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Offshore-Windparks vor der Küste Großbritanniens mit Elektrotechnik aus Rostock

Pressebild

Industrieunternehmen SEAR erhält Großauftrag aus Antwerpen – Vorfertigung und Installation in Rostock laufen auf Hochtouren

(WK-intern) – Das Know-how der auf Energie- und Industrietechnik sowie auf Offshore spezialisierten Rostocker Unternehmens SEAR GmbH ist aktuell auch in Belgien gefragt.

Gemeinsam mit dem auf Offshore spezialisierten SEAR-Schwesterunternehmen OIS GmbH (Offshore Industrie Service) rüsten sie im Auftrag des Stahlturmproduzenten Smulders in Antwerpen derzeit 123 sog. Transition Pieces (TP = ca. 30 m hohe und 6 m im Durchmesser messende Verbindungsrohre zwischen dem Offshore-Fundament und dem Windmühlenturm) mit hochkomplexer Elektrotechnik aus.

Nach Vorfertigung in Rostock (siehe Foto) und der Endmontage in Belgien werden diese Komponenten in den Offshore-Windparks Dudgeon und Galloper vor der Küste Großbritanniens verbaut. Das Volumen dieses Auftrages beläuft sich auf ca. drei Mio. EUR. Geplant ist, diese Arbeiten bis zum Februar 2017 abzuschließen.

Transition Pieces (TP) an Offshore Windenergieanlagen sind das Verbindungsstück zwischen dem Monopile-Fundament, also dem Teil, das im Meeresboden steckt und bis zur Meeresoberfläche geht und dem eigentlichen Turm der Windmühle. Ein Transition Piece ist ca. 20-30m hoch und ca. 6m im Durchmesser und hat ein Gewicht von ca. 300t. Ein Transition Piece, dass im montierten Zustand ca. 1/3 unter Wasser und 2/3 über Wasser ist, ist nicht nur die mechanische Schnittstelle zwischen der Windmühle und der Befestigung im Meeresboden, sondern auch die Schnittstelle zwischen dem Mittelspannungsseekabel und dem Windmühlengenerator, sowie Zugangspunkt für Servicemonteure zur Windmühle.

An jedem Transition Piece ist ein Boat Landing installiert, damit Serviceschiffe anlegen und die Servicemonteure zum Eingang der Windmühle hochklettern können. Dazu ist am oberen Ende eines jeden Transition Pieces eine umlaufende Arbeitsplattform montiert. Auf dieser Plattform befindet sich ein elektrisch betriebener Davit-Kran, um Lasten hochzuziehen oder z. B. Verletzte zu bergen.

Aus den vorgenannten Anforderungen sind eine Vielzahl an elektrotechnischen Ausrüstungen an jedem Transition Piece zu installieren. Dazu zählen Einrichtungen, um das 33kV Mittelspannungsseekabel mit dem 33kV Netzanschluss der Windmühle zu verbinden. Ebenso müssen Einrichtungen in die TPs eingebaut werden, um Kommunikationsleitungen, die sich im 33kV Mittelspannungskabel befinden, später mit der Kommunikationsschnittstelle der Windmühle zu verbinden.

Um einen sicheren Betrieb der Windenergieanlagen auf See zu gewährleisten, sind weitere elektrotechnische Komponenten erforderlich, wie z. B. Navigationsbeleuchtung und Sonartransponder, um Schiffs- und U-Bootkollisionen zu vermeiden. Hinzu kommen elektrische Windmühlenidentifikationsanlagen und Flugbeleuchtung, um anfliegende Helikopter, die Servicemonteure zu den Windmühlen bringen, zu unterstützen. Stromversorgungs- und Beleuchtungsanlagen mit Notlichtfunktionen in Inneren der TPs und auch Außen für die Arbeitsplattform sowie dem Boat Landing sind zusätzlich erforderlich. Zum Schutz vor Korrosion unter Wasser am Transition Piece und dem Monopile sind in jedem TP sogenannte elektrische Kathodenschutzsysteme zu installieren.

All diese elektrotechnischen Einrichtungen werden in Zusammenarbeit der SEAR und OIS in den TPs installiert und angeschlossen. Dazu wird ein großer Teil der Ausrüstung in der SEAR-Werkstatt in Rostock vorgefertigt, mit Kabeln versehen und vorgeprüft, so dass eine effiziente Installation durch die Mitarbeiter in Antwerpen möglich ist. Nur ein ausgefeiltes System von Vorfertigung, Logistik und Installationsmethodik ermöglicht es, vier TPs pro Woche fertigzustellen. Die große Herausforderung besteht u. a. darin, dass sämtliche Komponenten nach Installation auf See sofort und störungsfrei funktionieren müssen. Terminverzüge sind bei dem Aufwand für die Logistik Offshore und der dafür nötigen Technik völlig unakzeptabel.

Aktuell werden pro Woche mehrere Tausend Meter Kabel und hunderte von Geräten sowohl in der SEAR Werkstatt in Rostock vorgefertigt und vorgeprüft, als auch im TP Herstellerwerk in Antwerpen installiert, angeschlossen und in Betrieb genommen.

PM: SEAR GmbH

Pressebild: U. a. diese Schaltkästen werden derzeit in der Rostocker SEAR-Werkstatt zur späteren Installation in Belgien vorbereitet (Quelle: SEAR).

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