Studie: Klimagefahren durch Emissionen des Flugverkehrs ist mit dem Schutz der Bevölkerung nicht vereinbar

Urheber: GLOBAL 2000; Notice: Martin Aschauer

Kosten ungebremster Klimakrise übersteigen wirtschaftlichen Nutzen von Flugverkehrswachstum

(WK-intern) – Ein grenzenloses Wachstum der Emissionen des Flugverkehrs ist mit dem Schutz der Bevölkerung vor Klimagefahren nicht vereinbar.

Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht die Kritik seitens WirtschaftsvertreterInnen, die Konjunktureffekte in Folge des Baus der dritten Piste am Flughafen in Wien-Schwechat erwarten, als zu einseitig an.

Auch die Klimaschäden in Folge höherer Emissionen müssen berücksichtigt werden: „Die Folgen einer unkontrollierbaren Klimakrise übersteigen den Nutzen kurzsichtiger Wachstumsaussichten bei weitem. Die zu erwartenden Klimaschäden müssen in die Rechnung mit einbezogen werden, sonst stimmt das Gesamtbild nicht“, erklärt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000. Nach den Unterlagen im Gerichtsurteil würden sich bei ungebremstem Wachstum und mit dem Bau der dritten Piste die Treibhausgasemissionen des Flughafens Wien Schwechat bis 2025 mehr als verdoppeln. Eine Abwägung mit den zu erwartenden Schäden für die österreichische Bevölkerung ist daher jedenfalls erforderlich.

Die Studie COIN (Cost of Inaction)* hat die wirtschaftlichen Klimafolgen einer globalen Erwärmung von 2 °C für Österreich erstmals untersucht. Angesichts zu schwacher Klimaschutzbemühungen ist der hinterlegte Erwärmungstrend derzeit sogar als sehr konservativ einzustufen. Trotzdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass im schlechtesten Fall zusätzliche jährliche Schäden von 8,8 Mrd. Euro auf Österreich zukommen, das mittlere Schadensszenario beträgt 4,2 bis 5,2 Mrd. Euro an zusätzlichen jährlichen Schäden. Bereits heute betragen die Schäden durch Klimaereignisse etwa eine Milliarde Euro pro Jahr. Bewertet wurden dabei nur Klimafolgen, die mit heutigem Wissensstand auch ökonomisch erfasst werden können, wie Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, Umsatzrückgänge im Wintertourismus oder Schäden durch zunehmende Hochwasser. Es geht aber auch um Menschenleben. Durch heftigere Hitzewellen werden dann vor allem unter der älteren Bevölkerung jährlich zusätzliche 1.000 Todesfälle erwartet, in extremen Jahren könnte dieser Wert aber auch auf 6.000 bis 9.000 Todesfälle steigen.1)

„Den Kopf länger in den Sand zu stecken, bringt nichts. Zum Schutz der österreichischen Bevölkerung vor Klimagefahren dürfen die Belastungsgrenzen nicht gedankenlos überschritten werden. Es ist absolut notwendig, dass wir unsere Wirtschaft nachhaltig ausrichten, damit Arbeitsplätze schaffen und vielversprechende Entwicklungspotenziale nutzen. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung sollten solche Konzepte jetzt ausarbeiten und auf den Tisch legen“, betont Wahlmüller abschließend.

* Karl Steininger et al (2015): COIN Cost of Inaction. http://coin.ccca.at/node/70
1)Vgl. COIN; 2015

PM: Global 2000

Bild: Urheber: GLOBAL 2000; Notice: Martin Aschauer

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