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Technologie aus dem Allgäu ermöglicht Bau der weltweit höchsten Windenergieanlage in Brandenburg

PB: Technologie aus dem Allgäu ermöglicht Bau der weltweit höchsten Windenergieanlage in Brandenburg / ©: ematec AG
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RBC-D von ematec: Die Traverse für den Weltrekord

(WK-intern) – Wenn noch im November 2026 in Schipkau in der Niederlausitz (Brandenburg) mit dem 365 Meter hohen GICON-Höhenwindturm die höchste Windenergieanlage der Welt ans Netz geht, dann jubeln nicht nur die Projektverantwortlichen bei GICON, der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND), und dem Windkraftanlagenhersteller Vensys (Neunkirchen im Saarland).

Auch Manfred und Julian Eberhard sowie ihr Team der ematec AG mit Sitz in Memmingerberg werden stolz sein.

Denn dank der Ingenieurskunst aus dem Allgäu konnte der finale Montageschritt mit der Installation der drei Rotorblätter abgeschlossen werden. Möglich gemacht hat es die von ematec entwickelte RBC-D-Technologie. Mit ihrer Hilfe können Rotorblätter in einem Winkel von ± 30 Grad installiert werden. Besonders schnell und besonders sicher.

„Das Anschlagen der Blätter in unterschiedlichen Winkeln war dann auch absolut entscheidend für die erfolgreiche Installation. Das wäre mit keinem anderen Hebezeug der Welt möglich gewesen“, sagt Björn Schäfer, Baustellenleiter des Windkraftanlagenherstellers Vensys.

Teleskopierbare Turmkonstruktion

Das Besondere am so genannten GICON-Höhenwindturm ist, dass die Tragkonstruktion nicht wie bei herkömmlichen Windrädern aus einem Rohrturm, sondern aus einem mehrteiligen Stahl- und Gittergerüst besteht, bei dem der innere Turm – nach der Installation der Rotorblätter – auf eine Nabenhöhe von 300 Metern teleskopiert wurde. Die Montage der Blätter erfolgte zuvor in einer Höhe von ca. 150 Metern. Unter anderem für diese Idee und den Projekterfolg wurde der Höhenwindturm in der Kategorie Produkt mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 ausgezeichnet.

Wenig Spielraum

„Die Stahlkonstruktion unterhalb der Nabe beim Höhenwindrad in Schipkau ist deutlich voluminöser als bei normalen Anlagen, deswegen hatten wir bei der Blattinstallation deutlich weniger Platz zur Verfügung als üblich. Umso mehr mussten wir darauf achten, weder mit der Traverse noch mit den Rotorblättern am Turm anzustoßen. Das war eine Herausforderung, die unser Team bravourös gemeistert hat“, so Schäfer.

Experten am Werk

Klar, dass man bei einem so prestigeträchtigen Projekt nur die Besten der Besten als Partner auswählt. Das gilt auch für Baustellenleiter Björn Schäfer von Vensys, der mit seiner über 33-jährigen Erfahrung in der Windkraftbranche ein alter Hase ist. Für die Installation in Schipkau holte er die erfahrenen deutschen Spezialisten von EZ Wind aus Elpersbüttel (Schleswig-Holstein) ins Boot, die Steuerung der RBC-D übernahmen dann zwei RBC-D-Experten von DH Renewables mit Sitz in Irland und Schottland. „Die haben im vergangenen Jahr mehrere Vensys-Anlagen mit der ematec-Traverse installiert und können die Fernsteuerung blind bedienen“, sagt Hans-Iver Jacobs, Geschäftsführer der EZ Wind GmbH.

Installation dauert zwölf Stunden

Viel Fingerspitzengefühl und blindes Verständnis waren dann auch nötig, denn die Installation der drei Rotorblätter dauerte knapp zwölf Stunden. „Wir konnten mittags loslegen und waren dann um Mitternacht fertig“, erklärt Jacobs den spektakulären Einsatz, der von mehreren Foto- und TV-Teams dokumentiert wurde. Auch in der „Sendung mit der Maus“ wird bald ein Beitrag über die höchste Windenergieanlage der Welt ausgestrahlt.

Hohe Nachfrage

Für den Sondermaschinenhersteller ematec AG und ihre RBC-D-Technologie ist die Beteiligung am GICON-Projekt die Krönung. Seit vielen Jahren setzen unterschiedliche Hersteller von Windkraftanlagen auf das System, das dank einer adaptiven Blattaufnahme mit Rotorblättern bis zu einem Gewicht von 50 Tonnen klarkommt – egal, wie lang oder schwer sie sind. „Dass Vensys unsere Traverse für den Weltrekord eingesetzt hat, ist wie ein Ritterschlag für uns“, erklärt Julian Eberhard, CTO der ematec AG. Toll für Montagedienstleister in der Windindustrie: Sie können die RBC-D-Traversen von ematec ab sofort auch mieten.

Höhenwindrad mit Nennleistung von 3,8 MW

Die in Schipkau verbauten Rotorblätter haben eine Länge von 61,6 Metern und ein Gewicht von 15 Tonnen. Beim Pilotprojekt, das GICON im Auftrag der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) realisiert, kommt eine Vensys-Windkraftanlage vom Typ V126 mit einer Nennleistung von 3,8 MW zum Einsatz. Für künftige Anlagenprojekte plant GICON noch größere Anlagen mit Nennleistungen von über 7 MW.

Serienfertigung steht an

„Nach dem erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts möchten wir möglichst schnell mit der Skalierung des Systems und der Serienfertigung beginnen“, sagt Prof. Dr. Jochen Großmann, Gründer und Vorsitzender der Geschäftsleitung der GICON. Nach Angaben von GICON besteht allein in Deutschland ein sehr großes Potenzial. Demnach könnten bis zu 4.000 Höhenwindtürme in bereits bestehenden Windparks als so genannte zweite Etage nachgerüstet werden. Gemeinsam mit SPRIND entwickelt GICON ein Konzept für die zukünftige Vermarktung. Pro Höhenwindrad rechnen GICON und SPRIND mit einem Stromertrag von 30-33 GWh pro Jahr. „Das ist mehr als das Doppelte im Vergleich zu herkömmlichen Windenergieanlagen bei gleichem Rotordurchmesser“, so Großmann.

Vensys setzt auf ematec

Für weitere Projekte sieht sich gerade Windkraftanlagenhersteller Vensys mit der Rotorblatttraverse RBC-D von ematec bestens gewappnet. „ematec ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner. Insbesondere bei Neuinstallationen unserer 7,8-MW-Anlagen vom Typ Vensys 175 setzen wir konsequent auf die RBC-D-Technologie von ematec“, sagt Yannik Heib, Bereichsleiter Projektmanagement und Errichtung bei der Vensys Energy AG. Der größte Einzelaktionär von Vensys ist das chinesische Unternehmen Goldwind über seine deutsche Tochtergesellschaft Goldwind Windenergy GmbH. Goldwind gilt weltweit als Marktführer bei getriebelosen Windkraftanlagen.

Führende Technologie

Auf dem globalen Markt für Hebezeuge in der Windkraft profitiert die ematec AG von ihrer Innovations- und Technologieführerschaft. Denn seit jeher gelten die von ematec entwickelten Rotorblatttraversen vom Typ RBC-D als Benchmark für die effiziente und sichere Montage von Rotorblättern. Bei der Verwendung der RBC-D-Technologie sparen sich Windkraftanlagenhersteller und ihre Installationsdienstleister pro Windrad bis zu drei Tage Bauzeit ein, was die Projektkosten signifikant senkt.

Einzigartiges System

Die RBC-D von ematec ist nach wie vor die einzige am Markt verfügbare Rotorblatttraverse mit adaptiver Blattaufnahme für sämtliche Rotorblätter. Für ein sicheres Handling des Rotorblatts findet die RBC-D immer individuell den exakten Schwerpunkt. Zwei Gegengewichte an den beiden Traversenflügeln passen sich automatisch dem Schwerpunkt an – mit und ohne Rotorblatt. So kommt es selbst beim Lösen des Blattes von der Nabe nicht zu unkontrollierten Bewegungen, die das Blatt beschädigen oder den Handling-Vorgang torpedieren könnten.

Immer im Schwerpunkt

Aufgrund des Rundbogens auf der Traverse bleibt die RBC-D auch beim Neigen bis ±30 Grad immer perfekt im Schwerpunkt. Gleiches gilt beim Pitchen des Flügels bis maximal ±8 Grad. Eine unkontrollierte Bewegung der Einheit beim Neigen oder Pitchen wird dadurch ausgeschlossen. Das bringt dem Operateur den großen Vorteil, dass die Rotorblätter wirklich stets sicher gehalten werden, auch wenn sie nicht zu 100 % im Schwerpunkt angeschlagen sind. Bei anderen Traversen könnte es in so einem Fall zu unkontrollierten Bewegungen kommen. Weil die Double-Variante der RBC-D nicht nur unten, sondern auch oben mit teleskopierbaren Greifern ausgestattet ist, werden die Rotorblätter auch bei Neigungen von bis ±30 Grad fest im Klammergriff gehalten, so dass sie nicht rutschen können.

Autor: Ingo Jensen

PM: ematec AG

PB: Technologie aus dem Allgäu ermöglicht Bau der weltweit höchsten Windenergieanlage in Brandenburg / ©: ematec AG








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