Werbung KI-gestützter Echtzeitschutz für Fledermäuse an Windenergieanlagen Forschungs-Mitteilungen Produkte Techniken-Windkraft Windenergie Windparks 8. Juli 2026 Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels HAW Hamburg startet Forschungsprojekt „RealBat“ (WK-intern) – Wie lassen sich Windenergieanlagen effizient betreiben und gleichzeitig Fledermäuse wirksam vor Kollisionen mit den Rotoren schützen? Dieser Frage widmet sich das neue Forschungsprojekt „RealBat“, das unter Leitung des Competence Center für Energy Transition (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) startet und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert wird. Ziel des dreijährigen Vorhabens ist die Entwicklung eines intelligenten Echtzeit-Abschaltsystems für Windenergieanlagen, das Fledermausaktivität direkt erkennt und Anlagen nur dann abschaltet, wenn tatsächlich ein Kollisionsrisiko besteht. Koordiniert wird RealBat (Kurzform für Real-time Bat Detection) von Prof. Dr. Tessa Taefi vom Competence Center for Energy Transition (CC4E) der HAW Hamburg. Zum Konsortium gehören außerdem PNE AG, bat bioacoustictechnology GmbH sowie die UMIT TIROL und OekoFor GmbH mit dem renommierten Fledermausforscher Oliver Behr, der unter anderem an den bundesweiten RENEBAT-Studien und der Entwicklung der Software ProBat beteiligt war. Das Projekt wird im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Hintergrund des Projekts ist die zunehmende Herausforderung, den Ausbau der Windenergie mit Anforderungen des Artenschutzes zu verbinden. Derzeit werden Windenergieanlagen häufig auf Basis von Umweltparametern abgeschaltet, die Zeiten mit hohem Kollisionsrisiko vorhersagen. Dies führt wegen der hohen Unsicherheit dieser Vorhersagen teilweise zu erheblichen Energieverlusten. RealBat soll diesen Ansatz durch eine adaptive Echtzeit-Strategie erweitern. Dabei erfassen Mikrofone Fledermausrufe im Rotorbereich und werten diese mithilfe KI-basierter Algorithmen in Echtzeit aus. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der wissenschaftlichen Validierung der Echtzeiterfassung. Neben akustischen Messungen kommen hochauflösende Stereo-Wärmebildkameras zum Einsatz, die Flugbewegungen von Fledermäusen im Rotorbereich erfassen. Die entwickelten Systeme sollen bis zum Ende des Projekts an einer realen Windenergieanlage beispielhaft umgesetzt werden. Langfristig könnte die entwickelte Technologie dazu beitragen, unnötige Abschaltungen deutlich zu reduzieren, zusätzliche erneuerbare Energie gerade in Zeiten erhöhten Strombedarfs bereitzustellen und gleichzeitig den Schutz von Fledermäusen weiter zu verbessern. Das Projekt adressiert somit zentrale Fragestellungen der Energiewende an der Schnittstelle von Technologie, Biodiversität und gesellschaftlicher Akzeptanz. „Mit RealBat wollen wir zeigen, dass Artenschutz und eine effiziente Nutzung erneuerbarer Energien kein Widerspruch sein müssen. Durch die Kombination aus Echtzeit-Sensorik, KI-gestützter Rufanalyse und adaptiver Anlagensteuerung schaffen wir die Grundlage für einen präziseren Fledermausschutz bei gleichzeitig geringeren Energieverlusten. Die besondere Stärke des Projekts liegt in der Beteiligung von Akteuren aus Windenergiewirtschaft, Fledermausforschung, Sensorik und KI. Dadurch können die wissenschaftlich entwickelten Lösungen direkt unter realen Bedingungen erprobt werden.“, erklärt Prof. Dr. Tessa Taefi. Das CC4E bringt neben seiner Forschungsexpertise im Bereich intelligenter Energie- und Sensorsysteme auch umfangreiche Infrastruktur in das Vorhaben ein. Unterstützt wird das Projektteam unter anderem durch Prof. Peter Dahlhoff sowie weitere Forschende mit Erfahrung in der Windenergie- und Fledermausforschung. Für die Untersuchungen stehen zudem Forschungsstrukturen der HAW Hamburg zur Verfügung, darunter auch der hochschuleigene Forschungswindpark Curslack. WEITERE INFORMATIONEN ZUM CC4E DER HAW HAMBURG www.cc4e.de HINTERGRUNDINFORMATIONEN CC4E Das Competence Center for Energy Transition (CC4E) ist eine fakultätsübergreifende wissenschaftliche Einrichtung der HAW Hamburg, die sich in interdisziplinärer Weise den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Energiewende annimmt. Damit leistet das CC4E einen nachhaltigen Beitrag zu wirksamem Klima- und Umweltschutz. Eine wichtige Aufgabe ist der intensive Austausch mit der Gesellschaft über die zukünftigen Veränderungen im Rahmen der Energieversorgung von morgen. Die Menschen für die Energiewende zu begeistern, ist dabei eines der Ziele des CC4E. Die Infrastruktur und das im Rahmen der Forschung aufgebaute Know-how ermöglichen eine praxisnahe Wissensvermittlung zu technologischen, energiepolitischen und wirtschaftlichen Fragestellungen in der Lehre der HAW Hamburg. PM: HAW Hamburg / CC4E PB: Fledermausflug zwischen Rotorblaettern: KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT / © CC4E Weitere Beiträge:Luxemburger Spezialfonds CHORUS erwirbt Windpark mit einer Leistung von 13,2 Megawatt in FinnlandGurit erzielt im ersten Halbjahr 2021 einen Nettoumsatz von CHF 258,6 Millionen8. Branchentags Windenergie NRW: Windenergie und Energiewende