Werbung Badsanierung geplant? Fehlentscheidungen, die man später nicht mehr korrigieren kann Erneuerbare & Ökologie Verschiedenes 5. Januar 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Foto: Was beim Badumbau hinter Fliesen und Wänden verbaut wird, hat Auswirkungen auf den Energieverbrauch und den Komfort für Jahrzehnte. © Freepik, Draht (WK-intern) – Das Badezimmer wird bei Sanierungen oft als reiner Wohlfühlraum gedacht. Doch gerade hier entscheidet sich, ob erneuerbare Energien im Alltag wirklich funktionieren oder ihr Potenzial ungenutzt bleibt. Warmwasser, Leitungsführung und Technik lassen sich später kaum noch korrigieren, ohne erneut Wände zu öffnen. Ein Interview mit Ewan Fleischmann von Badsanieren24 GmbH. Woran erkennt man in der Praxis, dass beim Badumbau die größte Energie-Chance im Haus oft verspielt wird? Ganz einfach: Das Bad ist der Ort, an dem Wärme jeden Tag ganz konkret gebraucht wird – Warmwasser, oft zu festen Zeiten, oft in großen Mengen. Und genau diese Planbarkeit ist Gold wert für erneuerbare Wärme. Verspielt wird die Chance, wenn das Bad als reinen Designraum betrachtet und die Energie- und Haustechnik erst danach irgendwie angeschlossen wird. In der Praxis sehe ich dann frisch sanierte Bäder mit toller Walk-in-Dusche, aber Warmwasser läuft über einen ungünstig platzierten Durchlauferhitzer oder über lange Leitungswege, die permanent Wärme verlieren. Ein Bad kann erneuerbare Systeme unterstützen – oder sie sabotieren. Das entscheidet sich in der Sanierung, nicht im Nachhinein. Welche drei Entscheidungen bei der Badsanierung sind später praktisch nicht mehr korrigierbar – ohne wieder Wände und Boden zu öffnen? Leitungsführung und Positionen – also wo liegen Warm- und Kaltwasser, Abwasser, ggf. Zirkulation. Wer da irgendwie plant, bezahlt später mit Komfortverlust und Energieverlust. Abdichtung und Untergrundaufbau – weil das die Lebensversicherung des Bads ist. Wenn hier gepfuscht wurde, hilft keine schöne Armatur. Elektrik und Reserven – Steckdosen, Absicherung, Leerrohre, mögliche Vorbereitung für Steuerung oder einen Wärmepumpenboiler. Wer das nicht vorausschauend macht, steht später vor der Wahl: teure Nachrüstung oder Verzicht. Was ist die häufigste Fehlentscheidung, die Sie nach einer frisch sanierten Wohnung sehen? Man optimiert auf Optik und Einzelprodukte, nicht auf das System. Da wird die Traumdusche gekauft, bevor klar ist, wie Warmwasser künftig erzeugt wird. Oder der Waschtisch steht perfekt – aber die Leitungswege sind so lang, dass man ewig auf warmes Wasser wartet. Warum passiert das? Weil Badplanung emotional ist. Man sieht Fliesen, Farben, Licht. Energieflüsse sieht man nicht. Und wenn das Budget knapper wird, wird gerne an den unsichtbaren Dingen gespart: Abdichtung, Leitungsführung, Regelung. Das rächt sich. Speicher, Durchlauferhitzer, Wärmepumpenboiler: Welche Lösung passt zu welchen Haushalten – und welche Kombinationen sind aus Ihrer Sicht echte Energie-Killer? Ich denke in Nutzungsmustern. Durchlauferhitzer: kann sinnvoll sein, wenn sehr wenig Warmwasser gebraucht wird oder wenn eine Leitungslänge absurd wäre. Aber er ist oft der Energie-Killer, wenn eigentlich PV da ist und man Warmwasser clever verschieben könnte – denn er zieht Leistung genau dann, wenn geduscht wird, nicht wenn die Sonne scheint. Speicherlösungen (zentraler Speicher oder Boiler): sind in der Praxis oft der Schlüssel für erneuerbare Wärme, weil sie Flexibilität geben. Warmwasser lässt sich zeitlich vorbereiten. Wärmepumpenboiler: spannend, wenn man ein einzelnes Bad oder eine Wohnung entkoppelt betrachten will und Platz sowie Luftführung passen. In Kombination mit PV kann das sehr rund werden. Die größten Energie-Killer sind weniger Geräte, sondern Fehlkombinationen: langer Leitungsweg plus Zirkulation ohne Konzept; oder hoher Komfortanspruch (Regendusche) plus Warmwassererzeugung, die dafür nicht dimensioniert ist. Dann läuft die Anlage ineffizient. Was muss bei der Badsanierung vorbereitet sein, damit PV-Überschüsse oder dynamische Stromtarife wirklich genutzt werden können? Zwei Dinge: technische Anschlussfähigkeit und Regelbarkeit. Anschlussfähigkeit heißt: Stromanschluss, Platz, Leitungswege, ggf. Leerrohre. Regelbarkeit heißt: Die Anlage muss überhaupt die Möglichkeit haben, Warmwasser bevorzugt dann zu machen, wenn PV stark ist. Das kann über eine geeignete Regelung, über SG-Ready-Fähigkeit oder über ein Energiemanagement laufen. Und ich sage immer: Denkt an die Heizung im Bad– Handtuchheizkörper, Lüfter, ggf. elektrische Flächenheizung. Die müssen nicht grundsätzlich schlecht sein, aber sie müssen in ein Konzept passen. Sonst wird aus Komfort ein Dauerverbraucher. Leitungsführung, Zirkulation und Temperaturen – können Sie an einem Beispiel erklären, wie Planungsfehler Effizienz und Hygiene gleichzeitig ruinieren? Ein klassisches Beispiel: Eine Wohnung wird saniert, das Bad wird verlegt oder neu aufgeteilt, und die Warmwasserleitung wird irgendwie verlängert. Ergebnis: viel Rohrvolumen, lange Wartezeit. Dann kommt der Wunsch nach Zirkulation, damit es schneller warm wird. Wird die Zirkulation falsch eingestellt oder schlecht gedämmt, läuft plötzlich rund um die Uhr ein Wärmeband durchs Haus. Effizienz kaputt. Gleichzeitig wird es hygienisch heikel, wenn Temperaturen im System nicht sauber geführt werden oder Stagnation entsteht. Das ist kein Plädoyer für immer heiß, sondern für saubere Planung: kurze Wege, gute Dämmung, Zirkulation nur wenn nötig und richtig geregelt. Das sind Dinge, die ein Profi in der Planung antizipiert – und die man nach dem Fliesenlegen nur noch mit großem Aufwand korrigiert. Wenn jemand heute eine Badsanierung plant und nur eine Checkliste mitnehmen darf: Welche 5 Fragen muss man dem Betrieb stellen? Wie stellen Sie sicher, dass Abdichtung und Anschlüsse normgerecht ausgeführt und dokumentiert werden? Wie kurz können wir Leitungswege halten – und brauchen wir wirklich Zirkulation? Welche Warmwasserlösung passt zu unserem Alltag (Personen, Duschverhalten) und zu PV/Wärmepumpe? Welche Elektro-Reserven und Leerrohre legen Sie an, damit spätere Steuerung/Nachrüstung möglich ist? Wer koordiniert die Gewerke – und wer haftet für Schnittstellen? Und wenn es um eine größere Maßnahme geht, sage ich offen: Eine Komplettbadsanierung vom Badezimmer sollte man nicht als Fliesenprojekt einkaufen, sondern als koordiniertes Gesamtpaket. Dann zahlt man nicht für Show, sondern für ein Bad, das sich gut anfühlt – und energetisch endlich mit der Zeit geht. Über Ewan Fleischmann: Ewan Fleischmann ist Badsanierungsexperte und Gründer von Badsanieren24 GmbH. Er begleitet private Bauherren und Wohnungseigentümer bei der Planung und Umsetzung anspruchsvoller Badsanierungen – mit besonderem Fokus auf langlebige Ausführung, technische Details und zukunftsfähige Energiekonzepte. Foto: Was beim Badumbau hinter Fliesen und Wänden verbaut wird, hat Auswirkungen auf den Energieverbrauch und den Komfort für Jahrzehnte. © Freepik, Draht Weitere Beiträge:Skeleton Technologies eröffnet Europas größte UltrakondensatorenfabrikWie wird der Redispatch 3.0 koordiniert?SAX Power sichert sich 10 Millionen Euro in dritter Finanzierungsrunde