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LEE NDS/HB: Niedersachsen bleibt Biogas-Spitzenreiter

Bioanlagen / Foto: HB
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Branche fordert Strategie für Biogas und Biomethan

(WK-intern) – Mit 1.739 Biogasanlagen, einer installierten Leistung von 1.649 Megawatt und einer Bemessungsleistung von 834 Megawatt zählt Niedersachsen auch im Jahr 2025 wieder zu den bundesweiten Spitzenreitern bei der Energieerzeugung durch Biogas.

Nur in Bayern gibt es mehr Biogasanlagen als in Niedersachsen, wobei die Gesamtleistung aller niedersächsischen Anlagen dennoch die höchste im Bundesvergleich ist.

Kein anderes Bundesland verfügt über eine höhere Kapazität zur Erzeugung Erneuerbarer Energie aus Biogas.

Gleichzeitig ist ein struktureller Wandel in der Branche erkennbar: Während die installierte Leistung weiter steigt, bleibt die durchschnittliche Stromerzeugung auf einem stabilen Niveau. Grund dafür ist die zunehmende Flexibilisierung der Anlagen, die immer bedarfsgerechter Strom bereitstellen. In Niedersachsen sind Biogasanlagen mittlerweile im Durchschnitt fast doppelt überbaut und erreichen damit derzeit nur rund 4.430 Volllaststunden pro Jahr. Diese Flexibilisierung ist allerdings politisch gewollt und führt dazu, dass Biogasanlagen zwar über höhere installierte Leistungen verfügen, aber seltener dauerhaft auf Volllast laufen, sondern insbesondere in Dunkelflauten.

„Die Zahlen verdeutlichen die Rolle von Biogas im Energiemix: Unsere Anlagen entwickeln sich zunehmend zu flexiblen Energielieferanten, die dann Strom erzeugen, wenn dieser wirklich benötigt wird“, erklärt Cord-Heinrich Heitzhausen, Mitglied im Vorstand des Landesverbandes Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e. V. (LEE NDS/HB). „Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in einem Energiesystem, das zunehmend von Wind- und Solarenergie geprägt ist. Biogas kann gezielt dann einspringen, wenn andere Erneuerbare Energien weniger Strom liefern.“

Biomethan gewinnt an Bedeutung für die Energieversorgung

Parallel dazu wächst auch die Bedeutung von Biomethan. In den vergangenen Jahren ist sowohl die Zahl der Biomethaneinspeiseanlagen als auch die Einspeisekapazität deutlich gestiegen. Auch in Niedersachsen ist eine leichte Zunahme der Biomethaneinspeiseanlagen zu verzeichnen: Mittlerweile verfügen 45 Biogasanlagen über einen Gasnetzzugang, eine Fortsetzung dieses Trends zeichnet sich ab. Laut aktuellen Potenzialanalysen des Fachverbandes Biogas (FvB) ist es realistisch, dass Biomethan langfristig bis zu 17 Prozent des bundesweiten Erdgasbedarfs decken könnte.

„Biomethan kann fossiles Erdgas in vielen Bereichen direkt ersetzen, etwa im Wärmebereich, im Verkehrssektor oder in der Chemieindustrie“, so Heitzhausen. „Damit ist es ein zentraler Baustein für ein klimaneutrales Energiesystem. Die Gasnetzzugangsverordnung und eine sinnvoll ausgestaltete Grüngasquote müssen hier aber unbedingt Investitionssicherheit für die Branche herstellen.“

Branche warnt: Deutschlands Vorreiterrolle steht auf dem Spiel

Nach Angaben des FvB nimmt die Branche in Deutschland bisher eine führende Rolle in Europa ein: Mehr als ein Drittel der europäischen Biogasenergie wird hierzulande erzeugt. Gleichzeitig ist die Branche ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Insgesamt erwirtschaftet sie einen Jahresumsatz von rund acht Milliarden Euro, mit wachsendem Auslandsgeschäft sogar bis zu 9,6 Milliarden Euro. Rund 67.300 Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum, hängen direkt oder indirekt mit der Biogasnutzung zusammen.

Aus Sicht des LEE NDS/HB ist diese Vorreiterrolle jedoch gefährdet. „Während fast alle anderen europäischen Staaten längst nationale Strategien für Biogas und Biomethan entwickelt haben, fehlt eine solche Strategie in Deutschland noch immer“, kritisiert Heitzhausen. „Viele Betreiber von Biogasanlagen wollen investieren. Hierzu braucht es aber endlich einen klaren politischen Rahmen und eine langfristige Perspektive für eine verlässliche und unabhängige Energieversorgung aus heimischem Biogas.“

Mit Blick auf den geleakten Entwurf der geplanten EEG-Novelle warnt der LEE NDS/HB vor zu niedrigen Ausschreibungskontingenten im Bereich der Bioenergie und fordert eine deutliche Nachbesserung. Andernfalls droht in den kommenden Jahren die Abschaltung vieler Bestandsanlagen, deren EEG-Vergütung nun ausläuft und denen die Bundesregierung im Koalitionsvertrag eine Perspektive zugesagt hatte.

PM: Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen|Bremen e.V.

Biogasanlagen / Foto: HB








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