Antragskonferenzen für das Gleichstromvorhaben SuedLink am 20. und 27. Juni 2017

Pressebild: Robert Habeck © Staatskanzlei

Energiewendeminister Habeck wirbt für breite Beteiligung

(WK-intern) – Mit zwei öffentlichen Antragskonferenzen am Dienstag, 20. Juni 2017, im niedersächsischen Verden und am Dienstag, 27. Juni 2017, in Hamburg beginnt der förmliche Beteiligungsprozess für den nördlichen Teil der geplanten Gleichstromleitung SuedLink.

„SuedLink ist ein wichtiges Energiewendeprojekt. Wir brauchen die Leitung möglichst bald, um bestehende Netzengpässe zu beheben. Länder- und Kommunalvertreter, Verbände, Vereinigungen und Betroffene sollten ihre Belange nun in die Antragskonferenzen der Bundesnetzagentur einbringen, damit die Gleichstromleitung SuedLink im Dialog weiter gut und zügig geplant werden kann“, sagte Minister Habeck heute (19. Juni 2017).

Die Bundesnetzagentur ist für das zweistufige Genehmigungsverfahren zuständig, das mit der Einreichung der Antragsunterlagen für die Bundesfachplanung durch die Vorhabenträger TenneT TSO und Transnet BW im April 2017 begonnen hat. SuedLink besteht aus den beiden Gleichstrom-Verbindungen Brunsbüttel-Großgartach und Wilster-Grafenrheinfeld, die weitgehend parallel und auf ganzer Länge als Erdkabel geplant werden. Die Vorhabenträger haben im Antrag auf Bundesfachplanung ein Trassenkorridornetz erarbeitet, das einen Vorschlagskorridor und weitere Korridoralternativen enthält. Diese werden nun im Rahmen der Bundesfachplanung näher untersucht.

Auf der Antragskonferenz können betroffene Behörden, Gemeinden, Vereinigungen und Bürger Hinweise und Anregungen in die Planung einbringen. Am Ende der Bundesfachplanung legt die Bundesnetzagentur einen 500 bis 1.000 Meter breiten Korridor fest, in dem die Leitung später realisiert werden soll. Über den genauen Verlauf der Leitung innerhalb dieses Korridors wird im anschließenden Planfeststellungsverfahren entschieden. Die Fertigstellung des SuedLinks wird derzeit für 2025 erwartet.

Termine der Antragskonferenzen für Abschnitt A (nördlicher Teil) des SuedLinks

• 20. Juni 2017, 9 Uhr, Stadthalle Verden, Holzmarkt 13-15, 27283 Verden (Aller), Antragskonferenz für den Abschnitt A der Vorhaben 3 + 4 nach Bundesbedarfsplan von Brunsbüttel bzw. Wilster bis Scheeßel (SuedLink)

• 27. Juni 2017, 9 Uhr, Curio-Haus, Rothenbaumchaussee 13, 20148 Hamburg, Antragskonferenz für den Abschnitt A der Vorhaben 3 + 4 nach Bundesbedarfsplan von Brunsbüttel bzw. Wilster bis Scheeßel (SuedLink)

Tagesordnung für beide Antragskonferenzen auf der Website der Bundesnetzagentur www.netzausbau.de unter dem Link:
https://www.netzausbau.de/SharedDocs/Downloads/DE/Veranstaltungen/2017/AK_VerdenHamburg/TO.pdf?__blob=publicationFile (500 kB)

SuedLink-Antragsunterlagen nach § 6 NABEG (Netzausbaubeschleunigungsgesetz)
https:/www.netzausbau.de/leitungsvorhaben/bbplg/03/A/de.html?cms_vhTab=2 (Überblicksseite mit Antragsunterlagen, Karten und Anlagen)

Stellungnahme der Landesregierung Schleswig-Holstein

Die Vorhabenträger TenneT TSO und TransnetBW haben in den Antragsunterlagen nach § 6 NABEG für SuedLink drei mögliche Korridorführungen zur Querung der Elbe vorgeschlagen. Die westliche der drei in den Antragsunterlagen angegebenen Korridorführungen, die die Elbe bei Brokdorf queren soll, ist der sog. Vorschlagskorridor. Dieser stellt den kürzesten und geradlinigsten Korridorverlauf in Schleswig-Holstein dar. Aus Sicht der Landesregierung Schleswig-Holstein zum jetzigen Planungsstand ist der Vorschlagskorridor der Korridor mit den geringsten Eingriffen und Planungshindernissen für Schleswig-Holstein. Vertreter des Landes Schleswig-Holstein werden auf der Antragskonferenz in Hamburg am 27. Juni 2017 zu den Antragsunterlagen der Vorhabenträger Stellung nehmen und fachliche Hinweise geben.

Hintergrund

Die Hochspannungsgleichstromübertragungs- (HGÜ)-Leitung SuedLink wird mit 4 Gigawatt Übertragungsleistung eine der zentralen Nord-Süd-Verbindungen der Energiewende. SuedLink ist eines der drei großen Infrastrukturprojekte, mit denen elektrische Energie über Land erstmals in Deutschland über weite Strecken von mehreren hundert Kilometern transportiert werden soll. Die Leitung soll den verbrauchsstarken Süden Deutschlands mit den Windkraftanlagen in Norddeutschland und über die geplante Seekabelverbindung NordLink auch mit den Wasserkraftwerken und Speichern Norwegens verbinden. Der SuedLink wird dringend benötigt, um Netzengpässe und die Abregelung von Windkraftanlagen zu verringern und die Versorgungssicherheit nach der Abschaltung der Kernkraftwerke zu gewährleisten.

Die Gleichstromleitung wird von den beiden deutschen Übertragungsnetzbetreibern TenneT TSO und Transnet BW geplant und gebaut. Sie wurde 2013 in die Liste der energiewirtschaftlich notwendigen Projekte im Bundesbedarfsplangesetz aufgenommen. SuedLink bezeichnet die Vorhaben Nr. 3 – eine Höchstspannungsgleichstromleitung von Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) nach Großgartach (Baden-Württemberg) – und Nr. 4 – eine Höchstspannungsgleichstromleitung von Wilster (Schleswig-Holstein) nach Grafenrheinfeld (Bayern), die im Bundesbedarfsplan, der Anlage zu § 1 Absatz 1 Bundesbedarfsplangesetz, aufgeführt sind.

Darüber hinaus ist das Vorhaben auch für die Europäische Kommission von besonderer Bedeutung für den Stromaustausch(dem Handel mit elektrischer Energie) in Europa und ist im europäischen Ausbauprogramm als Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI-Projekt) eingetragen.

SuedLink wurde zunächst als Freileitung geplant, wird aber inzwischen nach der Festlegung des Erdkabelvorrangs für das Projekt im Bundesbedarfsplangesetz Ende 2015 auf der ganzen Strecke als Erdkabel geplant.

PM: Landesregierung Schleswig-Holstein

Pressebild: Robert Habeck © Staatskanzlei

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