Werbung Hitzewellen im Meer: Nordsee 2025 schon wieder so warm wie niemals zuvor Behörden-Mitteilungen Ökologie 7. Januar 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels Nordsee mit höchster Jahresmitteltemperatur Deutlich mehr Wärme in der Tiefe als 2024 Längste Hitzewelle mit 55 Tagen am Leuchtturm Kiel (WK-intern) – Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verzeichnete 2025 erneut extrem hohe Wassertemperaturen in Nordsee und Ostsee sowie einen deutlichen Anstieg des Wärmeinhalts. BSH-Präsident Helge Heegewaldt warnt vor den Folgen des Klimawandels, der auch den Meeresspiegel und die Wasserstände bei Sturmfluten steigen lässt. „2025 erreichte die Nordsee mit einer mittleren Temperatur von 11,6 °C den höchsten Wert der BSH-Datenreihe seit 1969. Im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1997 bis 2021 war es um 0,9 °C wärmer. Jeder Monat lag deutlich über dem Langzeitmittel, Juni und Dezember setzten Rekorde“, sagt Dr. Tim Kruschke, Leiter des Referats Marine Klimafragen am BSH. Im Jahresdurchschnitt lag die Oberflächentemperatur in allen Bereichen der Nordsee 2025 mindestens 0,5 °C über dem langjährigen Mittel, in vielen Regionen sogar mehr als 1 °C darüber. Besonders warm war es im nördlichen und zentralen Teil der Nordsee sowie im Übergangsbereich zur Ostsee. Nordsee: Wärmerekord auch in der Tiefe 2025 speicherte die Nordsee mit 1,46 Millionen Petajoule so viel Wärme wie nie zuvor, etwa 35.000 Petajoule mehr als im Vorjahr. Diese Differenz entspricht etwa dem Dreifachen des deutschen Primärenergieverbrauchs in 2024. Besonders von April bis September erreichte der Wärmeinhalt neue Rekorde. „Die Analysen der dreidimensionalen Modelldaten zeigen, dass die Erwärmung nicht nur an der Oberfläche, sondern in der gesamten Wassersäule stattfindet. Die Meere speichern enorme Wärmemengen – eine klare Folge des fortschreitenden Klimawandels“, erklärt Dr. Helen Morrison, Co-Leiterin des Referats für operationelle Modellierungen am BSH. Die am BSH betriebenen Ozeanmodelle liefern nicht nur Prognosen zu Wasserständen, Strömungen und Salzgehalt, sondern auch zur Temperatur – von der Oberfläche bis zum Meeresboden. So kann der Wärmeinhalt der Nordsee über die gesamte Wassersäule berechnet werden. Ostsee: Zweitwärmstes Jahr seit Messbeginn Auch die Ostsee erlebte 2025 rekordverdächtige Temperaturen. Das Jahresmittel der Oberflächentemperatur lag bei 9,7 °C, ein Anstieg von 1,1 °C im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1997 bis 2021. Damit war 2025 das zweitwärmste Jahr für die Ostsee seit Beginn der BSH-Datenreihe in 1990. Nur 2020 war wärmer. Die Oberflächentemperaturen lagen in fast allen Gebieten mindestens 0,5 °C über dem langjährigen Mittel. Besonders warm: die südwestliche Ostsee, einschließlich der deutschen Gewässer, sowie der Finnische Meerbusen. Hier lagen die Temperaturen in weiten Bereichen mehr als 1 °C über dem langjährigen Mittel. Extremereignisse: Mehr Hitzewellen im Meer Am Leuchtturm Kiel beobachtete das BSH im Frühjahr 2025 eine 55-tägige marine Hitzewelle in der Kieler Förde. So lang wie nie zuvor. Die Temperaturen lagen durchschnittlich 2,6 °C über dem langjährigen Mittel – in der Spitze sogar 4,3 °C darüber. Je wärmer die Meere, desto häufiger treten solche marinen Hitzewellen auf. Diese Extremereignisse von mindestens fünf Tagen Dauer mit ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen für Zeit und Ort setzen die Flora und Fauna im Meer unter Druck. Wärmere Meere durch Klimawandel Das BSH untersucht wöchentlich die Oberflächentemperaturen von Nordsee und Ostsee und kombiniert dazu Satellitendaten mit Messungen von Stationen und Schiffen. Diese Daten belegen, dass sich die Meere langfristig erwärmen – die Ostsee sogar noch schneller als die Nordsee. Darüber hinaus erstellten das BSH und das Dänische Meteorologische Institut (DMI) Klimasimulationen, die eine weitere deutliche Erwärmung vorhersagen, sofern die Treibhausgasemissionen nicht drastisch sinken (RCP8.5-Szenario). Bis 2100 lassen die Simulationen eine Temperaturänderung von +2,8 °C in der Nordsee und +3,0 °C in der Ostsee erwarten, im Vergleich zum Zeitraum von 1971 bis 2000. Diese und weitere Analysen erstellt das BSH im Rahmen des DAS-Basisdienstes „Klima und Wasser“. Gemeinsam mit anderen Bundesbehörden unterstützt es so die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS), um verschiedene Akteure aus Politik und Gesellschaft zu beraten. Steigender Meeresspiegel und höhere Sturmfluten Mit der Erwärmung steigt auch der Meeresspiegel. Ursachen sind die Ausdehnung des Wassers bei höheren Temperaturen und zusätzlich das Abschmelzen von Gletschern und Eisschilden. Pegelmessungen belegen: In Cuxhaven stieg der Meeresspiegel seit 1900 um über 25 Zentimeter, in Warnemünde um knapp 20 Zentimeter. Der globale Meeresspiegel könnte bis 2100 um 0,63 bis 1,01 Meter steigen, verglichen zur Referenzperiode von 1995 bis 2014. Das zeigen Klimaprojektionen des Weltklimarats (IPCC), sofern die Treibhausgasemissionen nicht drastisch sinken (SSP5-8.5-Szenario). Auch Sturmfluten erreichen dadurch höhere Wasserstände. „Selbst wenn wir weltweit sofort aufhören, Treibhausgase auszustoßen, wird der Meeresspiegel voraussichtlich noch Jahrhunderte weiter ansteigen. Das ist gefährlich gerade für unsere Küste. Es ist daher wichtig, mehr für den Klimaschutz zu tun. Wir können so Zeit gewinnen, um uns besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und unsere Küsten und damit auch die Bevölkerung vor Ort besser zu schützen,“ betont BSH-Präsident Helge Heegewaldt. PM: BSH PB: ehemaliges Politiker*in Heegewaldt ist Präsident*in des BSH (durch Beschluss des Bundeskabinetts) / ©: BSH Weitere Beiträge:E.DIS und Siedenbrünzower Windkraft setzen auf Artenschutz beim Energiewende-Projekt in Mecklenburg-...Ommenhof - 20 Monate leben und arbeiten mit Photovoltaik und Stromspeicher!Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung verabschiedet Professor Bernhard Müller