Bezuschusst, gefördert und über günstige Kredite finanzierbar – Windenergieanlage kann sich rechnen

(WK-intern) – Es gibt viele Gründe, warum eine Windenergieanlage interessant ist. Sei es nun die Wirtschaftlichkeit der Anlage, seien es ideologische Gründe, ein Bereich des Umweltschutzes und der Autarkie, Spaß an der Technik oder eine Mischung dieser Gründe: Wer eine private Windenergieanlage bauen will, sollte sich im Vorfeld nicht nur Gedanken über das Was, sondern auch über das Warum und das Wie machen. Denn die Möglichkeiten der Finanzierung unterschieden sich, abhängig von der Anlage. Und wie die Anlage aufgebaut ist, welche Leistung sie erbringen soll, wie sie genutzt wird, hängt letzten Endes wieder von der Motivation ab, warum eine Windenergieanlage (und nicht beispielsweise eine Photovoltaikanlage) so interessant ist. Und nicht zuletzt eignen sich, standortabhängig, Windenergieanlagen ganz hervorragend, um eine PV-Anlage zu ergänzen. An sonnenarmen oder windarmen Tage ergänzen sich die Anlagen nämlich.

Foto: Kleinwindanlage Wespe / Foto: HB

Welche Möglichkeiten gibt es?

Wer in Windenergieanlagen investieren will, kann das
1. über eine Klein-Windkraftanlage für den privaten Gebrauch tun oder
2. über eine Bürger-Windanlage, die die Investitionen lokaler Interessenten in einen Windpark umsetzen, der (ebenfalls lokal) gewerblich genutzt wird.

Die Unterschiede liegen im Ertrag. Die Windenergieanlage für den privaten Gebrauch ist maximal 25 m hoch und für maximal 5 kW konzipiert. Soll die Anlage auf dem Dach stehen, ist es sogar nur 1 kW. Die Windenergieanlage für den gewerblichen Gebrauch, beispielsweise für (auch kleinere) landwirtschaftliche Betriebe, darf bis zu 30 m hoch sein und generiert dementsprechend auch mehr Strom. Alles bis zu einer Leistung von 100 kW gilt dabei als Kleinwindkraftanlage. Allerdings ist das jeweils auch vom Grundstück abhängig, auf dem die Anlage steht. Windenergieanlagen sind noch stärker standortabhängig als Sonnenenergieanlagen.

Übersicht über die Kosten

Die Windenergieanlage für private Haushalte ist im Binnenland in der Regel höher als 10 m, um konstant hohe Windgeschwindigkeiten zu gewährleisten. Sie ist dann sinnvoll, wenn im Haushalt ein relativ konstanter Energiebedarf herrscht. Für kleine Unternehmen sowie landwirtschaftliche Betriebe sieht es ähnlich aus. Je Kilowattstunde erzeugter Strom sollte bei der Anlage mit etwa 5.000 Euro Kosten gerechnet werden. Ein Privathaushalt kann die Anlage also schon ab 25.000 Euro gebaut werden. Das sind aber die reinen Baukosten. Es entstehen zusätzlich Kosten für Baugenehmigungen und Gutachten, die sich vorher nicht so einfach absehen lassen. Diese Kosten sind abhängig vom Standort, von möglichen Windkraftgegnern und den von diesen (eventuell auch nicht) eingereichten Klagen.

Darlehen der kfW-Bankengruppe sind kostengünstig

Die Kosten für eine Windkraftanlage hängen von Leistung und Qualität der Turbine ab, aber auch von der Technik (vertikale oder horizontale Anlage) und der Höhe (das sind in erster Linie Materialkosten). Gefördert wird unter anderem von der kfW, die einen Kredit von bis zu 100 % der Netto-Investitionskosten inklusive Erweiterungen und Montage bereitstellt. Gedeckelt ist dieses Darlehen, das auf einen Schlag oder innerhalb von 12 Monaten ausgezahlt werden kann, bei 25 Millionen Euro je Projekt. Die Laufzeit kann zwischen einem und 20 Jahren liegen. Generell sind die Kredite der kfW sehr günstig, aber in der Tilgung manchmal nicht sehr flexibel und mit einem hohen Aufwand an Anträgen verbunden.

Staatliche Förderung ist unzureichend

Es gibt aber auch eine staatliche Förderung für Kleinwindanlagen, also privat genutzt Windkraftanlagen. Die Förderung liegt bei 8,66 Cent je Kilowattstunde, wenn der Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Diese Zahlen sind für 20 Jahre garantiert – die Windkraftanlage hätte sich damit nach Ablauf der Einspeisevergütung noch nicht amortisiert. Diese Förderung lohnt also nicht wirklich. Denn wer den generierten Strom nicht einspeist, sondern selbst nutzt, kommt bei einer Anlage von 5 kW Leistung und abhängig vom Standort innerhalb der BRD (Binnenland) auf eine Zeit von 12 bis 14 Jahre, nach denen sich die Anlage amortisiert. Das ist eine weit günstigere Rechnung. Die Anlage würde vom Stromanbieter unabhängig machen und könnte helfen, die tendenziell stark steigenden Kosten für Strom abzufangen. Und das selbst dann, wenn die Anlage keine komplette Autarkie ermöglicht. Abgesehen davon gibt es die Möglichkeit, sich bei Betreiben einer Windenergieanlage von den Stromsteuern für Bezugsstrom befreien zu lassen. Bis Ende der 1990er Jahre gab es zudem noch Investitionskostenzuschüsse von Bund und Ländern. Die wurden jedoch eingestellt, es gibt sie nicht mehr.

Gewerbliche Anlagen werden anders finanziert als private Anlagen

Die Möglichkeiten, ein Darlehen für eine Windenergieanlage zu erhalten, bestehen bei der kfW-Bankengruppe und der DtA gleichermaßen, unabhängig davon, ob eine private kleine Anlage oder ein gewerblich betriebener Windpark finanziert werden soll. Auch andere Banken geben Kredite. Allerdings sollten die Konditionen und vor allem die Zinssätze jeweils sorgfältig verglichen werden, insbesondere auch auf die Flexibilität der Tilgung und ähnliche Feinheiten. Antrag und Weiterleitung der Anträge an kfW und DtA erledigen die Hausbank, die auch die Sicherstellung der öffentlichen Mittel behandelt. Zusätzlich gibt es Landesprogramme, die zinsgünstige Kredite zur Förderung auftun. Allerdings sind diese Programme jeweils recht speziell.

Leasingmodelle sind teils recht kompliziert

Eine weitere Möglichkeit der Finanzierung liegt im Leasing: Auch das ist inzwischen bei Windenergieanlagen möglich. Die unterschiedlichen Möglichkeiten, die Leasingverträge bieten, sind aber nur schwer mit anderen Finanzierungsmodellen zu vergleichen, so dass insbesondere bei gemischten Finanzierungen das Leasing schnell zu kompliziert wird. Für gewerblich betriebene Anlagen ist der Aufwand, sich die unterschiedlichen Möglichkeiten anzusehen, noch gerechtfertigt. Wer aber nur eine kleine Anlage im Garten oder auf dem Dach für den Eigenbedarf betreiben will, wird diesen Aufwand verständlicherweise eher scheuen. Die Finanzierung der Kleinwindkraftanlage ist mit Eigenkapital, einem kleinen Kredit oder einem günstigen Förderkredit am ehesten umsetzbar.

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