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Schweizer Volk will den geordneten Ausstieg aus der Kernenergie

Schweiz / Foto: HB

Das Schweizer Stimmvolk hat heute an der Urne klar gegen den überstürzten Ausstieg aus der Kernenergie votiert.

(WK-intern) – Dieser umsichtige Entscheid zeigt, dass die Schweiz Versorgungssicherheit und einen geordneten Ausstieg aus der Kernenergie höher gewichtet als überstürzte Abschaltpläne und vermehrten Import von deutschem Kohlestrom.

Das Stimmvolk hat erkannt, dass ein geordneter Übergang Zeit braucht.

Mit dem Nein zur Atomausstiegsinitiative spricht sich die Mehrheit der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für den von Vernunft geprägten Weg aus, wie er vom Bundesrat mit der Energiestrategie 2050 vorgezeichnet ist. Die Schweizer Kernkraftwerke können so lange ihren wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Schweiz leisten, wie der Betrieb sicherheitstechnisch gewährleistet ist. Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) begrüsst dieses Abstimmungsresultat. Denn es sorgt dafür, dass der Umbau des Energiesystems geregelt ablaufen kann.

«Mit dem Nein zur AAI haben sich das Schweizer Stimmvolk und die Stände zu einem geordneten und planbaren Ausstieg aus der Kernenergie entschieden», sagt VSE-Direktor Michael Frank. «Die überhastete Abschaltung von drei Kernkraftwerken bereits 2017 wäre für unser Energiesystem organisatorisch, versorgungstechnisch und finanziell zur Belastung geworden.» Es sei richtig, dass man die Laufzeit der Kernkraftwerke aus sicherheitstechnischen Aspekten betrachte. «Wären die Werke aus rein politischen Überlegungen verfrüht vom Netz genommen worden, hätte man die Lücke mit vermehrten Importen von klimaschädlichen Kohlestrom aus Deutschland kompensieren müssen», so Frank. Das Nein zur AAI erlaube der Branche, den bereits beschlossenen Ausstieg strukturiert anzugehen – und Erneuerbare erfolgreich ins Gesamtsystem zu integrieren.

«Entscheidend für den VSE ist stets die Sicht auf Energie als Gesamtsystem gewesen – statt einer einseitigen Fokussierung auf die Produktion», unterstreicht der VSE-Direktor. Der Umbau hin zu einem völlig erneuerbaren Energiesystem gelinge nur, wenn Stromproduktion, -Übertragung und -Speicherung im Gleichgewicht seien, so Frank. Gerade angesichts von immer mehr dezentralen Erzeugern gelte es nun, die Stromnetze für die Zukunft fit zu machen. «Leistungsfähige und zuverlässige Netze sind für die Energiezukunft fundamental», so Frank. «Der VSE begrüsst und unterstützt darum die Strategie Stromnetze, die in der Wintersession im Ständerat beraten wird. Er sieht aber noch weiteren Optimierungsbedarf. Konkret erfordern Netzbauprojekte straffere Bewilligungsverfahren, Dienstbarkeiten sollen rascher und pragmatisch erneuert werden können.» Dem Bund komme überdies eine aktive Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit zu, um an breiter Front Akzeptanz für den Um- und Ausbau der Netzinfrastruktur zu schaffen.

«Eine Situation wie in Deutschland, wo die Netze nicht für den Transport von Windstrom aus dem Norden in den verbrauchsstarken Süden bereit sind, gilt es in der Schweiz unbedingt zu vermeiden», sagt der VSE-Direktor. Die Strategie Stromnetze ziele in diese Richtung. Sie schaffe damit mehr Planungs- und Rechtssicherheit – und ermögliche dringend nötige Investitionen.

PM: Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen

Schweiz / Foto: HB

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