Prokon eG setzt 2017 auf neue Projekte mit über 100 MW Kapazität

Politisches Umfeld in Polen und Finnland sowie schwache Windernte belasten 2016

(WK-intern) – Im laufenden Jahr positives Vorsteuerergebnis in Millionenhöhe angestrebt

Itzehoe – Die Prokon eG will 2017 in Deutschland verstärkt neue Projekte vorantreiben. Damit will der genossenschaftliche Windkraftspezialist den Umsatz auf etwa 110 Mio. Euro steigern.

Dies kündigte die Genossenschaft, die 2016 ihre Mitgliederzahl um rund 1.000 auf gut 39.000 steigerte, auf ihrer Generalversammlung am 4. Mai 2017 in Neumünster an. Unter dem Strich strebt die Prokon eG im laufenden Geschäftsjahr 2017 ein positives Vorsteuer-Jahresergebnis im einstelligen Millionenbereich an.

Wie November 2016 avisiert und in einer Mitteilung in der vergangenen Woche konkretisiert, haben im Wesentlichen die deutlich verschlechterten politischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien in Polen und Finnland die Geschäftsentwicklung der Prokon eG 2016 belastet und zu einem negativen Jahresergebnis nach Steuern von 75,8 Mio. Euro beigetragen. In beiden Ländern ist die Prokon eG aktiv. Zu der negativen Ergebnisentwicklung trug unter anderem auch die historisch schwache Windernte 2016 bei. Die Windernte war in Deutschland laut Branchenstatistiken niedriger als in allen 20 Jahren zuvor.

Politischer Gegenwind

„Leider hat sich das politische Klima gegenüber den erneuerbaren Energien vor allem in Polen 2016 deutlich verschlechtert“, kritisiert Prokon-Vorstand Henning von Stechow. „Anstatt die Risiken durch den Klimawandel ernst zu nehmen, setzen manche Länder auf konventionelle Energieträger und stärken damit die Industrien, die daran verdienen.“ „Das ist eine sehr kurzsichtige Politik“, ergänzt Prokon-Vorstand Heiko Wuttke.

Für die Prokon eG werden damit die Sicherstellung einer hohen technischen Verfügbarkeit ihrer bestehenden Anlagen sowie neue Windparkprojekte insbesondere in Deutschland immer wichtiger. „2016 hat die Prokon eG eine hervorragende technische Verfügbarkeit von durchschnittlich 98 Prozent erzielt. Damit konnten wir auch den Ertragsrückgang infolge der schwachen Windernte ein Stück weit ausgleichen“, berichtet Wuttke. „Für 2017 streben wir erneut eine technische Verfügbarkeit von mindestens 97 Prozent an. Zudem wollen wir unsere Dienstleistungen in der technischen Betriebsführung verstärkt auch lokalen Energiegenossenschaften und anderen Windparkbetreibern anbieten.“

Gut gefüllte Projektpipeline

Die Genossenschaft will 2017 Projekte mit einer Kapazität von rund 100 Megawatt (MW) bauen und in Betrieb nehmen, wie von Stechow erklärte. Zuletzt wurde die installierte Leistung um rund 50 MW auf gut 600 MW gesteigert. Derzeit befinden sich vier Windenergieprojekte im Bau. Zudem will die Genossenschaft noch im laufenden Geschäftsjahr mit dem Bau von drei weiteren Windparks beginnen, davon zwei in Rheinland-Pfalz mit einer Gesamtleistung von 22,2 MW sowie einer in Brandenburg mit 9,9 MW. Um die längerfristigen Ertragschancen der Prokon eG weiter zu stärken, werden für 2017 darüber hinaus Genehmigungen für neue Windparks mit einer Nennleistung von mindestens 70 MW angestrebt. Prokon prüft dabei auch die Möglichkeit, Projekte gemeinsam mit Partnern zu betreiben.

Gleichzeitig will die Prokon eG die Anzahl ihrer Stromkunden steigern. Seit April 2017 trägt der Prokon Strom Deutschlands strengstes Ökosiegel ok-power-plus. Es bestätigt, dass sich die Genossenschaft in besonderer Weise fortlaufend mit neuen eigenen Anlagen für die Erhöhung der grünen Energieerzeugung in Deutschland einsetzt. Zudem garantiert das Siegel, dass über alle Tarife hinweg der gesamte von Prokon gelieferte Strom aus regenerativen Quellen stammt. Anfang 2017 hat Prokon für Stromkunden, die sich für eine Welt mit 100 % erneuerbaren Energien einsetzen, zudem einen Bonus von 0,5 Cent auf jede verbrauchte Kilowattstunde eingeführt. Diesen Bonus auf Prokon-Strom erhalten Kunden, die Mitglieder der Prokon eG oder einer anderen Energiegenossenschaft sind. Auch Eigentümer einer Erneuerbare-Energien-Anlage profitieren davon.

„Die Energiewende in Bürgerhand ist das erklärte Ziel der Prokon eG“, bekräftigt Wuttke. „Unsere Mitglieder, Kunden und Kooperationspartner sind wichtige Unterstützer auf unserem Weg in eine nachhaltige Energiezukunft“, ergänzt von Stechow.

PROKON eG (Deutschland-Geschäft)

 

 

Geschäftsjahr vom 1.1. bis 31.12.2016 1)

 

 

 

Gewinn- und Verlustrechnung (ausgewählte Kennzahlen) 2)

 

Umsatz

78,8

 

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

-69,7

 

 

 

 

Weitere Kennzahlen

 

 

Eigenkapitalquote

22%

 

installierte Leistung*

605 MW

 

Mitarbeiter

275

 

Genossenschaftsmitglieder

über 39.000

 

1) vorläufig

2) in Mio. Euro

* in Deutschland und Polen

PM: PROKON Regenerative Energien eG

Anne Dittrich

Pressesprecherin

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