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Nachhaltige Produktionsmethoden durch Überwindung von Grenzen der Chemie, der Physik und der Biologie

TU Berlin: Eine Dekade exzellente Katalyseforschung

(WK-intern) – Mit einer Gesamtsumme von rund 50 Millionen Euro förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Exzellenzcluster UniCat und seine Graduiertenschule BIG-NSE.

Vom 12. bis 14. Juli wird das zehnjährige Bestehen an der TU Berlin gefeiert

Begangen wird das zehnjährige Jubiläum mit einem international hochkarätig besetzten, wissenschaftlichen Symposium: „Unifying Concepts in Catalysis: Status Quo and Challenges“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland diskutieren neuesten Errungenschaften und Herausforderungen auf dem Weg zur Vereinigung von chemischer und biologischer Katalyse.
Zusätzlich zu den Plenarvorträgen sind Posterpräsentationen und ein Erfahrungsaustausch mit Stipendiatinnen und Stipendiaten der Graduiertenschule von UniCat – BIG-NSE – Bestandteil des Programms.
Die Veranstaltung wird am Mittwoch, 12. Juli 2017, vom Berliner Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung Steffen Krach und dem Präsidenten der TU Berlin Professor Dr. Christian Thomsen eröffnet.

„Einer der größten Erfolge von UniCat ist zweifellos die Überwindung von Grenzen zwischen den unterschiedlichen Fachgebieten der Chemie, der Physik und der Biologie“, davon ist Prof. Dr. Matthias Drieß, Sprecher des Exzellenzclusters Unifying Concepts in Catalysis (UniCat) und Professor an der TU Berlin überzeugt. UniCat ist der einzige deutsche Exzellenzcluster, der sich in außerordentlicher fachlicher Breite mit der volkswirtschaftlich enorm wichtigen Katalyse befasst. „Bei der Produktion von 90 Prozent aller Produkte, die wir täglich in den Händen halten, spielt ein Katalysator eine Rolle. Dafür werden heute noch viel zu viele Ressourcen verschwendet. Nachhaltige Produktionsmethoden erfordern bessere und effizientere Katalysatoren. Die Effizienzsteigerung eines Katalysators um eine Nachkommastelle hat potenziell eine enorme Hebelwirkung bei der Energieeinsparung und der Ressourcenschonung“, erläutert Prof. Dr. Drieß die Bedeutung der Katalyseforschung für eine nachhaltige Produktion.

In den vergangenen zehn Jahren konnte UniCat bereits einige auch international anerkannte Durchbrüche in der Katalyseforschung erzielen. Die 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 28 Nationen haben unter anderem die oxidative Kupplung von Methan vorangetrieben oder auch Biokatalysatoren für die Nutzung der Sonnenenergie zur Energiegewinnung erforscht. Dazu haben sie Enzyme von Mikroorganismen analysiert und daraus Erkenntnisse über die effiziente Aktivierung kleiner Moleküle wie Kohlendioxid, Kohlenmonoxid oder auch Wasserstoff gewonnen – Reaktionen, die für den Einsatz in der chemischen Industrie immer wichtiger werden. 1700 Publikationen in renommierten Journalen belegen nicht zuletzt den wissenschaftlichen Erfolg des Clusters.

Die erfolgreiche Grundlagenforschung von UniCat blieb auch der chemischen Industrie nicht verborgen: Seit 2014 forschen rund sieben Postdocs und zehn Doktoranden im BasCat, dem sogenannten Joint Lab von BASF und UniCat an der TU Berlin. Das Ziel ist hier eine Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung zu etablieren, damit mehr innovative Forschungsergebnisse schneller zur Anwendung gelangen. Das BasCat erforscht die selektive Aktivierung von Kohlenwasserstoffen, die Bestandteile von fossilen Rohstoffen sind.

Berlin zu einem Zentrum für grüne und nachhaltige Chemie-Start-ups zu entwickeln ist ein weiteres Ziel von UniCat. 2017 öffnete das Inkulab, finanziert durch die Berliner Wirtschaft, seine Pforten: Ein Labor-Container auf dem Gelände der TU Berlin, vollausgestattet mit Lüftungstechnik, Labormöbeln und Sicherheitseinrichtungen, der kostenlose Laborarbeitsplätze für Gründerinnen und Gründer aus der Grünen Chemie, den Life Sciences oder der Nanotechnologie bereitstellt. Ein großes Gründungszentrum, eine Chemical Invention Factory (CIF), auf dem Gelände der TU Berlin, für die der Berliner Senat bereits sieben Millionen Euro zugesagt hat, soll folgen.

„In den vergangenen zehn Jahren haben wir eine Menge über einzelne Katalyseprozesse gelernt“, so Prof. Dr. Drieß, „jetzt geht es darum, diese Prozesse effizient und dynamisch zu koppeln, um auch zukünftig eine nachhaltige und ressourcenschonende Produktion zu gewährleisten. Dazu braucht es einen echten Paradigmenwechsel, und in diese Richtung geht auch unser Antrag für die Exzellenzstrategie als „UniSysCat“. Dem sehe ich zuversichtlich entgegen.“

Die Teilnahme an dem Festsymposium „Unifying Concepts in Catalysis: Status Quo and Challenges“ oder einzelner Teile ist öffentlich und kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten.
Anmeldung und Programm unter: www.unicat.tu-berlin.de/10years

Die Sonderausgabe zu 10 Jahre Exzellenzcluster UniCat mit Interviews und Wissenschaftsberichten:
www.pressestelle.tu-berlin.de/menue/tub_medien/newsportal/forschungs_news/2017/10_jahre_exzellenzcluster/

PM: Technische Universität Berlin

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