Unsicherheit über die Spaltung der deutsch-österreichischen Preiszone führt zu Volumenrückgang am Strom-Terminmarkt

EEX-Gruppe wächst im ersten Halbjahr deutlich in Emissions-, Agrar- und Frachtmärkten

(WK-intern) – Nach Rekordergebnissen im Geschäftsjahr 2016 verzeichnet die EEX-Gruppe mit ihren Halbjahresvolumina für 2017 neben einem Rückgang am Strom-Terminmarkt deutliche Zuwächse an den Märkten für Emissionsrechte, Agrarprodukte und Global Commodities, zu denen unter anderem die Frachtprodukte zählen.

Am Spotmarkt für Erdgas wuchsen die Volumina ebenfalls zweistellig. Das schwierige regulatorische Umfeld – insbesondere im Hinblick auf die Preiszonen-Debatte und den möglichen Split der deutsch-österreichischen Preiszone – hat sich auf die Handelsvolumina an den Strommärkten der EEX ausgewirkt.

Dies spiegelt die generelle Entwicklung der europäischen Strommärkte wieder.

An den Spot- und Terminmärkten für Strom wurde in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Volumen von 1.861,0 TWh umgesetzt (1. Halbjahr 2016: 2.247,8 TWh). Dies entspricht einem Rückgang von 17 Prozent zum Vorjahr.

An den Strom-Spotmärkten der EPEX SPOT blieb das Volumen mit 270,4 TWh nahezu stabil (1. Halbjahr 2016: 277,2 TWh). Die Volumina auf den Intradaymärkten für Deutschland, Frankreich, Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Belgien und das Vereinigte Königreich stiegen um 13 Prozent auf 34,7 TWh. Am Day-Ahead-Markt wurde ein Volumen von 231,1 TWh, und damit 6 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2016, gehandelt. Das Volumen beinhaltet des Weiteren die Spotmärkte in Serbien (SEEPEX) mit 0,4 TWh und der Tschechischen Republik (PXE) mit einem gehandelten Volumen von 4,2 TWh.

Das Volumen an den Strom-Terminmärkten betrug 1.590,6 TWh und sank damit gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent (1. Halbjahr 2016: 1.970,6 TWh). Das Volumen am deutschen Strommarkt belief sich vor dem Hinblick der regulatorischen Unsicherheit auf 1.062,2 TWh (-20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum), was einem Marktanteil von 33 Prozent entspricht. Am französischen Strom-Terminmarkt wurde ein Volumen von 100,4 TWh gehandelt (1. Halbjahr 2016: 239,8 TWh), der Marktanteil betrug hier 28 Prozent. Der Rückgang ist insbesondere auf den ARENH-Tarif zurückzuführen, im Zusammenspiel mit der überraschenden Abschaltung von Atomkraftwerken in Frankreich. In italienischen Stromfutures wurden 165,3 TWh gehandelt (1. Halbjahr 2016: 262,5 TWh), während sich das Volumen am Markt für Spanien auf 32,3 TWh belief (1. Halbjahr 2016: 34,5 TWh). Trotz eines insgesamt rückläufigen europäischen Strommarkts war die EEX in der Lage, in zwei ihrer Kernmärkte weiter Marktanteile zu gewinnen, auf nun 38 Prozent in Spanien (1. Halbjahr 2016: 27 Prozent) und auf 68 Prozent in Italien (1. Halbjahr 2016: 62 Prozent).

Mit dem Erwerb der US-amerikanischen Nodal Exchange im Mai 2017 hat die EEX-Gruppe ihr Angebot auf den US-amerikanischen Energiemarkt erweitert. Seit dem 1. Mai 2017 wurde an der Nodal Exchange ein Volumen von 131,4 TWh in Stromderivaten gehandelt, die im Gesamtvolumen enthalten sind. Das Handelsvolumen der Nodal Exchange ist per Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent gewachsen. Darüber hinaus entwickelten sich die niederländischen (5,5 TWh, +160 Prozent), belgischen (0,9 TWh, +1.302 Prozent) und griechischen (0,3 TWh, +1.985 Prozent) Stromfutures positiv. Mitte Juni wurden die zuvor an der PXE gelisteten Kontrakte auf die EEX T7 Handelsplattform migriert. In diesen Produkten wurde bis Ende Juni 2017 ein Volumen von 1,3 TWh gehandelt.

An den Erdgasmärkten der EEX-Gruppe wurden im ersten Halbjahr 929,1 TWh gehandelt (1. Halbjahr 2016: 954,6 TWh). Die Spotmärkte trugen dazu 413,4 TWh bei. Dies entspricht einem Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei erzielten insbesondere die belgischen (21,0 TWh, +139 Prozent), niederländischen (108,0 TWh, +25 Prozent) und französischen (81,5 TWh, +28 Prozent) Gashubs starke Wachstumsraten. Das Handelsvolumen am Terminmarkt betrug insgesamt 515,7 TWh (gegenüber 632,3 TWh).

In allen weiteren Geschäftsfeldern erreichte die EEX-Gruppe deutliche Zuwächse.

Das Volumen an den Märkten für Emissionsberechtigungen stieg um mehr als ein Drittel auf 648,8 Mio. Tonnen CO2 (1. Halbjahr 2016: 468,6 Mio. Tonnen CO2). Darin enthalten sind 427,3 Mio. Tonnen CO2 aus den Primärmarktauktionen (Vorjahr: 338,2 Mio. Tonnen CO2). Durch kontinuierliche Erweiterung des Produktangebots am Sekundärmarkt konnte die EEX die Volumina gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern: Am Spotmarkt für Emissionsberechtigungen stieg das Volumen um mehr als ein Viertel auf 37,6 Millionen Tonnen CO2 (1. Halbjahr 2016: 29,6 Millionen Tonnen CO2). Am Terminmarkt für Emissionsberechtigungen verzeichnete die EEX einen Anstieg von 83 Prozent auf 183,4 Millionen Tonnen CO2 (1. Halbjahr 2016: 100,5 Millionen CO2).

An den Agrarmärkten wurden im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 34.489 Kontrakte gehandelt. Dies entspricht gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 einem Anstieg um 50 Prozent (22.955 Kontrakte). Der Markt für Milchprodukte, der Futures auf Butter, Magermilchpulver und Molkenpulver umfasst, hat sich weiterhin positiv entwickelt. Das Volumen stieg um 51 Prozent auf 12.866 Kontrakte (entspricht 64.330 Tonnen Warenäquivalent). Im Vorjahreszeitraum betrug das Volumen 8.497 Kontrakte (entspricht 42.485 Tonnen Warenäquivalent). In Veredelungskartoffeln wurde ein Volumen von 21.623 Kontrakten gehandelt, gegenüber 14.452 Kontrakten im Vorjahreszeitraum.

Im Segment Global Commodities entwickelte sich insbesondere das Frachtsegment positiv. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 257.122 Kontrakte gehandelt. Dies entspricht einem Anstieg um 26 Prozent (1. Halbjahr 2016: 204.771 Kontrakte). Darüber hinaus entwickelten sich auch die Märkte für Kohle (+182 Prozent) und Schiffsdiesel (+40 Prozent) positiv.

Peter Reitz, Vorstandsvorsitzender der EEX, erklärt: „Mit der Akquisition von Nodal Exchange und der Migration der PXE-Produkte haben wir unsere Reichweite und Größe in den ersten sechs Monaten des Jahres weiter ausgedehnt. Damit kommen wir unserem Ziel, eine globale Commodity-Börse zu werden, näher und positionieren uns weiterhin als Commodity-Experten innerhalb der Gruppe Deutsche Börse. Unsere Handelsvolumina im ersten Halbjahr zeigen, dass unsere Diversifikationsstrategie aufgeht“.

Die EEX-Gruppe stellt den zentralen Marktplatz für Energie- und Commodity-Produkte und bietet Zugang zu einem Netzwerk von mehr als 500 Handelsteilnehmern. Das Angebot der Gruppe umfasst an der European Energy Exchange, EPEX SPOT, Powernext, Cleartrade Exchange, Power Exchange Central Europe (PXE) und Nodal Exchange gelistete Kontrakte für Energie, Umweltprodukte, Fracht, Metalle und Agrarprodukte. Clearing und Abwicklung der Handelsgeschäfte übernimmt das Clearinghaus European Commodity Clearing (ECC) und in den Vereinigten Staaten Nodal Clear. Die EEX ist Mitglied der Gruppe Deutsche Börse. Weitere Informationen unter: www.eex.com.

PM: EEX-Gruppe

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