So entwickelten sich die regenerativen Energien weltweit in 2016

Foto: pixabay.com / moritz320

(WK-intern) – Nachdem ja kürzlich das weltweite Netzwerk für Regenerative Energien, das „Renewable Energy Policy Network for the 21st Century“ (REN21), seinen globalen Report für 2016 veröffentlichte (wir berichteten), machten wir es uns zur Aufgabe, ein wenig genauer in diesen Report hineinzuschauen. Eine grundlegende Tendenz wurde uns dabei schnell klar: Sowohl national als auch global nehmen die Investitionen und Leistungskapazitäten der sauberen Energieformen weiterhin erheblich zu. Europa und die USA, aber auch China, Indien und Japan gehen dabei voran, auch wenn die politische Integrität der Klimaziele derzeit in Gefahr zu sein scheint. Die Branche der erneuerbaren Energien sieht die Entwicklung insgesamt als überaus positiv.

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Erneut großer globaler Zuwachs

Gehen wir ins Detail. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der regenerativ erzeugten Energie weltweit um stolze 9% auf knapp 2.017 GW und damit auf insgesamt 24,5% der weltweit erzeugten Energie. Den Löwenanteil machen dabei Photovoltaik-Anlagen aus, doch auch Wind und Wasser versorgen die Welt immer öfter mit sauberer Energie. Der Trend hin zu erneuerbaren Energien liest sich am besten aus dem Anteil der alternativen Anlagen am Gesamtneubau ab. In Europa waren 2016 mehr als 86% der neu installierten Stromerzeuger Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung. Ein wichtiger Grund dafür sind die hiesigen Projektdienstleister – etwa die Green City Energy aus München – die durch Wissen, Erfahrung und effizientes Arbeiten solche Fortschritte erst ermöglichen. Natürlich spielt aber auch die eindeutige politische Richtlinie für die Energiewende eine tragende Rolle.

Deutschland nach wie vor in der Weltspitze

Die Europäische Union gilt nach wie vor als einer der Vorreiter der Energiewende, auch wenn andere Erdteile in absoluten Zahlen noch mehr grüne Energie produzieren. So erzeugt China allein mit den gigantischen Wasserkraftanlagen genauso viel Strom wie die ganze EU mit allen Varianten zusammen (etwa 300 GW). Allerdings hat China mit den mehr als 1,5 Milliarden Bürgern und dem riesigen Energiehunger relativ gesehen auch allen Grund dazu. Was den Grünstrom pro Einwohner angeht, führt Deutschland gemeinsam mit Island, Dänemark und Norwegen die Liste an. Überhaupt ist Europa in vielen Bereichen der Statistik vorbildlich. Manche Staaten schafften es sogar, mehr alternative Energie zu erzeugen als sie insgesamt verbraucht haben. Dänemark beispielsweise produzierte mit den Windkraftanlagen an den ausgedehnten Küsten des Landes 140% des gesamten eigenen Energiebedarfs. Deutschland rangiert im weltweiten Vergleich auf Rang Drei hinter China und den USA, wenn man die Wasserkraft ausklammert, zu der wir hierzulande kaum die geographischen Voraussetzungen haben. Durch Wind, Photovoltaik und Biomasse produziert Deutschland jedoch immerhin 98 GW im Jahr und damit etwa 2/3 der Leistung der USA, die weit mehr Einwohner hat und weit mehr Strom verbraucht.

Herausforderungen für die Zukunft
Trotz aller positiven Signale und Ergebnisse: Der Weg zu einer wirklich sauberen Energieversorgung ist noch weit und steinig. So liegt der Anteil der regenerativen Energieerzeugung zwar nun bei immerhin 24,5%. Doch das bedeutet gleichzeitig, dass immer noch drei Viertel der Energie fossil oder nuklear erzeugt wird. Parallel dazu steigt leider auch der globale Energieverbrauch pro Jahr. In den letzten zehn Jahren stieg der Anteil der sauberen Energie nur ein knappes Prozent mehr als der jährliche Gesamtverbrauch. Anders gesagt: Die Welt verbraucht den sauberen Strom fast genauso schnell, wie er gewonnen wird, wobei die absolute Zahl der fossilen Energieerzeuger trotzdem fast gleich hoch bleibt. Nicht zuletzt scheint besonders nach der letzten Wahl in den USA das Thema Klimaschutz und Energiewende zu einem politischen Spielball in der Außen- und Wirtschaftspolitik zu werden. Das kann fatale Folgen haben, da die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe und auch die nuklearen Gefahren keine Hypothesen sind, sondern reale wissenschaftliche Fakten. Doch solange es führende Personen gibt, die lieber ihre eigenen alternativen Fakten schaffen, muss es von uns, aus der Mitte der Gesellschaft, ein Gegengewicht geben, damit die Energiewende geschafft werden kann.

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