EU-Parlament stimmt gegen Ölbohrungen in der Arktis

Die umstrittene Erdölplattform im Naturerbe Wattenmeer / Foto: HB

Greenpeace fordert Einwirken der Republik Österreich auf Arktis-Pläne der OMV

(WK-intern) – Straßburg/Wien – Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution gegen Ölbohrungen in Teilen der Arktis beschlossen.

Darin werden EU-Staaten aufgefordert, sich gegen Bohrungen in dieser Region einzusetzen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt diesen Schritt und fordert die österreichische Regierung auf zu handeln. Denn diese ist mit 31,5 Prozent der größte Investor des Mineralölkonzerns OMV, der in der Arktis mehrere Ölbohrlizenzen hält.

„Das Europäische Parlament ebnet mit der heutigen Resolution den Weg für eine Arktis ohne Ölbohrungen. Jetzt müssen die Nationalstaaten und somit auch Österreich endlich handeln, damit Ölförderungen in der Arktis gänzlich der Vergangenheit angehören“, sagt Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher bei Greenpeace in Österreich. Konkret fordert das Europäische Parlament die EU-Mitgliedstaaten auf, sich für ein Verbot von Ölförderungen in eisigen arktischen EU-Gewässern und im Europäischen Wirtschaftsraum der Arktis einzusetzen.

Dieser Beschluss betrifft auch die Tätigkeiten der OMV in der norwegischen Arktis. Der Konzern hält mit dem Tochterunternehmen OMV Norge AS als Hauptbetreiber insgesamt zwei Lizenzgebiete in der Region. 2016 führte die OMV mitten im arktischen Winter Probebohrungen in einer dieser Lizenzgebiete durch. Kälte und extreme Stürme mit bis zu fünf Meter hohen Wellen stehen im arktischen Winter immer wieder auf der Tagesordnung. Die OMV ist ebenso Partner von insgesamt sieben weiteren Lizenzgebieten in der Arktis.

„Als größter Eigentumsvertreter trägt die Republik Österreich ganz klar Verantwortung für die OMV. Daher liegt es jetzt an der Republik, der Empfehlung des Europäischen Parlaments nachzukommen und sich um eine Neuausrichtung der Konzernstrategie zu bemühen“, so Pawloff. Konkreten Handlungsbedarf sieht Greenpeace bei Finanzminister Hans Jörg Schelling. Denn die Republik wird als Investor der OMV durch die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) vertreten. Diese fällt wiederum in die Zuständigkeit des Finanzministeriums. „Die OMV gefährdet mit ihren Arktis-Plänen ein sensibles Ökosystem. Finanzminister Schelling muss dazu beitragen, dass die Arktis für die OMV zu einem No-Go Gebiet wird“, fordert Pawloff abschließend.

PM: Greenpeace

Die umstrittene Erdölplattform im Naturerbe Wattenmeer / Foto: HB

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