Werbung Windindustrie veröffentlicht Offshore-Zubauzahlen für das Jahr 2025 Finanzierungen Offshore Windenergie Windparks 27. Januar 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Windenergieausbau auf See 2025 – Offshore-Wind-Branche sieht dringenden politischen Handlungsbedarf WindSeeG zügig für Projektrealisierung und höhere Kosteneffizienz anpassen Ausbau verzögert – August-Ausschreibung gescheitert Abreißen des Zubaus muss vermieden werden Europäische Kooperation kann zusätzliche Impulse setzen (WK-intern) – Berlin, Bremerhaven, Frankfurt, Hamburg, Rostock – Die Branchenverbände der deutschen Offshore-Windindustrie sowie die gemeinnützige Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE haben heute die Zubauzahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die vom Beratungsunternehmen Deutsche WindGuard aufbereiteten Zahlen zeigen, dass in diesem Zeitraum in Deutschland 41 neue Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 518 MW ans Netz gegangen sind. Zum Jahresende waren 65 Fundamente installiert. 19 Anlagen mit zusammen 278 MW Leistung wurden errichtet, haben aber noch keinen Strom eingespeist. In Summe waren in Deutschland Ende 2025 1.680 Anlagen mit einer Leistung von 9.740 Megawatt installiert. Verzögerungen beim Netzanschluss der Anlagen sowie das Ausbleiben von Geboten in der Ausschreibungsrunde im August 2025 haben zur Folge, dass das Ausbauziel in Höhe von 30 GW bis 2030 verfehlt werden wird. Aktuellen Prognosen zufolge werden im Jahr 2030 rund 20 GW Offshore-Windenergieleistung am Netz sein. Die aktuellen Herausforderungen gefährden Investitionen in bereits bezuschlagte als auch zukünftige Projekte und damit den Fortschritt eines volkswirtschaftlich effizienten Offshore-Wind-Ausbaus. Das Ziel von 30 GW wird frühestens ab 2032 erreicht werden können. Voraussetzungen dafür sind ein investitionssicherndes Ausschreibungsdesign sowie planbare Rahmenbedingungen für die Branche, welche die Projektrealisierung ins Zentrum rücken. Politischer Handlungsbedarf drängt „15 Jahre nachdem mit Alpha Ventus das erste deutsche Offshore-Windenergie-Projekt ans Netz gegangen ist, sieht die Branche nach einem Jahr mit verhaltenem Zubau und einer gescheiterten Ausschreibungsrunde im August 2025 dringenden politischen Handlungsbedarf. Die Bundesregierung ist jetzt gefordert, das künftige Ausschreibungssystem in Zusammenarbeit mit der Branche grundlegend und schnell zu reformieren. Dabei muss statt der Erlösmaximierung für den Staat die Projektrealisierung für eine gesicherte und kosteneffiziente Energieversorgung im Fokus stehen. Es braucht jetzt einen echten Neustart, sonst droht der Verlust europäischer und deutscher Wertschöpfung sowie das Verfehlen des notwendigen Ausbaus für die künftige Stromversorgung. Das Beispiel Großbritannien zeigt, wie kurzfristige Anpassungen zu einer schnellen Besserung der Rahmenbedingungen und erfolgreichen Ausschreibungen mit hoher Aussicht auf Projektrealisierung führen können“, kommentieren die Branchenorganisationen BWE, BWO, VDMA Power Systems, WAB e.V., WindEnergy Network e.V. und die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE die aktuellen Herausforderungen der Branche. Ausschreibungsdesign braucht Reform Die Bundesregierung plant, die im August 2025 nicht bezuschlagten Flächen zum Juni dieses Jahres erneut in die Ausschreibung zu bringen. Es ist zu erwarten, dass diese Runde erneut scheitert, wenn notwendige Anpassungen nicht schnellstmöglich beraten werden und bereits für die Ausschreibungen 2026 greifen. Notfalls müssen Fristen leicht angepasst werden, damit aus Zuschlägen Aufträge und Projekte werden. Um eine weitere Nullrunde zu vermeiden, muss ein neues Ausschreibungsdesign negatives Bieten beenden. Stattdessen fordert die Branche ein Erlösmodell, welches sowohl Projektrealisierung als auch Investitionssicherheit in einem harmonisierten europäischen Marktrahmen besser gewährleistet. Beispielsweise mit der Abschaffung der ungedeckelten Gebotskomponente, der Einführung von etwa im Vereinigten Königreich erfolgreich umgesetzten zweiseitigen Contracts-for-Difference (CfD) und der Absicherung von Power Purchase Agreements (PPAs), um Realisierungsrisiken zu senken, Finanzierungskosten zu reduzieren und den Ausbaupfad zu sichern. Zugleich müssen Sanktionen und Sicherheitsleistungen, ebenso wie Pönalen angepasst werden, um optionsbasiertes Bieten zu vermeiden und Projektabbrüche zu verhindern. „Die Branchenverbände und -organisationen kritisieren das Ausschreibungsdesign bereits seit Jahren und mahnen umfassende Änderungen an. Das Scheitern der Ausschreibung im August 2025 unterstreicht die Validität dieser Kritik, ebenso wie den dringenden Reformbedarf. Die notwendigen Änderungen am Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) dürfen nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden, sondern müssen der Dringlichkeit der Herausforderungen jetzt endlich Rechnung tragen. Es braucht auch eine bessere Ertragsorientierung bei der Flächenplanung, etwa durch die Reduktion von Abschattungseffekten. Nicht die Zahl der zugebauten Anlagen oder die installierte Leistung ist entscheidend, sondern die kosteneffizienteste Energieausbeute. Auch bei der Windenergie auf See gilt es, die Systemkosten insgesamt im Blick zu behalten und nicht nur einseitig die Netzkosten“, so die Organisationen. Notwendige Anpassungen müssen schnellstmöglich beraten werden und bereits für die Ausschreibungen 2026 greifen. Um entsprechende Änderungen bei den Ausschreibungsregeln umzusetzen, ist eine Verschiebung der Ausschreibungen in das vierte Quartal 2026 denkbar. Europäische Kooperation für mehr Sicherheit und fairen Wettbewerb stärken Die Branche fordert außerdem eine Intensivierung der europäischen Kooperation. „Die Regierungen der europäischen Anrainerstaaten von Nord- und Ostsee sollten sich in Bezug auf die Ausbaupfade, die Flächenplanungen sowie ihre Ziele enger abstimmen, um einen kontinuierlichen Hochlauf des Marktes und Investitionssicherheit zu gewährleisten. Insbesondere Deutschland und Dänemark sollten bei der grenzübergreifenden Flächennutzung eng zusammenarbeiten. Darüber hinaus braucht es auf europäischer Ebene wirksame Instrumente zum Schutz vor Marktverzerrungen durch unfaire Preispraktiken staatlich subventionierter Akteure. Ein faires Level Playing Field ist unerlässlich.“ Die durch den Nordseegipfel vorangetriebene europäische Zusammenarbeit zur Förderung von Markthochlauf und Investitionssicherheit ist ein starkes Signal an die Branche. Nun kommt es darauf an, diese Vorhaben umzusetzen und so einen stabilen und verlässlichen Rahmen für die Industrie zu schaffen. Schutz nationaler Sicherheitsinteressen Windenergieanlagen auf See sind als dezentrale und digital vernetzte Infrastruktur zentraler Bestandteil des Energiesystems. In Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen muss der politische und regulative Rahmen die lückenlose Sicherheit und Resilienz des Energiesystems inklusive aller am Stromnetz angeschlossenen Energieanlagen wirksam adressieren, um bestehende Risiken zu minimieren und die Versorgungs- und nationale Sicherheit zu gewährleisten. Dies betrifft die physische sowie die digitale Sicherheit der Anlagen, beispielsweise den Zugriff auf kritische Anlagen durch Betreiber, Dienstleister und Hersteller. Ausdrücklich geht es hier um den Schutz nationaler Sicherheitsinteressen. Seehäfen bilden das Rückgrat der Offshore-Windenergie Ohne ausreichende Hafenkapazitäten und eine leistungsfähige Infrastruktur sind die Ausbauziele nicht erreichbar. Dafür braucht es eine deutlich stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes. Das Infrastruktur-Sondervermögen eröffnet die Chance, diese Verantwortung konsequent wahrzunehmen. Zum Factsheet Zu den Auftraggebern der halbjährlichen Ausbaustatistik für die Windenergie auf See: Über den Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) Der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) ist Partner von über 3.000 Unternehmen der Windenergiebranche und vertritt die Interessen seiner rund 17.000 Mitglieder. Der BWE konzentriert damit das gesamte Know-how der vielseitigen Branche. Über den Bundesverband Windenergie Offshore e.V. (BWO) Zweck des BWO ist die politische Interessenvertretung der Offshore-Wind-Branche in Deutschland. Für Politik und Behörden auf Bundes- und Landesebene ist der BWO zentraler Ansprechpartner zu allen Fragen der Offshore-Windenergie. Über die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE Die gemeinnützige Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE ist seit 2005 ein überparteilicher, überregionaler und sektorenübergreifender Thinktank zur Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland und Europa. Sie ist Kommunikationsplattform für Akteure aus Politik, Wirtschaft und Forschung, dient dem Wissensaustausch und versteht sich als Ideengeber und Multiplikator. Über VDMA Power Systems VDMA Power Systems ist der Verband für den Energieanlagenbau. Er vertritt die Interessen der Hersteller und Zulieferer von Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen im In- und Ausland. Dazu zählen Windenergie-, Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen, Motoren und thermische Kraftwerke sowie Speicher- und Sektorkopplungstechnologien. Über WAB e.V. Die WAB ist bundesweiter Ansprechpartner für die Offshore-Windindustrie, das Onshore-Netzwerk im Nordwesten und fördert die Produktion von grünem Wasserstoff aus Windstrom. Dem Verein gehören rund 250 kleinere und größere Unternehmen sowie Institute aus allen Bereichen der Windindustrie, der maritimen Industrie, der entstehenden Wasserstoffwirtschaft sowie der Forschung an. Über WindEnergy Network e.V. (WEN) Der WEN ist das führende Unternehmensnetzwerk für Windenergie in der Nordost-Region mit rund 100 Mitgliedsunternehmen. Ziel ist es, die industrielle Basis und regionale Wertschöpfung im Zukunftssektor der Erneuerbaren Energien auszubauen. Thematische Schwerpunkte bilden die Windenergie an Land und auf See, maritime Technologien in Verbindung mit Offshore-Windenergie sowie die Entwicklung von grünem Wasserstoff. PM: Bundesverband WindEnergie e.V. Windindustrie veröffentlicht Offshore-Zubauzahlen für das Jahr 2025 / Foto: HB Weitere Beiträge:Weniger Unterwasserlärm in der deutschen Ostsee während COVID-19 Pandemie/MassensterblichkeitNeue Rettungsweste für Offshore-Windkraftteams vorgestelltABO Wind baut interkommunalen Windpark Kasdorf/Himmighofen