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EEG 2027 und Netzanschlusspaket: Investitionssicherheit statt Ausbauhemmnisse schaffen


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(WK-intern)

  • Der Brutto-Zubau erreichte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 2.363 MW
  • Zubau-Rückstand kann mit verlässlichen Rahmenbedingungen sowie Verbesserungen bei Netzanschlüssen und Transportprozessen aufgeholt werden
  • Die Windindustrie liefert, braucht aber investitionssichere Rahmenbedingungen 
  • Pläne für EEG und Netzpaket bedrohen den weiteren Ausbau der Windenergie und müssen korrigiert werden

Berlin, Frankfurt, 23. Juli 2026 – Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland Windenergieanlagen (WEA) an Land mit einer Leistung von 2.363 MW in Betrieb genommen. Das entspricht einem Wachstum von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum 30. Juni 2026 waren in Deutschland Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 69.952 MW an Land am Netz. Damit wurde fast ein Viertel der Stromversorgung Deutschlands bereitgestellt. In dem Zeitraum wurden 9,1 GW neue Windenergieleistung genehmigt. Insgesamt liegt das Volumen an genehmigten Projekten damit bei 48,1 GW. Davon haben rund 19 GW noch keinen Zuschlag.  Diese Zahlen sind das Ergebnis der Auswertung der Fachagentur Wind und Solar im Auftrag von Bundesverband WindEnergie (BWE) und VDMA Power Systems.

Bärbel Heidebroek, Präsidentin Bundesverband WindEnergie: „Die Windenergie an Land ist das Rückgrat der deutschen Stromversorgung und leistet trotz zahlreicher politischer Herausforderungen einen unverzichtbaren Beitrag für unser Energiesystem. Mit dem dringend erforderlichen Kabinettsbeschluss zur Novelle des EEG und zum Netzanschlusspaket steht die Energiepolitik nun vor einer entscheidenden Weichenstellung. Die Branche sieht mit Sorge, dass die aktuellen Gesetzesentwürfe nicht für die investitionssicheren Rahmenbedingungen sorgen, die für den weiteren Erfolg der Onshore-Windenergie notwendig sind. Die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums drohen, den Ausbau der Windenergie empfindlich auszubremsen und so Deutschlands fossile Abhängigkeit zu zementieren. Das ist angesichts wiederkehrender Energiekrisen und steigendem Strombedarf Politik gegen die Interessen des Industriestandorts und der Bevölkerung. Wir fordern umfassende Korrekturen an den Gesetzesvorhaben, damit die Windenergie auch über 2026 hinaus einen starken Beitrag für das Erreichen der deutschen Energie- und Klimaziele leisten kann.“

Dr. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer VDMA Power Systems: „Die Windindustrie liefert – sie verfügt über die erforderlichen Produktionskapazitäten, um flexibel auf eine steigende Nachfrage zu reagieren, und baut diese bedarfsgerecht weiter aus. Dafür braucht es jedoch langfristige Investitionssicherheit statt neuer Unsicherheiten. Dies gefährdet die Bundesregierung insbesondere mit dem Netzpaket-Entwurf. Wenn hier nicht nachgebessert wird, geraten Investitionen, Innovationen, Wertschöpfung und der Ausbau einer resilienten Energieversorgung unter Druck. Wir sind nach wie vor nicht auf dem gesetzlichen Zielpfad von 10 GW Zubau pro Jahr. Mit verlässlichen politischen Rahmenbedingungen sowie Verbesserungen bei Netzanschlüssen und Transportbedingungen für Anlagen kann der entstandene Rückstand im Zubau aufgeholt werden.“ 

Das Netzpaket muss vor allem den Ausbau der Stromnetze beschleunigen, ihre Steuerung intelligenter gestalten und vorhandene Flexibilitätspotenziale konsequent erschließen. Der vorliegende Entwurf liefert hierfür zu wenig und riskiert durch Engpassgebiet-Regelungen, den Ausbau der Windenergie zu behindern. Derartige Hemmnisse müssen im weiteren Verfahren angepasst werden. Stattdessen muss die Koalition die Digitalisierung, Beschleunigung und Finanzierung des Verteilnetzausbaus stärken. Belastbare Verteilnetze sind die Grundlage der Energiewende vor Ort und müssen mit dem Ausbau der Windenergie Schritt halten.

BWE und VDMA unterstützen die geplante Umsetzung des im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung beschlossenen Zusatzvolumens von 12 GW Windenergie an Land. Hierdurch kann eine größere Zahl der vielen bereits genehmigten Projekte bezuschlagt werden. Insbesondere in der Südregion sollten zur Verbesserung der Systemstabilität und Senkung der Systemkosten durch zusätzliche Ausschreibungsvolumina mehr Projekte zum Zuge kommen. Die Bundesregierung muss jedoch sicherstellen, dass das Zusatzvolumen tatsächlich zum Tragen kommt und nicht durch die Einführung eines Redispatch-Vorbehalts oder eine praxisuntaugliche Reform des Referenzertragsmodells unwirksam wird.

Die Sicherheit unserer Stromversorgung muss höchste Priorität haben. Daher muss die physische und digitale Sicherheit aller ans Stromnetz angeschlossenen Energieanlagen konsequent gestärkt werden. Die Bundesregierung muss schnellstmöglich Maßnahmen treffen, um Regelungslücken für sichere Energieanlagen vor allem mit Blick auf Fernzugriff und Kontrolle zu schließen. 

Die Ausbauprognose für das Jahr 2026 von 8 GW ist aus heutiger Sicht sehr ambitioniert, aber nicht unerreichbar. Ausreichend bezuschlagtes Volumen steht bereit. Entscheidend wird nun sein, bestehende Hemmnisse bei der Umsetzung und Inbetriebnahme konsequent abzubauen.

Windenergie an Land ist ein Schlüssel für ein resilientes, bezahlbares und wettbewerbsfähiges Energiesystem. Sie verringert die Abhängigkeit von fossilen Importen, stärkt die industrielle Wertschöpfung und sichert inzwischen mehr als 130.000 Arbeitsplätze. Damit der Ausbau der Windenergie auch in den kommenden Jahren erfolgreich verlaufen kann, muss die Bundesregierung mit ihren Gesetzesvorhaben jetzt für praxistaugliche und investitionssichere Rahmenbedingungen sorgen und hierzu im Koalitionsvertrag getroffene Zusagen einhalten.








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