Konkurrenzlos günstigem Windstrom droht die Stilllegung

Bundesnetzagentur erlässt Verordnung zum Netzausbaugebiet / Foto: HB

Die Energiewende könnte sich unnötig um Milliarden verteuern, wenn 2021 die Förderung für Tausende alte Windenergieanlagen wegfällt.

(WK-intern) – Günstiger Windstrom wird durch fehlende Anschlusslösungen und Überkapazitäten bei der Kohleverstromung verhindert.

Allein in NRW wären Hunderte Anlagen betroffen.

Der 1. Januar 2021 scheint noch in weiter Ferne, aber für die Energiewende hat das Datum schon heute hohe Brisanz. An diesem Tag fallen Tausende alte Windräder aus der dann ablaufenden 20-jährigen Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese alten Windmühlen könnten den dringend benötigten Ökostrom zu konkurrenzlos günstigen Kosten produzieren. Die Börsenstrompreise werden aller Voraussicht nach jedoch weiterhin nicht das Niveau erreichen, dass zur Deckung dieser niedrigen Kosten ausreicht. Grund dafür ist eine fehlende wirksame CO2-Bepreisung und Überkapazitäten bei der klimaschädlichen Kohleverstromung. In der Folge bliebe günstiger und sauberer Windstrom im Wert von mehreren Milliarden Euro ungenutzt. Die Windbranche fordert daher eine Anschlussregelung, um diesen volkswirtschaftlichen Schaden zu verhindern.

„Alte Windenergieanlagen produzieren klimafreundlichen Grünstrom zu Discounterpreisen. Diese Anlagen sind bereits durch den Stromkunden abbezahlt und stellen einen großen volkswirtschaftlichen Wert dar, der ohne eine wirkungsvolle Anschlussregelung vernichtet würde. Sofern die Bundesregierung nicht gewillt ist, durch einen fairen CO2-Mindestpreis die Börsenstrompreise auf ein angemessenes Kostenniveau zu heben, braucht es dringend Regelungen, die den Weiterbetrieb dieser Anlagen nach 2021 ermöglich“, sagte Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW.

Als mögliche Anschlussregelung schlägt der LEE NRW vor, dass den Altanlagen beispielsweise die Vermarktung des Stroms erleichtert wird – denkbar wäre eine Reduktion der EEG-Umlage. Eine neue direkte Förderung im Sinne des EEG würde so vermieden. Wichtig sei eine zeitnahe Lösung, denn schon heute stünden Betreiber vor wichtigen Fragen und Investitionsentscheidungen im Zusammenhang mit einem möglichen Weiterbetrieb ihrer Windenergieanlagen.

Hintergrund der aufgekommenen Diskussion ist ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten der Deutschen Windguard GmbH im Auftrag der Naturstrom AG und der Deutschen Umwelthilfe. Gemäß dem Gutachten fallen Ende 2020 deutschlandweit rund 6.000 Windenergieanlagen aus dem EEG. Bis zum Jahr 2026 kommen bundesweit durchschnittlich rund 1.600 weitere Anlagen pro Jahr in die gleiche Situation. Etwa ein Zehntel dieser Windräder steht in Nordrhein-Westfalen.

Hier finden Sie die Studie zum Download

PM: LEE NRW

Konkurrenzlos günstigem Windstrom droht die Stilllegung / Foto: HB

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