eigenheim haben so keine Chance mehr auf Beteiligung an der Energiewende. Juna Schönborn, Leiterin Unternehmenskommunikation bei den Bürgerwerken, sagt dazu: „Die Maßnahmen zielen eindeutig auf die Arbeit unserer Genossenschaften. Pionier:innen der Bürgerenergie, ohne die die Energiewende in Deutschland schlicht nicht möglich gewesen wäre, bekommen hier Steine in den Weg gelegt. Dadurch wird klar: Eine Beteiligung der Menschen an der Energiewende ist gar nicht gewollt.“ Auch andere Akteur:innen der Bürgerenergie-Bewegung sind mindestens irritiert. Gerade Aufdach-PV erfährt eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung und wird parteiübergreifend als unterstützenswert gesehen. Der rückläufige Trend in diesem Marktsegment wird bereits mit Sorge beobachtet – eine weitere Verschlechterung der ökonomischen Rahmenbedingungen könnte den Ausbau zum Erliegen bringen. Der erfolgreiche Anlagenbau inklusive Netzanschluss wäre unter den jetzigen Vorgaben vor allem den großen Konzernen mit viel Risikokapital möglich. Laura Zöckler, Pressesprecherin der Heidelberger Energiegenossenschaft, fasst zusammen: „Bürgerbeteiligung hat dafür gesorgt, dass die Energiewende eine derart breite Akzeptanz hat. Und nun riskiert die Bundesregierung diese Erfolgsgeschichte.“ Rückendeckung erhält die Bürgerenergie-Bewegung unter anderem von einer Studie des Fraunhofer-Instituts. Sie analysiert ausführlich die Marktentwicklung kleiner PV-Dachanlagen, die Wirtschaftlichkeit sowie die Potenziale eines systemdienlicheren Einsatzes dieser PV-Anlagen. Das Fazit der Studie: „Die Energiewende braucht Photovoltaik vom Dach.“ Die Bürgerwerke ermöglichen Menschen, die Energiewende in Gemeinschaft umzusetzen. Seit zehn Jahren zählen wir zu den wenigen echten Ökostrom-Anbietern in Deutschland. Mittlerweile haben wir uns zum größten deutschen Netzwerk von Energiegenossenschaften entwickelt. Mit mehr als 65.000 Menschen in über 125 Energiegenossenschaften arbeiten wir auf ein Ziel hin: Die Umsetzung der Energiewende in Bürgerhand. PM: Bürgerwerke eG PB: EEG-Novelle mit Förderstopp vorgelegt: Kommt nun das Aus für Dach-PV? / ©: Bürgerwerke eG Weitere Beiträge:Verbände kritisieren Klimapaket, CO2-Preis, Strompreise, Stromsteuer, Abgabenanteil, EEG-Umlage, ...CFD-Simulationen in der Abwasserindustrie - Brückenschlag zwischen Theorie und PraxisValmet liefert Automatisierungssystem für Heizkraftwerk zur Stromerzeugung in GB