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Werften, Offshore, Digitalisierung: 7. Zukunftskonferenz der Maritimen Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns

Offshore-Industrie - Haben Offshore-Windparks eine Zukunft? / Foto: HB

Die Maritime Wirtschaft bewegt sich

(WK-intern) – Klare Anforderungen an optimierte Infrastruktur

Weht der Wind der Veränderung oder nur ein laues Lüftchen? Im Kern war dies das Thema bei der 7. Zukunftskonferenz der Maritimen Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Über 200 Teilnehmer waren gestern und heute zum traditionellen Branchen-Event nach Rostock-Warnemünde gekommen. Die eindeutige Botschaft: Es bewegt sich was in der maritimen Wirtschaft.

Die sichtbarsten Anzeichen für Bewegung: Neben dem Engagement der großen deutschen familiengeführten Schiffbaugruppen Meyer und Lürssen geben die Aktivitäten der malaiischen Genting-Gruppe in Wismar, Rostock und Stralsund Aufwind für Umstrukturierungen und bieten zahlreichen Fachkräften und Zulieferfirmen Perspektiven.

Während der vergangenen Jahre hat es die maritime Branche hierzulande verstanden zu diversifizieren, statt zurück-, nach vorne zu schauen. Sie hat ihre Kompetenzen im Offshore-Bereich ausgebaut. Hier gilt es, diese innovativen Leistungen in dauerhafte Wertschöpfung umzuwandeln: „Wie jeder weiß, wo das Silicon Valley liegt, sollte unser Land auch zum Synonym für gebündelte Offshore-Kompetenz werden“, sagt Claus Ruhe Madsen, Präsident der IHK zu Rostock, bei der Konferenz. „Mecklenburg-Vorpommern ist für Urlaub und Erholung bekannt. Unsere Region kann aber auch Technologie und Innovation.“

Wichtig für bahnbrechende Entwicklungen ist eine starke wissenschaftliche Basis im Land, das Silicon Valley hat es vorgemacht. Angewandte Forschung wie beispielsweise ein ab 2017 eigenständiges Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik in Rostock wird den Standort für Innovation und Wissenstransfer stärken. Deutlich wurde bei der Konferenz auch: Die Branche hat während der vergangenen Jahre Veränderungsbereitschaft bewiesen und den Zukunftskurs eingeschlagen. Sie wird aber nicht alle Herausforderungen allein bewältigen können. Daher stellt sie klare Anforderungen an die Politik: Die maritime Logistikwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern braucht punktuell eine bessere Infrastruktur. Das von der Bundesregierung Ende Januar verabschiedete Nationale Hafenkonzept ist rasch umzusetzen. Zudem müssen die Vertiefungen der seewärtigen Zufahrten der Häfen in Rostock und Wismar zeitnah erfolgen. Um die Solltiefen für die Schifffahrt durchgängig zu erhalten, sind regelmäßige Unterhaltungsbaggerungen erforderlich. Angesichts steigender Umweltanforderungen ist mehr Einsatz für weltweit geltende Umweltstandards im Rahmen der IMO (International Maritime Organization) nötig.

Eine wettbewerbsfähige Industrie wird künftig nur mit Digitalisierung der Produktionsabläufe und der Liefer- und Kundenbeziehungen möglich sein. Menschen, Maschinen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren in der Industrie 4.0 direkt miteinander. Dafür braucht das Land eine industrielle Digitalisierungsstrategie und Industrie- und Hafenstandorte sowie Logistikzentren müssen mit Breitband-Datenverbindungen auf Glasfaserbasis vernetzt werden.

Schirmherr der Zukunftskonferenz war der maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer. „Der globale Konkurrenzdruck ist groß“, so Beckmeyer. Das gelte für die Branche insgesamt. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen reagieren – mit niedrigeren Kosten, kürzeren Durchlaufzeiten in der Fertigung – aber gleichbleibend hoher Qualität und Termintreue. Vor diesem Hintergrund erarbeitet die Bundesregierung die ‚Maritime Agenda 2025‘, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche in zentralen Handlungsfeldern zu stärken.“

„In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die maritime Industrie mit ihren ca. 280 Unternehmen und insgesamt ca. 10.000 Beschäftigten einen besonderen Stellenwert ein. Das verdeutlichen eindrucksvoll die folgenden Fakten: Zum Schiff- und Bootsbau in Mecklenburg-Vorpommern zählen etwa 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. Zu den sechs großen Werftstandorten gehören die neue MV Werften-Gruppe in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, die Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, die Peene-Werft in Wolgast und die Tamsen Maritim in Rostock. Alle Werftstandorte zusammen beschäftigen derzeit rund 2.000 Mitarbeiter und 230 Auszubildende. Der aktuelle Auftragsbestand sichert auf den Werften des Landes eine Auslastung der vorhandenen Kapazitäten bis über das Jahr 2020 hinaus ab“, so Wirtschaftsminister Harry Glawe. Diese Chance gelte es beherzt zu nutzen und die Herausforderungen zu meistern.

Eine Dokumentation der Konferenz finden Sie demnächst auf der Homepage der IHK zu Rostock unter www.rostock.ihk24.de, Dok.Nr. 3481524.

Die Konferenz ist die einzige im Land, die regelmäßig die Akteure der verschiedenen Bereiche der maritimen Wirtschaft in dieser Form zusammenbringt. Bei einer Informationsveranstaltung der MV WERFTEN unmittelbar vor der Konferenz konnten sich die Teilnehmer von der Ausrichtung und den Investitionsabsichten des Unternehmens ein Bild machen. Zu der Konferenz eingeladen hat der Ausschuss MARITIME WIRTSCHAFT der Industrie- und Handelskammern des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

PM: IHK Industrie- und Handelskammer Rostock

Offshore-Industrie – Haben Offshore-Windparks eine Zukunft? / Foto: HB

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