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Herstellungskosten für Ökostrom aus deutschen Offshore-Windparks sinken drastisch

Offshore Transporte / Foto: HB

Am 1. April 2017 erfolgt die erste Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen nach dem neuen Windenergie-auf-See-Gesetz.

(WK-intern) – Experten von PwC schätzen, dass bei den Ausschreibungen 2017 und 2018 die Einspeisevergütung deutlich unter 10 Cent je Kilowattstunde sinken wird.

Die Installation größerer Windenergieanlagen führte zuletzt zu drastischen Kostendegressionen. Dieser Trend rechtfertigt ambitioniertere Ausbauziele der Regierung.

Das Vergütungsniveau für Ökostrom aus deutschen Offshore-Windparks wird in den kommenden Jahren deutlich sinken. Vor dem Hintergrund deutlicher Kostendegressionen bei den zuletzt installierten Windenergieanlagen auf See schätzen Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), dass die Einspeisevergütung bereits bei den im April 2017 und April 2018 anstehenden Ausschreibungen deutlich unter 10 Cent je Kilowattstunde (kWh) fallen wird. Angesichts der derzeit gezahlten Vergütung von bis zu 19,4 Cent je kWh (bei allerdings kürzerer Laufzeit) würde das einen enormen Rückgang darstellen.

„Die Zeiten, in denen bei Offshore-Projekten die Kosten explodierten, sind vorbei. Die zuletzt realisierten Windparks zeigen, dass sich solche Großprojekte inzwischen weitgehend plangemäß realisieren lassen“, sagt Heiko Stohlmeyer, Leiter des Bereichs Renewables bei PwC, zum Auftakt der 10. EUROFORUM-Konferenz Offshore Windparks in Hamburg (21.-22. März 2017).

Fortschritte rechtfertigen ambitioniertere Ausbauziele

Angesichts dieser erfreulichen Entwicklung stellt sich die Frage, ob die Politik ihre Offshore-Ziele nicht wieder nach oben korrigieren sollte. Ursprünglich hatten die Pläne der Bundesregierung bereits eine installierte Leistung von 10.000 MW bis 2020 bzw. 25.000 MW bis 2030 vorgesehen. Weil der Ausbau jedoch lange Zeit nur schleppend voranging, schraubte die Große Koalition die Zielwerte 2013 auf 6.500 MW bis 2020 bzw. 15.000 MW bis 2030 nach unten.

„Aufgrund der befürchteten Kostensteigerungen war die Entscheidung damals nachvollziehbar. Die in der Zwischenzeit erzielten Fortschritte rechtfertigen nun aber wieder deutlich ambitioniertere Ziele – zumal der Trend zur Kostendegression durch den Bau zusätzlicher Windparks weiter verstärkt würde.“

Heiko Stohlmeyer, Leiter des Bereichs Renewables bei PwC

Das gelte umso mehr vor dem Hintergrund des im November 2016 in Kraft getretenen Pariser Weltklimavertrags: „Der signifikante Ausbau der Offshore-Windenergie gehört zu den sinnvollsten Maßnahmen, um die deutschen Klimaziele zu erreichen.“

Einsatz größerer Windenergieanlagen führt zu deutlicher Kostenreduktion

Seit 2013 hat sich in Deutschland die installierte Leistung von Offshore-Windenergieanlagen von 500 MW auf rund 4.100 MW erhöht. Das unterstreicht, dass die Projekte mittlerweile technisch und wirtschaftlich solide umsetzbar sind, was nicht zuletzt auch zu sinkenden Risikomargen bei Bankenfinanzierungen und verbesserten Versicherungskonditionen geführt hat. Auch die erzielten Effizienzsteigerungen sind immens. So liegt die durchschnittliche Leistung aller Anlagen in deutschen Gewässern mit Netzeinspeisung bei 4,3 MW je Anlage. Bei den im Jahr 2016 zugebauten Anlagen beträgt sie bereits 5,2 MW je Anlage. Der Einsatz größerer Windenergieanlagen führt den PwC-Experten zufolge zu einer deutlichen Kostenreduktion je MW installierter Leistung. Dieser Trend wird sich fortsetzen: Projekte mit bis zu 8 MW je Anlage sind bereits in Planung und Turbinen mit einer Leistung von mehr als 10 MW in der Entwicklung.

Anderswo in Europa ist man bereits bei 5 Cent je Kilowattstunde

Die Aussicht auf ein signifikant niedrigeres Vergütungsniveau stützt sich auch auf Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern. So erhielt Weltmarktführer Dong Energy im Sommer 2016 mit einem Angebotspreis von 7,27 Cent je kWh den Zuschlag für die beiden auf 15 Jahre angelegten Projekte „Borssele 1“ und „Borssele 2“ in den Niederlanden. Anfang Dezember erfolgte dann die Vergabe von Borssele 3 und 4 an ein aus den Unternehmen Shell, Van Oord, Eneco sowie Mitsubishi/DGE bestehendes Konsortium, mit einer Vergütung von nur noch 5,45 Cent je kWh. Eine ähnliche Tendenz zeigte sich auch bei drei Ausschreibungen in Dänemark, die allesamt der Energieversorger Vattenfall gewann. So wurde der Zuschlag für den 600 MW-Park Kriegers Flak Anfang November 2016 für unter 5,00 Cent je kWh vergeben. „Diese Beispiele zeigen, in welche Richtung es geht – auch wenn sich die Kostenstrukturen natürlich von Projekt zu Projekt unterscheiden“, so Stohlmeyer.

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 223.000 Mitarbeiter in 157 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.
Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

PM: PwC

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