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Hitze, Trockenheit und steigender Kühlbedarf machen den weiteren zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien noch dringender


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(WK-intern) – Die Hitzeperioden der letzten Wochen zeigt deutlich: Klimaschutz und Klimaanpassung müssen gemeinsam gedacht werden. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e.V. (PEE BW) fordert deshalb einen beschleunigten Ausbau aller Erneuerbaren Energien. Denn sie reduzieren nicht nur die Ursachen des Klimawandels, sondern stärken zugleich die Widerstandsfähigkeit von Energieversorgung, Wirtschaft, Städten, Landschaften und Ökosystemen gegenüber den verheerenden Folgen der Hitzeperioden und Extremwetterereignisse. Zugleich stärkt der Ausbau der erneuerbaren Energien das Wirtschaftswachstum, die regionale Wertschöpfung und den Arbeitsmarkt.

„Der Klimawandel verändert bereits heute unsere Lebens- und Wirtschaftsweise. Erneuerbare Energien erhöhen die Widerstandsfähigkeit unserer Energieversorgung, unterstützen die Anpassung an steigende Temperaturen und stärken die Resilienz unserer Landschaften und Ökosysteme, Sie sind deshalb weit mehr als nur Klimaschutz“, erklärt Jürgen Scheurer, Geschäftsführer der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg.

Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg fordert daher Bund, Land und Kommunen auf, jetzt schnellstmöglich Maßnahmen für einen noch schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien zu ergreifen – durch bessere Rahmenbedingungen im EEG und Netzpaket sowie weiteren anstehenden Gesetzesvorhaben. Die zunehmenden Hitze- und Trockenperioden zeigen deutlich: die Transformation der Energiewirtschaft ist nicht nur die wirksamste Maßnahme zur Begrenzung des Klimawandels. Sie ist zugleich eine notwendige Voraussetzung, um Menschen, Wirtschaft und Natur erfolgreich an die Folgen anzupassen.

Stromversorgung muss auch bei Hitze funktionieren

Mit steigenden Temperaturen nimmt der Bedarf an Kühlung in Wohngebäuden, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Bürogebäuden und Produktionsstätten deutlich zu. Klimaanlagen werden künftig in immer mehr Gebäuden zur Grundausstattung gehören. Dadurch steigt der Strombedarf gerade an besonders heißen Tagen erheblich an.

Gleichzeitig geraten konventionelle Kraftwerke zunehmend unter Druck. Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke benötigen große Mengen Kühlwasser. Bei Niedrigwasser und hohen Wassertemperaturen können Flüsse ihre Kühlfunktion kaum noch erfüllen. Die Folge sind Leistungsreduzierungen oder sogar vorübergehende Abschaltungen von Kraftwerksblöcken.

Windenergie- und Photovoltaikanlagen benötigen kein Kühlwasser und bleiben deshalb auch bei Wasserknappheit uneingeschränkt einsatzfähig. Gerade Photovoltaikanlagen liefern an heißen und sonnigen Tagen hohe Strommengen und decken damit genau den steigenden Bedarf für Kühlung und Klimatisierung.

„Die Energieversorgung der Zukunft muss auch unter den Bedingungen des Klimawandels funktionieren. Erneuerbare Energien sind deutlich weniger anfällig gegenüber Hitze und Wasserknappheit als große thermische Kraftwerke. Sie sorgen gerade dann für Versorgungssicherheit, wenn Kühlung besonders wichtig wird“, so Scheurer.

Erneuerbare Energien stärken die Resilienz des Energiesystems

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Abhängigkeit von wenigen zentralen Großkraftwerken zunehmend Risiken birgt. Ein dezentrales Energiesystem mit Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft, Geothermie, Biogas und Holzenergie verteilt die Energieerzeugung auf viele Standorte und macht die Energieversorgung robuster gegenüber Extremereignissen.

Gerade für einen Industriestandort wie Baden-Württemberg wird dies immer wichtiger. Unternehmen benötigen auch während Hitzeperioden eine verlässliche und bezahlbare Stromversorgung. Der hohe Anteil erneuerbarer Energien entwickelt sich damit zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor für die regionale Wirtschaft. Erneuerbare Energien stärken die Versorgungssicherheit, reduzieren Abhängigkeiten, die hohen Kosten für fossile Energieimporte und erhöhen die Krisenfestigkeit des Energiesystems. 

Erneuerbare Energien helfen aktiv bei der Klimaanpassung

Viele Technologien leisten darüber hinaus einen direkten Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Geothermie kann beispielsweise nicht nur erneuerbare Wärme, sondern auch erneuerbare Kälte bereitstellen. Geothermische Kühlsysteme speichern überschüssige Wärme im Untergrund und tragen dazu bei, die Aufheizung dicht besiedelter Räume zu begrenzen. Dadurch profitieren Menschen, Stadtbäume, Grünflächen und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten von geringeren Hitzebelastungen.

Gerade in Städten gewinnen solche Lösungen an Bedeutung. Während herkömmliche Klimaanlagen zusätzliche Wärme an die Umgebung abgeben, nutzt die Geothermie den Untergrund als natürlichen Wärme- und Kältespeicher und kann dadurch einen wichtigen Beitrag zur Anpassung urbaner Räume an steigende Temperaturen leisten.

Landwirtschaft und Städte profitieren von Solarenergie

Die Photovoltaik kann einen direkten Beitrag zur Klimaanpassung leisten. Agri-Photovoltaikanlagen ermöglichen die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Nahrungsmittelproduktion und die Stromerzeugung. Die teilweise Verschattung kann Kulturen vor extremer Sonneneinstrahlung schützen, die Verdunstung reduzieren und die Bodenfeuchte stabilisieren.

In Zeiten zunehmender Trockenheit eröffnet diese Doppelnutzung neue Perspektiven für eine klimaresiliente Landwirtschaft. Während die Flächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden, entsteht gleichzeitig klimafreundlicher Strom direkt vor Ort.

Auch im urbanen Raum ergeben sich zusätzliche Vorteile. Photovoltaikanlagen auf Dächern reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung auf die Gebäudehülle. Dadurch heizen sich Dächer weniger stark auf und der Kühlbedarf kann sinken. In Kombination mit Dachbegrünungen entstehen zusätzliche Verdunstungs- und Kühlungseffekte, die zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen können.

Wasserkraft stärkt klimaresiliente Gewässer

Moderne Wasserkraftanlagen leisten weit mehr als die Erzeugung von erneuerbarem Strom. Bei naturnaher Gestaltung können sie einen wichtigen Beitrag zur Anpassung von Gewässern an den Klimawandel leisten.

Strukturreiche Gewässer, unterschiedliche Wassertiefen, naturnahe Uferbereiche und Umgehungsgewässer schaffen vielfältige Lebensräume für Fische und andere Wasserorganismen. Kühlere Gewässerbereiche können während sommerlicher Hitzeperioden als wichtige Rückzugsräume dienen und Hitzestress für temperaturempfindliche Arten reduzieren. Gleichzeitig fördern naturnahe Ufer- und Auenbereiche den Wasserrückhalt in der Landschaft, unterstützen die Grundwasserneubildung und wirken temperaturausgleichend auf das lokale Mikroklima.

Entlang von Gewässern können dadurch wertvolle Kaltluft- und Kühlräume entstehen, die sowohl für die biologische Vielfalt als auch für die Aufenthaltsqualität der Menschen an Bedeutung gewinnen.

Holzenergie und Biogas unterstützen klimaresiliente Landschaften

Der Klimawandel setzt Wälder und Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Gleichzeitig können Holzenergie und Biogas wichtige Beiträge zur Anpassung leisten.

Die energetische Nutzung von Pflege-, Schwach- und Schadholz unterstützt den Umbau der Wälder zu klimaresilienten Mischwäldern. Solche Wälder speichern Wasser besser in der Landschaft, schützen Böden vor Austrocknung und Erosion und bieten wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Biogasanlagen stärken durch ihre flexible und regionale Energieerzeugung die Versorgungssicherheit und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung eines erneuerbaren Energiesystems. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft ihre Anbausysteme und Kulturpflanzen an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen müssen, um auch künftig nachhaltig Biomasse erzeugen zu können.

Klimaschutz und Klimaanpassung gemeinsam denken

Die zunehmende Zahl hitzebedingter Gesundheitsbelastungen, Wasserknappheit, Trockenperioden und Extremwetterereignisse macht deutlich, dass Klimaschutz und Klimaanpassung gemeinsam gedacht werden müssen.

„Jede neue Hitzewelle zeigt, wie dringend wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen müssen. Sie reduzieren Treibhausgasemissionen, stärken die Versorgungssicherheit, erhöhen die regionale Wertschöpfung, helfen bei der Anpassung an steigende Temperaturen und reduzieren damit wirtschaftliche Folgekosten. Erneuerbare Energien sind damit zentrale Zukunftsstrategie für ein widerstandsfähiges Baden-Württemberg“, betont Scheurer.

Foto: BWE, Sandra Majer








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