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Sicherer auf See: DLR zeigt auf der SMM maritime Technik der Zukunft


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(WK-intern)Von satellitenunabhängiger Navigation über Unterwasserroboter bis zum schwimmenden Forschungslabor: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt präsentiert in Hamburg Lösungen für eine sicherere und modernere Schifffahrt

Hamburg, 31. August 2026 – Was passiert, wenn ein Schiff plötzlich keine zuverlässigen Satellitensignale mehr empfängt? Wie können gefährliche Arbeiten am Meeresboden erledigt werden, ohne Menschen unnötig in Gefahr zu bringen? Und wie lassen sich neue Technologien direkt auf dem Wasser unter realen Bedingungen testen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der diesjährigen Shipbuilding, Machinery & Marine Technology (SMM) in Hamburg. Vom 1. bis 4. September 2026 zeigt das DLR in Halle B6, Stand 234, zahlreiche Entwicklungen für die Schifffahrt von morgen.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um größere oder leistungsfähigere Schiffe. Im Mittelpunkt stehen Technologien, die Schiffe sicherer, selbstständiger, umweltfreundlicher und widerstandsfähiger gegen Störungen machen sollen.

Ein Forschungsschiff als schwimmendes Labor

Eine der wichtigsten Entwicklungen ist MODULARIS. Dahinter steckt eine neue seegängige Forschungsplattform, die künftig als eine Art schwimmendes Labor eingesetzt werden soll.

An Bord können neue Energie- und Antriebssysteme, moderne Navigations- und Kommunikationstechnik sowie automatisierte Anwendungen unter echten Bedingungen auf See getestet werden. Der besondere Vorteil: MODULARIS ist modular aufgebaut. Verschiedene technische Systeme können dadurch flexibel eingebaut, ausgetauscht und miteinander kombiniert werden.

Das Projekt hat seit der vergangenen SMM deutliche Fortschritte gemacht. Anfang 2026 begann der Bau, im Mai wurde der Kiel gelegt. Auf der diesjährigen Messe informiert das DLR über den aktuellen Baufortschritt und darüber, welche Möglichkeiten die Forschungsplattform künftig bieten soll.

Schiffe können auch nachträglich autonomer werden

Nicht jedes Schiff muss neu gebaut werden, um von moderner Automatisierung zu profitieren. Das DLR zeigt mit der Navibox eine modulare Lösung, mit der sich auch vorhandene Schiffe mit zusätzlichen Autonomiefunktionen ausstatten lassen.

Dazu gehören beispielsweise eine automatisierte Navigation, die Vermeidung von Kollisionen und die Möglichkeit zur Fernsteuerung. Über eine zentrale Leitstation können außerdem mehrere autonome Schiffe gleichzeitig überwacht und koordiniert werden.

Das könnte beispielsweise bei Arbeiten in Häfen oder bei der Überwachung wichtiger Infrastruktur zum Einsatz kommen. Mehrere unbemannte Schiffe könnten dann gemeinsam Aufgaben übernehmen, während Menschen die Vorgänge aus sicherer Entfernung kontrollieren.

Wenn GPS & Co. ausfallen

Für die moderne Schifffahrt ist die Navigation über Satellitensignale unverzichtbar. Doch genau hier liegt auch eine Schwachstelle: Satellitensignale können absichtlich gestört oder manipuliert werden.

Beim sogenannten Jamming wird der Empfang gestört. Beim Spoofing werden dagegen gefälschte Signale ausgesendet, die einem Schiff eine falsche Position vorgaukeln können. Für die Schifffahrt kann das erhebliche Risiken mit sich bringen.

Das DLR arbeitet deshalb an Alternativen, die auch dann funktionieren sollen, wenn Satellitennavigation nicht zuverlässig verfügbar ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei R-Mode. Das Verfahren nutzt vorhandene maritime Funktechnik, um zusätzlich Informationen für die Positionsbestimmung zu übertragen.

Damit könnte ein Schiff seine Position auch unabhängig von GPS und anderen Satellitennavigationssystemen überprüfen.

Auf der SMM demonstriert das DLR unter anderem, wie die über Funkstationen ermittelte Position mit der satellitengestützten Position verglichen werden kann. Stimmen die Angaben nicht überein, kann das System eine mögliche Störung erkennen und Hinweise darauf geben, wie zuverlässig die aktuelle Positionsinformation ist.

Eine zweite Anwendung setzt auf Funksignale im Ultrakurzwellenbereich. Das DLR zeigt, wie diese Signale in Echtzeit verarbeitet und unmittelbar für die Navigation an Bord genutzt werden können.

Roboter übernehmen gefährliche Arbeiten unter Wasser

Besonders eindrucksvoll dürfte ein weiterer Demonstrator des DLR sein. In Nord- und Ostsee liegen noch immer große Mengen an alter Munition aus vergangenen Kriegen. Die sogenannten Munitionsaltlasten sind eine Gefahr für Menschen, Umwelt und Infrastruktur.

Statt Menschen direkt mit solchen Gefahrenquellen arbeiten zu lassen, können künftig Roboter eingesetzt werden. Das DLR entwickelt entsprechende Verfahren für die ferngesteuerte Ortung und Bergung.

Bei der auf der SMM gezeigten Technologie wird ein Unterwasserfahrzeug aus sicherer Entfernung gesteuert. Eine Besonderheit ist die haptische Rückmeldung: Die Bedienperson kann über ein spezielles Eingabegerät Kräfte und Widerstände spüren, die der Roboter unter Wasser wahrnimmt.

Vereinfacht gesagt: Der Mensch sitzt sicher an Land oder an Bord und bekommt trotzdem ein Gefühl dafür, was der Roboter unter Wasser gerade „fühlt“. Dadurch sollen auch anspruchsvolle und präzise Arbeiten aus größerer Entfernung möglich werden.

Besser sehen, was unter und auf dem Wasser passiert

Sicherheit auf See hängt aber nicht nur von Navigation und Robotik ab. Das DLR zeigt deshalb auch Technologien, mit denen sich Vorgänge auf und unter der Wasseroberfläche besser überwachen lassen.

Dazu gehören virtuelle Lagebilder, Verfahren zur Erkennung von Objekten unter Wasser und die Auswertung von Satellitendaten. Radar- und optische Satellitenaufnahmen können beispielsweise genutzt werden, um Veränderungen auf See zu erkennen.

Solche Informationen können helfen, den Schiffsverkehr zu beobachten, Umweltbedingungen besser einzuschätzen und wichtige Infrastruktur wie Kabel, Pipelines oder andere Anlagen im Meer zu überwachen.

Forschung soll schneller aufs Wasser kommen

Die verschiedenen Exponate machen deutlich, wie breit das Spektrum der DLR-Forschung für die maritime Wirtschaft inzwischen ist. Es reicht von Energie und Antrieb über autonome Schiffe und Navigation bis hin zu Robotik, Satellitenbeobachtung und maritimer Sicherheit.

Ein gemeinsames Ziel verbindet die unterschiedlichen Projekte: Neue Technologien sollen nicht nur im Labor funktionieren, sondern möglichst schnell unter realen Bedingungen erprobt und weiterentwickelt werden. Gemeinsam mit Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen will das DLR dadurch neue Lösungen schneller in die praktische Anwendung bringen.

Davon könnte letztlich auch die zivile Schifffahrt profitieren – durch zuverlässigere Navigation, sicherere Arbeitsabläufe, einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur und einen effizienteren Einsatz moderner Technologien.

Drei Vorträge auf dem DLR-Messestand

Ergänzend zu den Exponaten informiert das DLR in drei Vorträgen über aktuelle Forschungsprojekte. Beginn ist jeweils um 14 Uhr am DLR-Stand in Halle B6, Stand 234.

1. September: MODULARIS – neue Forschungsplattform für maritime Energiesysteme der Zukunft
Vorgestellt werden die neue Forschungsplattform und die geplante technische Ausstattung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie neue Energie-, Navigations- und Kommunikationssysteme künftig direkt auf See getestet werden können.

2. September: Robotische Teleoperation zur Unterstützung der Kampfmittelräumung im Meer
Der Vortrag zeigt, wie Unterwasserfahrzeuge aus sicherer Entfernung gesteuert werden können und wie eine haptische Rückmeldung dabei hilft, Arbeiten mit einem Roboterarm präzise durchzuführen.

3. September: R-Mode – ein terrestrisches Backup für globale Satellitennavigationssysteme
Hier geht es um die Frage, wie Schiffe auch dann zuverlässig navigieren können, wenn Satellitensignale gestört oder manipuliert werden. Vorgestellt werden der aktuelle Entwicklungsstand und die Möglichkeiten des R-Mode-Verfahrens.

Mit seinen Entwicklungen will das DLR dazu beitragen, die Schifffahrt sicherer, unabhängiger und technologisch zukunftsfähig zu machen. Die SMM bietet dafür die Gelegenheit, Forschung nicht nur im Labor, sondern anhand konkreter Anwendungen für die maritime Praxis zu zeigen.

Foto: DLR – Auf der SMM 2026 können sich Besuchende unter anderem über den aktuellen Stand und die künftigen Einsatzmöglichkeiten der Technologieplattform MODULARIS informieren. Weitere Exponate gibt es zu den Themen Robotik, Navigation, Satellitenfernerkundung.

Bild: 1/2, Credit:







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