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Zwei-Plätze-Abstieg: Nordmetall sieht Nachwuchs durch miserable Bildung gefährdet

Niedersachsen stagniert
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Abschneiden Niedersachsens im Bildungsmonitor 2026: – Niedersachsen stagniert weiterhin als Bodensatz

(WK-intern) – Niedersachsen hält sich im Bildungsmonitor 2026* auf dem schwachen Mittelfeldplatz 10 unter den 16 Bundesländern und setzt den Zwei-Plätze-Abstieg des Vorjahres damit nicht fort.

„Stagnation kann angesichts der großen Herausforderungen im Schul- und Hochschulbereich allerdings keine dauerhafte Option sein“, kommentiert Thomas Küll, Abteilungsleiter Bildung, Arbeitsmarkt, Fachkräfte und Mitglied der Geschäftsleitung bei NORDMETALL und AGV NORD.

Im Einzelnen ergibt sich folgendes Bild:

Niedersachsen landet auf Platz 13 mit Blick auf die Schulqualität. Dabei ist besonders auffällig, dass schulformübergreifend Neuntklässlerinnen und -klässler unterdurchschnittliche Kompetenzen sowie ein unterdurchschnittliches Leistungsniveau in Mathematik und den Naturwissenschaften aufweisen. Ein strukturelles Problem, dass es jungen Menschen sehr schwer machen wird, auf dem MINT-Arbeitsmarkt gute Perspektiven zu finden.

Im Jahr 2024 wurden in Niedersachsen relativ wenige Grundschülerinnen und -schüler in Fremdsprachen unterrichtet (48,6 Prozent zu 51,7). Noch weniger nahmen im Vergleich Berufsschülerinnen und -schüler am Fremdsprachenunterricht teil (40,5 Prozent zu 49,9). Vor dem Hintergrund der bereits verstetigten Internationalisierung sollte Niedersachsen hier strategische Weichen stellen, um Integrationsprozesse für junge und erwachsene Menschen zu erleichtern. Dabei darf die deutsche Sprache allerdings nicht zu kurz kommen, da auch sie eine wichtige Säule für die Integrationsarbeit ist.

Lediglich 33,8 Prozent der Abgängerinnen und Abgänger beendeten das Berufsvorbereitungsjahr erfolgreich. Das sind fast 20 Prozentpunkte weniger als im Bundesdurchschnitt und entspricht dem zweitschlechtesten Wert im Bundesvergleich. Darüber hinaus verlassen rund neun Prozent der Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen die Schule ohne Abschluss.

In Summe bedeutet das, dass zwei Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Berufsvorbereitungsjahr sowie fast zehn Prozent der Schulabgänger nicht oder nur sehr erschwert in das Berufsleben einsteigen können.

Auch der Anteil ausländischer Jugendlicher an allgemeinbildenden Schulen, die zu einem Studium berechtigt sind, liegt in Niedersachsen unter dem Durchschnitt. Zudem können 27,8 Prozent der ausländischen Schulabgängerinnen und -abgänger keinen Abschluss vorweisen (Durchschnitt: 20,0 Prozent). Diese jungen Menschen sind zunächst perspektivlos auf einem Arbeitsmarkt, der dringend Nachwuchs benötigt. Beide Aspekte legen die Schattenseiten im Bereich der Integration offen und lassen Rückschlüsse auf strukturelle, systemimmanente Probleme zu, die nicht zeitnah gelöst werden können.

Der Anteil an Hochschulabsolventen und -absolventinnen an der akademischen Bevölkerung fällt leicht unterdurchschnittlich aus. Auch der verhältnismäßige Anteil an Ingenieurinnen und Ingenieuren liegt unter dem Bundesdurchschnitt. Auf 100 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure und Ingenieurinnen kommen im Land lediglich vier Absolventinnen und Absolventen. Dem gegenüber steht die erfreuliche Feststellung, dass der Anteil an Absolventinnen und Absolventen in den Ingenieurswissenschaften gemessen an der Gesamtzahl der Hochschulabsolventen überdurchschnittlich ausfällt (17,4 Prozent zu 15,9 im Bundesdurchschnitt). Ein positives Signal, das auf eine strukturelle Entwicklung hoffen lässt.

Positiv ist hervorzuheben, dass Niedersachsen überdurchschnittlich viele Drittmittel je Professur einwirbt (203.800 EUR zu 187.100 EUR). Das entspricht dem drittbesten Wert aller Bundesländer. Auch die überdurchschnittliche Promotionsquote (sechs Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt von 5,5 Prozent) ist ein Argument für die hohe Qualität der hochschulischen Laufbahnen im Land.

Niedersachsen investiert umfassend in die Bildung von Menschen, die im Bildungssektor aktiv sind, insbesondere im Bereich der Hochschulen. Hier beträgt die Relation der Bildungsausgaben in Bezug zu den öffentlichen Gesamtausgaben je Person 210 Prozent. Im Bundesdurchschnitt sind es 170,3 Prozent, was die Dimension des Unterschiedes sehr deutlich macht. Ähnlich überdurchschnittlich erweisen sich auch die Werte in den Grundschulen, den allgemeinbildenden Schulen sowie den Berufsschulen. Insgesamt belegt das Land im Bereich der Ausgaben für Bildung den 5. Platz.

Niedersachsen schafft es, die soziale Herkunft stärker von den Bildungserfolgsaussichten in Mathematik zu entkoppeln (IQB-Test; 2024). Das ist ein wichtiges und sehr positives Signal, da mit Mathematik eine wesentliche Grundkompetenz für alle MINT-gelagerten Fächer vermittelt wird. Auch die Studienberechtigtenquote ausländischer Jugendlicher an berufsbildenden Schulen liegt über dem Bundesdurchschnitt (7,1 Prozent zu 6,2). Beide Aspekte sind ein Zeichen dafür, dass Niedersachsen richtige Wege bei der Integration und dem Zugang zu Bildung eingeschlagen hat.

Thomas Küll, Abteilungsleiter Bildung, Arbeitsmarkt, Fachkräfte und Mitglied der Geschäftsleitung bei NORDMETALL und AGV NORD resümiert:
„Der Bildungsmonitor 2026 macht deutlich, dass Niedersachsen mit einer starken Hochschul- und Forschungslandschaft sowie hohen Bildungsinvestitionen über hervorragende Voraussetzungen für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort verfügt. Diese Stärken dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Defizite im schulischen Bereich zu groß sind.

Wenn zu viele Schülerinnen und Schüler die Schule ohne ausreichende Grundkompetenzen oder sogar ohne Abschluss verlassen, entlassen wir diese jungen Menschen nahezu perspektivlos auf den Arbeitsmarkt. Besonders die Ergebnisse in Mathematik und den Naturwissenschaften sowie die Schwierigkeiten beim Übergang in duale Ausbildung müssen ein bildungspolitischer Weckruf sein. Denn in der Industrie brauchen wir – mehr denn je – gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte im MINT-Bereich auf allen Bildungsniveaus.“

Die Detailergebnisse zu Niedersachsen finden Sie hier.

*Hintergrund: Der Bildungsmonitor für alle 16 Bundesländer wird vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln seit 2004 im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt, inzwischen zum 23. Mal. Die anhand von 13 Handlungsfeldern und 98 Indikatoren gefertigte Studie ermittelt, inwieweit ein Bundesland die Bildungsteilhabe verbessert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

PM: NORDMETALL Verband der Metall- und Elektroindustrie e.V.  

PB: Niedersachsen stagniert nicht nur sondern erodiert durch politische Nachlässigkeit ziehen jetzt die Eltern mit ihren Kindern in die Bundesländer Mitteldeutschlands?








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