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Agri-Solar trotzt der Dürre


Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels

(WK-intern) – Die zunehmenden Wetterextreme stellen die Landwirtschaft vor immer größere Herausforderungen. Besonders lange Trockenperioden und steigende Temperaturen zeigen deutlich: Wasser wird in vielen Regionen Deutschlands zu einem entscheidenden Faktor für die landwirtschaftliche Produktion.

Leichte Sandböden in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind besonders stark betroffen. Doch auch auf mittelschweren Böden und Moorstandorten wird sichtbar, dass eine zuverlässige Wasserversorgung während der Vegetationsperiode zunehmend schwieriger wird.


Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus modernen Agri-Solar-Projekten ein bemerkenswertes Bild: Auf Flächen unter Agri-Photovoltaikanlagen bleiben Pflanzenbestände häufig länger vital, grüner und widerstandsfähiger als auf vollständig ungeschützten Vergleichsflächen.


Der Bundesverband Regenerative Mobilität und Versorgungssicherheit (BRM+V) vertritt zahlreiche Unternehmen, die im Bereich Agri-Solar sowie bei der Entwicklung und Umsetzung großtechnischer Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien tätig sind. Mehrere Mitgliedsunternehmen arbeiten derzeit an Projekten mit Flächengrößen von bis zu 500 Hektar. Erste Großanlagen wurden bereits erfolgreich umgesetzt, weitere befinden sich in Planung und Bau.

Wasserhaushalt als entscheidender Vorteil


Die Erfahrungen aus besonders trockenen Jahren verdeutlichen die Potenziale der Agri-Solar-Technologie. Moderne Anlagen nutzen teiltransparente Module, die ausreichend Globalstrahlung und diffuses Licht für die Pflanzen ermöglichen. Gleichzeitig reduzieren sie die direkte Sonneneinstrahlung während besonders heißer Tageszeiten.


Der wichtigste Effekt liegt im verbesserten Wasserhaushalt der Fläche: Unter den Modulen kann die Verdunstung des Bodenwassers reduziert werden. Dadurch bleibt Pflanzen länger Feuchtigkeit verfügbar – ein entscheidender Vorteil in Trockenperioden.


Insbesondere Kulturen wie Gras, Klee, Luzerne sowie verschiedene Futter- und Ackerkulturen profitieren von diesen Bedingungen. Eine moderate Lichtintensität kann zu stabileren Wachstumsbedingungen beitragen und in bestimmten Fällen sogar höhere Biomasseerträge ermöglichen.


Auch für hochwertige Spezialkulturen wie Medizinal- und Gewürzpflanzen eröffnet Agri-Solar neue Perspektiven. Der Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung und Hitzestress kann dazu beitragen, empfindliche Pflanzenbestände widerstandsfähiger gegenüber längeren Trockenphasen zu machen.


Landwirtschaftliche Nutzung bleibt erhalten


Moderne Agri-Solar-Anlagen sind so konzipiert, dass die Bewirtschaftung der Fläche weiterhin mit landwirtschaftlicher Technik möglich bleibt. Anlagen mit einer Durchfahrtshöhe von mindestens rund 2,10 Metern und ansteigenden Modulhöhen ermöglichen den Einsatz herkömmlicher Landmaschinen ebenso wie neuer Technologien wie autonomer Fahrzeuge und KI-gestützter Robotik.


Damit verbindet Agri-Solar mehrere Ziele auf derselben Fläche:


• Erzeugung erneuerbarer Energie

• Sicherung landwirtschaftlicher Nutzung

• Anpassung an zunehmende Klimaveränderungen

• Beitrag zur Versorgungssicherheit


Praxisbeispiele aus dem BRM+V-Netzwerk


Wie Agri-Solar in der Praxis funktioniert, zeigen verschiedene Projekte der Mitgliedsunternehmen des BRM+V.


Im Innovationszentrum für Agri-Solar in Rathenow werden seit mehreren Jahren unterschiedliche Kulturen sowie Tierhaltung unter Agri-Solar-Bedingungen wissenschaftlich begleitet und praktisch erprobt. Dabei werden unter anderem Pflanzenentwicklung, Bodenfeuchtigkeit und landwirtschaftliche Nutzung untersucht.


Ein weiteres bedeutendes Projekt entsteht derzeit in Steinhöfel bei Fürstenwalde. Dort wird eine Agri-Solar-Anlage mit einer Leistung von rund 350 Megawatt errichtet – eines der größten Projekte dieser Art in Europa. Erste Erfahrungen aus der Umsetzung bestätigen die Erwartungen an die Verbindung von Landwirtschaft und erneuerbarer Energieerzeugung.

Agri-Solar als Baustein der Landwirtschaft der Zukunft


Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Agri-Solar ist weit mehr als eine zusätzliche Form der Energiegewinnung. Die Technologie kann helfen, landwirtschaftliche Flächen widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen zu machen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten.


Der BRM+V lädt Landwirte, Kommunen, Planungsbüros, Investoren, Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger ein, sich vor Ort über die Möglichkeiten und Erfahrungen mit Agri-Solar-Technologien zu informieren.


Landwirtschaft und erneuerbare Energie müssen keine Konkurrenz sein – gemeinsam können sie Teil einer zukunftsfähigen Lösung werden.

Foto: BRM Bundesverband Regenerative Mobilität








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