Energieeinkauf am Spotmarkt: Unsicherheit zwingt zu neuen Beschaffungsstrategien

Pressebild: Stefan Arnold

ISPEX: Durch die generelle Marktentwicklung ist der ausschließliche Energieeinkauf am Spotmarkt keine sinnvolle Strategie mehr

(WK-intern) – Die Börsenpreise für Strom und Gas unterliegen seit einem Jahr wieder deutlich höheren Schwankungen als noch zuvor.

Insgesamt ist das Preisniveau gestiegen und die Unsicherheit über die weitere Preisentwicklung hält an.

Diese Entwicklungen machen die in der jüngeren Vergangenheit gerade von Einkaufsgemeinschaften angepriesene ausschließliche Beschaffung von Energie am Spotmarkt oft hinfällig und erfordern neue Beschaffungsstrategien. Zu diesem Ergebnis kommt das Energieberatungsunternehmen ISPEX in einer Analyse der Beschaffungspreise.

Stetig fallende Preise sind einer hohen Volatilität gewichen

Die Großhandelspreise für Strom kannten im Zeitraum zwischen April 2011 und Februar 2016 nur eine Richtung: abwärts. Die Preise bewegten sich dabei nur mäßig auf und ab und die Niveauunterschiede blieben überschaubar. Viele Unternehmen nutzten diese Marktphase dazu, ihre Beschaffungsstrategie auf einen Spotmarkteinkauf umzustellen und keine Preisfixierungen über Termingeschäfte mehr zu tätigen, um die fallenden Preise auszunutzen.

Im Jahr 2016 hat sich das Marktgeschehen aber grundlegend verändert. Ab dem Frühjahr 2016 war ein deutlicher Anstieg der Strompreise an der EEX zu verzeichnen. Zusätzlich nahm die Volatilität im Markt erheblich zu. Durch diese generelle Marktentwicklung ist der ausschließliche Einkauf am Spotmarkt keine sinnvolle Strategie mehr.

Die Preise am Terminmarkt schwankten 2016 zwischen und innerhalb der Monate erheblich. Beim Strom lag der Durchschnittspreis im Jahr 2016 für den Phelix Base 2017 im Februar noch bei 21,70 Euro pro Megawattstunde. Bis zum August schwankte der Preis dann zwischen 23,50 Euro und 26,50 Euro pro Megawattstunde. Danach stieg der Preis auf über 32 Euro pro Megawattstunde im November und sank im Dezember wieder auf etwas über 28 Euro.

Auch die Gaspreise sind volatiler als in der Vergangenheit

Auf dem Großhandelsmarkt für Gas ist ebenfalls einiges in Bewegung geraten. Auf dem Terminmarkt für Großhandelsprodukte durchlebten auch die Gaspreise 2016 ein stetes Auf und Ab. Insgesamt betrachtet stieg beim Gas das Preisniveau. So lag der mittlere Gaspreis (NCG) im Januar 2016 für das Jahr 2017 noch bei 14,85 Euro je Megawattstunde und sank im Mai auf den Jahrestiefstwert von 13,70 Euro. Im Folgemonat stieg der Preis wieder auf knapp 16,65 um gleich wieder unter 14 Euro zu fallen. Danach stieg der Preis kontinuierlich bis auf 17,06 Euro im November und schloss das Jahr bei 14,62 Euro ab. Der Jahresbeginn 2017 ist wieder von fallenden Preisen geprägt.

Einkaufsstrategien sollten der Marktentwicklung entsprechen

Der über mehrere Jahre zu beobachtende Trend fallender Marktpreise ist damit einer hohen Volatilität gewichen. Insofern müssen sich Einkäufer darauf einstellen, dass der Markt bei Strom und bei Gas in der kurzfristigeren Betrachtung aktuell keine klare Richtung mehr hat und eine Tendenz oft nicht unmittelbar abzuleiten ist.

„Wir haben in unserem monatlichen Energiemarkt-Kommentar wiederholt auf diese Schwankungen hingewiesen und zu einer angepassten Strategie geraten“, unterstreicht Energie-Experte Stefan Arnold von ISPEX. „Wer frühzeitig auf flexible Gas- und Stromlieferverträge umgestellt hat, konnte die Marktbewegungen dann ausnutzen“, so Arnold.

„Vor allem Großunternehmen begegneten in der Vergangenheit den Marktschwankungen und der damit einhergehenden Unsicherheit mit einer Einkaufsstrategie, die sich entlang den Börsenpreisen bewegte“, erläutert Stefan Arnold. Durch kontinuierliche Beobachtung der Preisbewegungen und anhand einer vorher festgelegten Strategie wird dabei sichergestellt, dass das Unternehmen nicht den gesamten Energiebedarf zu überhöhten Marktpreisen abschließt.

„Diese Strategie ist durch online-basierte Energiebeschaffungstools heute bereits für Unternehmen mit geringeren Verbräuchen verfügbar, sinnvoll einsetzbar und sollte zwingend als Option geprüft werden“, rät Arnold den Energieverantwortlichen in den Unternehmen.

PM: ISPEX

Pressebild: Stefan Arnold

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