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Neue Märkte für Energiewende Made in Schleswig-Holstein

Pressebild

Habeck und Messe Husum WIND setzen auf den aufstrebenden Windmarkt Indien I Entwicklung des US-Windmarkts nach Trump-Wahl unsicher

(WK-intern) – Der US-Windmarkt, weltweit zweitwichtigster Windmarkt nach China, sieht unter dem neuen Präsidenten Donald Trump einer ungewissen Entwicklung entgegen.

HUSUM | Kiel – Laut seiner energiepolitischen Agenda verfolgt der Republikaner eine Stärkung der fossilen Energien, Investitionen im Pipelinebau und die Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens. Die konkrete Entwicklung bleibt abzuwarten.

Für Deutschland, weiterhin Europas wichtigster Windmarkt, werden vor diesem Hintergrund die Märkte in aufstrebenden Schwellenländern zukünftig umso wichtiger. Robert Habeck, Energiewende-Minister des Vorreiterlandes Schleswig-Holstein, und die nationale Branchenmesse Husum WIND haben dieses Potenzial frühzeitig erkannt und setzen auf die wachsende Windmacht Indien. Vom 16. bis 20. Oktober führte Habeck auf Initiative der Messe eine Handelsdelegation in die windstärkste Region Tamil Nadu und zur Solarmesse Intersolar India in Mumbai. «Die Energiewende kann kein spezifisch deutsches Projekt sein – nur, wenn sie auch in anderen Regionen stattfindet, können wir den Klimawandel bekämpfen. Die Energiewende ist zugleich eine Chance für aufstrebende Windmärkte, die von den Erfahrungen der deutschen Windbranche profitieren können. Energiewende Made in Schleswig-Holstein kann für Indien beispielgebend sein und zeigen, wie ein Land seine Energieinfrastruktur revolutioniert», so Habeck.

Der indische Windmarkt boomt: Die Regierung Indiens investiert in Windkraft als wichtigen Wirtschaftsfaktor mit einem geplanten Zubau von 30 GW bis 2022. Das ambitionierte Schwellenland liegt hinsichtlich installierter Windkraftleistung mittlerweile global auf Platz vier hinter Deutschland und hat das europäische Windland Nummer zwei, Spanien, überholt. Diese Entwicklung hat die Messe Husum frühzeitig genutzt und mit der HUSUM Wind die erste deutsche Windplattform auf Indiens größter Solarmesse Intersolar India etabliert. Messechef Peter Becker erläutert: «Technologie und Know-how aus Deutschland stoßen in Indien auf große Nachfrage. Für deutsche Unternehmen bieten sich über die HUSUM Wind India interessante Einstiegschancen in den Markt.»

Mit der Delegation unter Habecks Führung ermöglichte die Messe deutschen Branchenakteuren, darunter die ARGE Netz GmbH & Co. KG und die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH), wichtige Kontakte zu knüpfen und bot ihnen Vernetzungsmöglichkeiten mit Politik sowie Key-Playern der indischen Windwirtschaft. Auf dem Programm standen Unternehmensbesuche, Zusammenkünfte mit Indiens Marktführern aus dem Erneuerbare-Energien-Sektor und Ministerialtreffen in den Regionen Tamil Nadu und Maharashtra.

Die Bilanz der Delegierten fiel durchweg positiv aus: Die Delegation und der HUSUM Wind Pavillon wurden als voller Erfolg gewertet. In nur wenigen Tagen führten die Teilnehmer intensive Gespräche mit den wichtigsten Stakeholdern zum Thema Energiewende, knüpften aussichtsreiche Geschäftskontakte und vereinbarten zukünftig engere Kooperationen mit den indischen Windenergieverbänden sowie dem National Institute of Wind Energy (NIWE).

Delegationsstimmen:

Dr. Robert Habeck, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume

«In Indien konnten wir sehen, wie wichtig es ist, dass die Erneuerbaren Energien für die Zukunft der Energieversorgung stehen. Die Pläne Indiens zum Ausbau der Wind- und Solarenergie, auch in der Region Tamil Nadu, machen Mut für einen ernstgemeinten globalen Klimaschutz. Dazu hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet – auch die USA. Wie sich dort Klimaschutz unter einem Präsidenten Trump, der den Klimawandel leugnet, entwickelt, ist schwer abzusehen. Umso wichtiger ist, dass wir gemeinsam mit den anderen Staaten den Klimaschutz vorantreiben. Ich freue mich, dass wir in Indien erste Projekte und Kooperationsvereinbarungen zwischen schleswig-holsteinischen und indischen Akteuren auf den Weg bringen konnten.»

Peter Becker, Geschäftsführer Messe Husum und Congress GmbH

«Angesichts des dynamischen Wachstums der indischen Wind- und Solarbranche sind viele Unternehmen in Indien branchenübergreifend tätig und suchen Produkte, Lösungen und Services für Windkraft- und Solaranlagen. Das bietet deutschen Unternehmen, die den indischen Markt erschließen wollen, aussichtsreiche Anknüpfungspunkte. Die Messe Husum versteht sich als Mittler in einem Markt, der regional organisiert ist und größtenteils nach anderen Regeln als in Europa funktioniert. Wir bieten den Unternehmen ein Türöffner-Programm an, sodass sich diese vor Ort auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.»

Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer ARGE Netz GmbH & Co. KG

«Indien ist ein dynamisches Wachstumsland und einer der ausländischen Kernmärkte Schleswig-Holsteins. Allerdings setzt Indien insgesamt noch zu sehr auf Kohle- und Atomenergie, der Sektor der erneuerbaren Energien ist weiter ausbaufähig. Indien braucht aber auch und zuerst Unterstützung bei der Wasserversorgung und der Entsorgung. Diese Reise führte Unternehmen und Politik in nur wenigen Tagen in zwei zentrale Wachstumsregionen Indiens. Dabei waren intensive Gespräche mit Ministerien und Unternehmen zum Thema Energiepolitik möglich.
Indien ist nur zehn Flugstunden von Deutschland entfernt, es bestehen ausgeprägte Unterstützungsstrukturen und ein konkreter Markt für Technologie und Know-how aus Schleswig-Holstein. Netzbetreiber und Märkte können mit Hilfe der erneuerbaren Kraftwerkstechnologie der ARGE Netz Echtzeitdaten aus den Anlagen erhalten. Denn insbesondere erneuerbare Hybridsysteme aus Wind-, Solar- und Biomassetechnologie sind effizient. Hier konnten sowohl mit dem indischen Nationalen Windenergieinstitut (NIWE) als auch mit Unternehmen des indischen Windindustrieverbands wegweisende Gespräche geführt werden.»

Martin Kopp, Projektleitung, EE.SH

«Indien ist ein extremes Land für europäische Verhältnisse und daher nicht für jeden Unternehmertypen geeignet. Für Expertise “Made in Germany” besteht jedoch Nachfrage und eine hohe Wertschätzung, besonders in den Bereichen Projektentwicklung, Beratung, Forschung – und Entwicklung sowie Aus- und Weiterbildung. Als Ergebnis der Delegation haben wir Kooperationsanfragen des National Institute of Wind Energy erhalten. Und im Bereich Ausbildung sondieren wir jetzt, wie die Zusammenarbeit von EE.SH. Anbietern aus Schleswig-Holstein und indischen Partnern ausgebaut werden kann. Außerdem suchen wir Expteren für das Thema “Grid-Codes” und Testinfrastruktur. Auf der Husum Wind 2017 wollen wir dann eine Folgeveranstaltung organisieren.»

Robert Rudolf, Hochschule Flensburg

«Wir haben im Rahmen der Delegation und auf der Messe neue Kontakte zu drei der vier wichtigsten Windkraftanlagenhersteller geknüpft und mehrere potenzielle akademische Partner gefunden. NIWE könnte ebenfalls ein wichtiger Forschungspartner werden, besonders angesichts deren Kompetenz im IT-Bereich.»

Bildhinweise ©MHC/Williamson

Delegation HUSUM Wind India_Gruppenbild: von links: Vertreter von NIWE (National Institute of Wind Energy), Gotje Doll, Rina Bohle Zeller (Vestas), Dr. Dietrich Kebschull (Igep), Dr. S. Gomathinayagam (Niwe), Dr. Martin Grundmann (ARGE Netz), Dr. Robert Habeck (Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume), Klaus Loesmann (Offtec), Peter Becker (Messe Husum & Congress), Johannes Lange (Windhunter), Jan Luttuschka (Luttuschka), Martin Kopp (EE.SH), Joschka Knuth (Referent des Ministers), Robert Rudolf (FH Flensburg), Sukrit Sharma (Igep) vor dem Gebäude des NIWE Chennai

PM: Messe Husum & Congress

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