Bundeswirtschaftsministerin Zypries über den Netzausbau und geplante Einführung eines Mieterstrommodells

Pressebild: Ministerin Zypries / Foto: Maurice Weiss

Zypries: “Der Mieterstrom kommt”

(WK-intern) – Die Bundeswirtschaftsministerin über die Dringlichkeit des Netzausbaus sowie die geplante Einführung eines Mieterstrommodells.

“Wir brauchen einen Schub bei der Genehmigung von Netzvorhaben”, forderte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries bei ihrer Festrede zum Neujahrsempfang des Bundesverbands Erneuerbare Energie am vergangenen Donnerstag in Berlin.

“Wir freuen uns auf der einen Seite über den Ausbau [der erneuerbaren Energien], auf der anderen Seite erfüllt er uns mit Sorge, weil der Netzausbau eben nicht mit derselben Geschwindigkeit vorankommt.” Es ergebe keinen Sinn, Strom zu produzieren, der nicht bis zum Verbraucher transportiert werden kann.

“Die einzige nachhaltige Antwort ist ein beschleunigter Netzausbau”, so Zypries. Bis 2025 müssten die großen Gleichstromtrassen, die den Strom vom Norden in den Süden transportieren, gebaut sein. Für diese Verfahren sei der Bund zuständig und die Bundesregierung tue alles, um sie zügig voranzubringen. Mit dem Vorrang für Erdkabel sei ein Durchbruch erzielt worden. Bis zur Fertigstellung der Trassen entscheide aber der Ausbau im sogenannten Startnetz, wie viel Strom transportiert werden könne. Für diese Vorhaben sind größtenteils die Länder zuständig.
Mieterstrom: Gesetz soll noch in dieser Periode verabschiedet werden

Brigitte Zypries kündigte in ihrer Rede außerdem einen Gesetzentwurf zum sogenannten Mieterstrom an: “Wir wollen, dass künftig auch Mieter am Ausbau der Erneuerbaren beteiligt werden.” Die Koalitionsfraktionen hätten sich auf Eckpunkte für ein Mieterstrommodell geeinigt. Es soll noch in dieser Legislaturperiode vom Bundestag verabschiedet werden.

Als Mieterstrom wird Strom bezeichnet, der von einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Wohngebäudes erzeugt und an die Mieter dieses Gebäudes geliefert wird. Anders als beim Strombezug aus dem Netz entfallen Netzentgelte, netzseitige Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgaben. Die EEG-Umlage muss jedoch gezahlt werden. Der von den Mietern nicht verbrauchte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet. Derzeit ist Mieterstrom in der Regel nicht wirtschaftlich, weil zusätzlicher Aufwand für Abrechnung, Vertrieb und Messwesen entsteht. Eine verbesserte Förderung soll das ändern, um Mieter und Vermieter stärker an der Energiewende zu beteiligen.

PM: BMWi

Pressebild: Ministerin Zypries / Foto: Maurice Weiss

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