Alternative für Binnenschifffahrt und Schwerlastverkehr – Flüssigerdgas/Biogas-Beimischung

Der Norddeicher Hafen ist aufgrund seiner Lage für viele Offshore-Windparks der nächstgelegene Servicehafen auf dem Festland. / Foto: HB

Workshop 4. LNG-Roadmap in Düsseldorf:

Heute (31. Mai) fand in Düsseldorf bereits zum vierten Mal der Workshop „LNG Roadmap“ statt.

Über 100 Expertinnen und Experten diskutierten die neuen Entwicklungen von Flüssigerdgas (LNG, Liquefied Natural Gas) als alternativem Kraftstoff für die Schifffahrt, den Schwerlastverkehr sowie als Brennstoff für industrielle Anwendungen.

„Flüssigerdgas gewinnt für die Industrie und den Verkehrssektor zunehmend an Bedeutung. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und kann als alternativer Kraftstoff für die Binnenschifffahrt und den Straßengüterverkehr zukünftig bedeutende Emissionsminderungen realisieren“, so Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Der Workshop wurde gemeinsam von der EnergieAgentur.NRW und dem Gas- und Wärme-Institut Essen e.V. (GWI) organisiert.

Flüssigerdgas, produziert aus konventionellem Erdgas, nimmt durch Verflüssigung ein deutlich geringes Volumen ein. Diese Eigenschaft ermöglicht eine Optimierung der Kosten für Transport und Speicherung bei der Anwendung in mobilen und leitungsunabhängigen Verbrauchern. Die Binnenschifffahrt, der Schwerlastverkehr und die Industrie stehen aktuell für potentielle Anwendungen von LNG im Fokus. Neben wirtschaftlichen Erwägungen spielen Umweltaspekte eine Rolle: LNG als Kraftstoff verspricht eine CO2-Reduktion von bis zu 20 Prozent gegenüber Dieselkraftstoffen. Außerdem fallen zum Beispiel deutlich geringere Stickstoffoxidemissionen an. Die Beimischung von regional produziertem und verflüssigtem Biogas (Bio-LNG) verbessert die Emissionsbilanz weiter.

„Die Umsetzung von Flottenlösungen und der Aufbau einer Infrastruktur ist eine grenzüberschreitende Aufgabe. Aktuell stehen nordrhein-westfälische Technologieanbieter in einem intensiven Austausch mit den Niederlanden. Die weitere Vernetzung der Unternehmen unterstützt die EnergieAgentur.NRW mit dem Ziel, Innovationen bei möglichen Anwendungsfeldern und Geschäftsmodellen in Verbindung mit dem Gasmarkt zu erschließen“, erklärte Dr. Frank-Michael Baumann. „Mit Blick auf die Infrastruktur in Häfen, die Tanktechnologie und dem Fahrzeugbetrieb bestehen in Nordrhein-Westfalen beste Voraussetzungen, um die Potentiale des Kraftstoffs LNG umzusetzen, betonte Prof. Dr. Klaus Görner, wissenschaftlicher Direktor des GWI.

Im vergangenen April wurde unweit von Berlin die erste öffentliche Tankstelle mit nordrhein-westfälischer Beteiligung eröffnet. In Nordrhein-Westfalen haben sich ferner im EU-LIFE-Projekt „CLINSH“ und im INTERREG-Projekt „LNG Pilots“ Partner aus der Industrie, der Wissenschaft und den Behörden bzw. Gebietskörperschaften zusammengeschlossen, um erste regionale Anwendungs- und Infrastrukturprojekte zu realisieren. Die EnergieAgentur.NRW unterstützt deren Arbeit mit ihrem Netzwerk Kraftstoffe und Antriebe der Zukunft.

PM: EnergieAgentur.NRW

Binnenschifffahrt / Foto: HB

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