Ausschreibungsrunde für Windkraftanlagen: Bürgerenergie ernst nehmen – Zuschläge genau prüfen

ENERCON Windpark / Foto: HB

Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für neue Windkraftanlagen veröffentlicht

(WK-intern) – Die Bundesnetzagentur hat heute die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für neue Windenergieanlagen an Land veröffentlicht.

Ein Zuschlag in der Ausschreibung ist für die Anlagenbetreiber Pflicht, um eine Förderung laut EEG zu erhalten.

Laut Veröffentlichung der Bundesnetzagentur sind 93% der Ausschreibungsgewinner Bürgerenergie-Gesellschaften. Es kommentiert René Mono, Vorstand im Bündnis Bürgerenergie e.V.:

„Wir freuen uns natürlich, dass in der ersten Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land so viele ‚Bürgerenergie-Gesellschaften‘ zum Zuge gekommen sind. Zu beachten ist jedoch, dass mit einer vollkommen neuen Definition von Bürgerenergie gearbeitet wurde. Daher müssen wir genau hinschauen, ob alle Unternehmen, die sich als Bürgerenergie-Gesellschaften in der Ausschreibung ausgewiesen haben, tatsächlich das erfüllen, worauf es bei Bürgerenergie ankommt: Demokratie, Mitsprache und Mitbestimmung der Menschen vor Ort – eben echte Partizipation. Immerhin ist denkbar, dass sich in Wahrheit Großinvestoren hinter Bürgerenergiegesellschaften verbergen. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig. Denn nur eine echte Bürgerbeteiligung führt zu einer erfolgreichen Energiewende: Wenn lokale Akteure den Ausbau der Erneuerbaren Energien weiterhin mitgestalten können, erhöht das die Akzeptanz, steigert die Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien vor Ort und verbessert allgemein die ökonomisch-demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft. Ohne besondere Regeln für die Bürgerenergie wird die Energiewende zum Tummelplatz großer Konzerne, und ihre Vorteile kommen nicht den Menschen vor Ort zu gute.“

Hintergrund: Das Bündnis Bürgerenergie hatte während der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2016 zusammen mit seinen Mitgliedern und weiteren Partnern gegen erhebliche Widerstände erreicht, dass bei den neuen Windenergie-Ausschreibungen besondere Regeln für kleinen Akteure eingeführt wurden. In der genauen Ausgestaltung dieser Regeln war das federführende Bundeswirtschaftsministerium jedoch nicht den vorgebrachten Vorschlägen gefolgt.

Das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) e.V. setzt sich für die dezentrale Energiewende in Bürgerhand ein. Mit knapp 200 Mitgliedern vereint es über 500.000 EnergiebürgerInnen aus ganz Deutschland, die sich einzeln als Privatpersonen oder gemeinschaftlich als Genossenschaftsmitglieder oder als Mitglieder in Organisationen für eine Stärkung der Energiewende in Bürgerhand engagieren. Diese Menschen eint die Überzeugung, dass die Energiewende nur mit breiter Verankerung der Bürgerenergie erfolgreich fortgeführt werden kann.

PM: Bündnis Bürgerenergie e.V.

Immerhin ist denkbar, dass sich in Wahrheit Großinvestoren hinter Bürgerenergiegesellschaften verbergen / Foto: HB

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