EnBW erhöht deutlich die Investionen in Erneuerbare

Pressebild: EnBW erhöht Tempo beim Ausbau der Windenergie auf See

Im Segment Erneuerbare Energien lagen die Investitionen mit 240,0 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert (50,6 Mio. Euro ), da der Bau der Offshore-Windparks EnBW Hohe See und Albatros begonnen hat.

(WK-intern) – Außerdem ist ein gegenüber dem Vorjahr deutlich höherer Zuwachs von Onshore- Windparks geplant.

  • EnBW bleibt auf Kurs in Richtung Ergebniswende
  • Erstes Halbjahr mit Umsatz- und Ergebnisanstieg
  • Temporäre Effekte in den Bereichen Vertriebe und Netze
  • Ergebnisprognose von 0 bis +5 Prozent für Gesamtjahr bestätigt

Karlsruhe – Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG erzielt mit 21.324 Mitarbeitern (+4,5 Prozent) im ersten Halbjahr 2017 einen Umsatz von rund 10,48 Milliarden Euro (+6,8 Prozent) und ein operatives Ergebnis (Adjusted EBITDA) von rund 1,07 Milliarden Euro.

Dies entspricht einem Plus von 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die deutliche Ergebnissteigerung ist zum Teil auf temporäre Effekte zurückzuführen, die sich im Jahresverlauf ausgleichen werden. Die EnBW hält daher an der Progose für das Gesamtjahr fest und rechnet mit einem operativen Ergebnis von 0 bis +5 Prozent über Vorjahr. Die Vollkonsolidierung der VNG-Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft zum 18. Mai hat sich positiv auf Umsatz, Absatz, Ergebnis und die Mitarbeiterzahl ausgewirkt.

Der Konzernüberschuss beträgt rund 1,68 Milliarden Euro (Vorjahr -194,2 Mio. Euro). Dieser Anstieg beruht im Wesentlichen auf der Erstattung der im Juni 2017 als verfassungswidrig erklärten Kernbrennstoffsteuer sowie dem Verkauf von 49,89 Prozent der Anteile am Offshore-Windpark „EnBW Hohe See“ im Februar. Das auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Ergebnis je Aktie beträgt durch diese beiden Effekte 6,20 Euro nach -0,72 Euro im Vorjahreszeitraum. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich vor allem durch die Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer ebenfalls von 8,3 Prozent zum Jahresende auf inzwischen 13,2 Prozent. Im gleichem Zuge reduzierten sich die Nettoschulden um rund 11 Prozent auf aktuell rund 8,9 Milliarden Euro gegenüber dem Jahresende 2016 (rund 10 Mrd. Euro).

Dazu Finanzvorstand Thomas Kusterer: „Nach einem eher schwachen ersten Quartal konnten wir im zweiten Quartal erfreulich aufholen. Mit Blick auf unser Ergebnisziel für 2017 laufen wir inzwischen auf einem guten Kurs, müssen aber weiterhin noch erhebliche Anstrengungen unternehmen, um es zu erreichen. Das gilt sowohl für die Umsetzung unserer Wachstums-projekte wie auch unserer Effizienzmaßnahmen. Die Rückzahlung der Kernbrennstoffsteuer ändert daran nichts. Dies entlastet zwar unsere angespannte bilanzielle Situation auf der Eigenkapital- und Schuldenseite, es ist aber ein einmaliger Effekt. Deshalb werden wir mit aller Konsequenz weiterhin dafür sorgen, dass wir im operativen Geschäft in jedem einzelnen Bereich wettbewerbsfähig aufgestellt sind – sowohl von den Produkten wie von den Kosten her. Und wir werden weiter investieren, in den Ausbau der Netze, in Windkraft an Land und auf See, in Elektromobilität und in neue Produkte für unsere Kunden. Durch weiteres Wachstum in diesen Bereichen werden wir unsere strategischen Ziele für 2020 erreichen.“

Im Segment Vertrieb stieg das Adjusted EBITDA in den ersten sechs Monaten 2017 um 30,7 Prozent auf 180,8 Millionen Euro (Vorjahr 138,3 Mio. Euro). Die Ergebnisverbesserung ist unter anderem auf den Rückzug aus dem verlustreichen B2B-Commodity-Geschäft unter den Marken EnBW und Watt zurückzuführen. Desweiteren sind positive periodenfremde Effekte – etwa aus den Abrechungen von Vorjahren mit fremden Netzbetreibern für die Durchleitung von Strommengen an unsere Kunden – enthalten, die in diesem Umfang im Vorjahreszeitraum noch nicht bilanziert waren. Für das Gesamtjahr rechnet die EnBW weiterhin mit einem Ergebnisanstieg von 15 bis 25 Prozent.

Das Adjusted EBITDA des Segments Netze lag mit 610,6 Millionen Euro um 16,6 Prozent über dem Vorjahreswert (523,8 Mio. Euro). Dazu hat im Wesentlichen die Vollkonsolidierung der VNG beigetragen. Auch im Segment Netze sind positive periodenfremde Effekte enthalten, die in diesem Umfang im 1. Halbjahr 2016 noch nicht bilanziert wurden. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bleibt daher stabil bei einem operativen Ergebnis zwischen -5 und +5 Prozent gegenüber Vorjahr.

Das Ergebnis im Segment Erneuerbare Energien wurde vor allem in den ersten drei Monaten durch eine geringe Wasserführung bei den Laufwasserkraftwerken und einen schwachen Windertrag beeinträchtigt. Dies konnte im zweiten Quartal teilweise aufgeholt werden. Das Adjusted EBITDA bewegt sich deshalb mit 152,4 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (153,1 Mio. Euro). Durch den weiteren Zubau von Onshore-Windparks im zweiten Halbjahr wird sich das Ergebnis erwartungsgemäß noch weiter verbessern. Für das Gesamtjahr ist ein Zuwachs von rund 250 Megawatt im Onshore-Bereich geplant. Die Ergebnisprognose im Segment Erneuerbaren Energien liegt daher unverändert bei 5 bis 15 Prozent über Vorjahr. Die installierte Leistung aus Erneuerbaren Energien betrug zum Ende des vergangenen Jahres 3,1 Gigawatt.

Im Segment Erzeugung und Handel ist das Adjusted EBITDA in den ersten sechs Berichtsmonaten um 31,2 Prozent auf 102,3 Millionen Euro zurückgegangen. Neben dem temporären Stillstand des Kernkraftwerks Philippsburg 2 wirkten sich weiterhin niedrigere Großhandelsmarktpreise negativ aus. Der negative Effekt aus dem Stillstand wird sich im weiteren Jahresverlauf im Ist-Ist-Vergleich abschwächen. Hinzu kommt der Wegfall der Kernbrennstoffsteuer, so dass die EnBW für das Gesamtjahr nach wie vor ein Segmentergebnis zwischen 10 und 20 Prozent unter Vorjahr erwartet.

Das Investitionsvolumen des EnBW-Konzerns ist im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gesunken, da die Übernahme von 74,21 Prozent der Anteile an der VNG im April 2016 realisiert wurde. Von den gesamten Bruttoinvestitionen in Höhe von 604 Millionen Euro entfielen 75,2 Prozent auf Wachstumsprojekte. Im Segment Erneuerbare Energien lagen die Investitionen mit 240,0 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert (50,6 Mio. Euro ), da der Bau der Offshore-Windparks EnBW Hohe See und Albatros begonnen hat. Außerdem ist ein gegenüber dem Vorjahr deutlich höherer Zuwachs von Onshore- Windparks geplant.

Kennzahlen des EnBW-Konzerns

Finanzielle und strategische Kennzahlen
in Mio. €
1.1. – 30.6.2017 1.1. – 30.6.2016 Veränderung in % 1.1. – 31.12.2016
10.475,8 9.811,4 6,8 19.368,4
1.072,6 967,5 10,9 1.938,9
180,8 / 16,9 138,3 / 14,3 30,7 / – 249,7 / 12,9
610,6 / 56,9 523,8 / 54,1 16,6 / – 1.004,1 / 51,8
152,4 / 14,2 153,1 / 15,8 -0,5 / – 295,3 / 15,2
102,3 / 9,5 148,6 / 15,4 -31,2 / – 337,2 / 17,4
26,5 / 2,5 3,7 / 0,4 – / – 52,6 / 2,7
2.639,6 887,8 730,7
543,0 504,0 7,7 1.024,5
2.082,6 402,0 -1.662,9
1.679,3 -194,2 -1.797,2
6,20 -0,72 -6,64
1.884,6 289,9 949,5
398,5 479,3 -16,9 1.316,9
Nicht finanzielle Leistungskennzahlen² 1.1. –
30.6.2017
1.1. –
30.6.2016
Veränderung
in %
1.1. –
31.12.2016
Zieldimension Kunden Kundenzufriedenheitsindex EnBW/Yello SAIDI (Strom) in min/a Zieldimension Mitarbeiter LTIF³
Mitarbeiter4, 5 30.6.2017 30.6.2016 Veränderung
in %
31.12.2016
21.324 20.263 20.409

¹ Bezogen auf das auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Ergebnis.

² Die Werte der Top-Leistungskennzahlen Reputationsindex, Mitarbeitercommitmentindex (MCI), „Installierte Leistung erneuerbare Energien (EE) in GW und Anteil EE an der Erzeugungskapazität“ und Co2-Intensität werden ausschließlich zum Jahresende erhoben.

³ Seit 2017 arbeitet die EnBW mit einem neuen Marktforschungsdienstleister zusammen. Trotz unveränderter Befragungsmethode und Stichprobenziehung sind aktuelle und frühere Werte nur bedingt vergleichbar.

⁴ Abweichender Konsolidierungskreis; hier nur steuerungsrelevante Gesellschaften einbezogen.

⁵ Anzahl der Mitarbeiter ohne geringfügig Beschäftigte, ohne Auszubildende und ohne ruhende Arbeitsverhältnisse. Der Begriff Mitarbeiter bezeichnet weibliche und männliche Beschäftigte.

⁶ Die Personalstände für die ITOs werden nur zum Jahresende aktualisiert; unterjährig wird der Personalstand vom 31.12.2016 fortgeschrieben.

PM: EnBW

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