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Meldepflichtiges Ereignis im KKW Brunsbüttel: Leckage an einer Abwasserleitung

Eins von mehr als 200 beschädigten Atommüllfässern im Zwischenlager von Vattenfall / Pressebild 2012

Im abgeschalteten Kernkraftwerk Brunsbüttel wurde in der vergangenen Woche bei einer Wiederkehrenden Prüfung eine Leckage an einer Abgabeleitung des Abwasseraufbereitungssystems festgestellt.

(WK-intern) – Das ausgetretene Wasser wurde vom sog. Gebäudesumpf des Maschinenhauses aufgenommen.

BRUNSBÜTTEL/KIEL – Bei Beprobungen ließen sich keinerlei radioaktive Kontaminationen feststellen.

Der Leckageschaden befindet sich im Bereich einer Schweißnaht. Die Betreibergesellschaft dichtete das entstandene Loch provisorisch mit einer Schelle ab. Als Schadensursache wird Korrosion vermutet. Der betroffene Rohrleitungsabschnitt soll ausgetauscht werden. Das teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) in Kiel mit.

Die Betreibergesellschaft hat die Leckage dem Energiewendeministerium gestern (9. November) als Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N gemeldet.

Das Energiewendeministerium hat die Ursachenklärung und die sicherheitstechnische Bewertung im Hinblick auf Abhilfemaßnahmen und Übertragbarkeit auf andere Rohrleitungsbereiche aufgenommen und Sachverständige zugezogen. Die Behörde wird auch prüfen, ob das gegenwärtige Konzept der Wiederkehrenden Prüfungen in Anbetracht des Ereignisses möglicherweise geändert werden muss, damit entsprechende Schwachstellen in Zukunft erkannt werden, bevor es zu einer Leckage kommt.

Hintergrund:
Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ist seit 2007 dauerhaft abgeschaltet und befindet sich im Nachbetrieb. Stilllegung und Abbau werden vorbereitet.
Derzeit befinden sich noch hochaktive Brennelemente im Reaktordruckbehälter. Die Kühlung dieser Brennelemente muss auch nach Beendigung des Leistungsbetriebs ständig gewährleistet sein.
Orientiert an der sicherheitstechnischen Bedeutung und Eilbedürftigkeit von Abhilfemaßnahmen werden Meldepflichtige Ereignisse in Deutschland in drei Kategorien eingeteilt: Normalmeldung (N) = Meldefrist fünf Arbeitstage, Eilmeldung (E) = Meldefrist 24 Stunden und Sofortmeldung (S). Die Betreibergesellschaft hat das Ereignis anhand einer Normalmeldung (N) bekannt gegeben.

PM: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, S-H

Eins von mehr als 200 beschädigten Atommüllfässern im Zwischenlager Brunsbüttel von Vattenfall / Pressebild von 2012 / … jetzt gammeln schon die Rohrleitungen

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