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Digitalisierung verändert das Bildungsmanagement in deutschen Unternehmen

Im Zuge der Digitalisierung verändern sich nicht nur Geschäftskontexte, Geschäftsmodelle und Arbeitsprozesse, sondern auch das Lernen im betrieblichen Kontext, das Anpassen von individuellen Kompetenzen sowie das Arbeitsverhalten und die jeweiligen Stellenanforderungen.

(WK-intern) – Das bringt fundamentale Auswirkungen auf das Bildungsmanagement mit sich.

Lernen war noch nie so offen und für alle zugänglich – es kann mit geringem Aufwand und unabhängig von Status, Ort und Zeit stattfinden.

Der Schwerpunkt beim Lernen ist dabei anstatt auf klassischen Wissensaufbau immer mehr auf Handlungsfähigkeit und Kompetenzentwicklung ausgelegt. In der komplexen, digitalen Arbeitswelt werden die Themen Selbstmanagement von Arbeitsaufgaben, aber auch Selbstmanagement von Lernaktivitäten immer bedeutsamer. Angesichts dieser aktuellen Situation muss das betriebliche Bildungsmanagement neugestaltet werden.

Zum einen müssen Unternehmen die Prozesse effizienter und innovativer gestalten, zum anderen soll das betriebliche Bildungsmanagement einen stärkeren strategischen Beitrag leisten. Bestenfalls unterstützt es die zukünftigen Geschäftsstrategien proaktiv und trägt zur Bewältigung aktueller und künftiger Herausforderungen bei. Die Kernaufgaben des betrieblichen Bildungsmanagements bleiben bestehen, beispielsweise die aktive und strategische Konzeption von Corporate Learning, die Gestaltung von lernförderlichen Arbeitskontexten und Lernmaterialien oder -tools sowie den operativen Abläufen. Neu hinzu kommen jedoch Aspekte wie die Einbeziehung frei verfügbarer Lernmittel, die Berücksichtigung des neuen Suchverhaltens der Lernenden zur Ermöglichung der Just-In-Time-Deckung des Lernbedarfs oder der gestiegene Beratungsbedarf für eine bessere Orientierung angesichts der Vielzahl von Lernmöglichkeiten. Hinzu kommt die steigende Notwendigkeit, den Erfolg der Bildungsaktivitäten im Sinne von eine „Return-on-Education“ zu kontrollieren.
Diese Tendenz ist auch bei den Bewerbungen für den Deutschen Bildungspreis erkennbar. Die Bewerbungen der letzten Jahre zeigen die zunehmende Erhöhung der strategischen Relevanz des Bildungsmanagements in den Unternehmen. Gleichzeitig werden digitale Tools und Medien bewusster und häufiger genutzt. Bei einem Großteil der Einreichungen in der Kategorie Innovationspreis des Deutschen Bildungspreises 2017 sind neue Lernmedien und -formate involviert. Schwerpunktthemen sind dabei unter anderem selbstgesteuertes Lernen, E-Learning, Blended-Learning sowie Lernen mit Apps auf mobilen Geräten.

Als Reaktion auf diese Auswirkungen haben sich auch neue Forschungsprojekte im Rahmen vom Bildungsmanagement ergeben: Die TÜV SÜD Akademie entwickelt im Verbundprojekt KM³ (Modulares Kompetenzmanagement; Förderkennzeichen: 01FK13054) ein Kompetenzmanagementsystem zum nachhaltigen Kompetenzerwerb in der betrieblichen Praxis. Im Projekt werden individuelle Kompetenzen und Entwicklungspfade systematisch erfasst und mit den Unternehmenszielen verzahnt. Zusätzlich erfolgt dabei die systematische Auswahl von individuellen Lernformaten, Lernmedien sowie Weiterbildungsangeboten. In einem weiteren Forschungsprojekt unterstützt Christiani, Weiterbildungsanbieter für technisches Personal, das Kompetenzmanagement in Produktionsunternehmen. Damit ermöglicht Christiani ein zielorientiertes, situatives und selbstgesteuertes Lernen der eigenen Beschäftigten ohne Unterbrechung der Arbeitstätigkeiten. Der 15-monatige Lehrgang bereitet auf die IHK-Prüfung zum „Geprüften Prozessmanager“ vor. Die Lernmedien werden ausschließlich über ein Tablet genutzt.

PM: TÜV SÜD Akademie

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