Anzeige:


15. Kieler Branchenfokus: Windindustrie-Rettungsketten

Bildunterschrift: 15. Kieler Branchenfokus: Windindustrie - Besichtigung der Schleuse in Holtenau

Rettungsketten – Konzepte und Erfahrungen aus der Praxis

(WK-intern) – 15. Kieler Branchenfokus: Windindustrie im Wissenschaftszentrum

Am Dienstag endete die Veranstaltungsreihe Kieler Branchenfokus: Windindustrie für dieses Jahr mit dem Thema: „Rettungsketten im on- und offshore Bereich“.

Rund 50 Interessierte aus der Windbranche, der maritimem Wirtschaft und den Hochschulen aus ganz Norddeutschland kamen ins Wissenschaftszentrum zur Abschlussveranstaltung und folgten gespannt den Vorträgen, in denen vier Experten ihre Konzepte und Erfahrungen aus der Praxis vorstellten.

Vor der abendlichen Vortragsveranstaltung trafen sich rund 15 Unternehmensvertreter bei typischem Kieler Herbstwetter zur Besichtigung der Schleuse in Holtenau und hielten einen aktuellen Einblick zum Umbau für die Erneuerung des Nord-Ostsee-Kanals und seiner Schleusenanlagen.

Am späten Nachmittag starteten im Doppelpack Nils Peters der Projektleiter von der SymPuls Unternehmensentwicklung und Geschäftsführer Andreas Rauschelbach von OffTEC Base GmbH & Co. KG mit der Vorstellung des Projekts (Projektphase 2015-2017) „Entwicklung von Qualifizierungsstandards für Rettungsabläufe für Rettungsfachkräfte und operative Mitarbeiter im Bereich Offshore und Onshore Wind“. Peters veranschaulichte die Inhalte und Ziele des Projekts und Rauschelbach ergänzte den Theoriepart mit seinen Erfahrungen bei der Erstellung und Umsetzung erarbeiteter Qualifizierungsmodule in der Erprobungsphase aus der Praxis. Besonders ist, dass nicht nur die Trainingsmodule und –bausteine entwickelt werden, sondern auch die Trainingsstruktur unter die Lupe genommen wird. „80 % des Trainings muss aktiv erlebt werden“, betonte Rauschelbach. Das bedeutet, dass in einer realitätsnahen Trainingsumgebung geschult werden muss und auch die Ausrüstung genutzt wird, die im Ernstfall zum Einsatz kommt.

Weiter ging es mit Dr. Dethleff, wissenschaftlicher Mitarbeiter „Rettungskette Offshore Wind“ vom BG Klinikum Hamburg. Er berichtete über die medizinischen Vorfälle in deutschen Onshore- und Offshore-Windparks und sprach über die Herausforderungen für Prävention und Rettung im Rahmen des Forschungsprojektes ROW II. Überraschend war, in dem Zeitraum der Studie von 2008 bis 2012, gab es überwiegend nur leichte bis mittelschwere Verletzungen. Ganz entgegengesetzt zu der weitläufigen Annahme, dass es oft zu schweren Unfällen kommt. Die nicht hohe Verletzungsschwere führte Dethleff auf die sehr hochentwickelten Sicherheits- und Trainingsstandards im on- und offshore Bereich zurück.

Zum Abschluss erfuhren die Gäste vom Branchenfokus von Dr. Rüdiger Franz, dem ärztlichen Leiter von der Northern HeliCopter GmbH alles über ein ganzheitliches Versorgungskonzept im Offshore Windbereich. „Die medizinische Versorgung, die seit 40 Jahren an Land aufgebaut und weiterentwickelt wurde, gilt es nun, genauso hervorragend und reibungslos auf das Wasser zu übertragen“, stieg Franz auf seinen Vortrag ein. Ein absolutes Muss für eine gute medizinische Versorgung auf dem Wasser ist hochqualifiziertes Personal spezialisiert für offshore-Anlagen. In 2014 und 2015 wurde erfreulicherweise nur eine Rettung direkt von der Windanlage durchgeführt, 85 Rettungen gab es auf Schiffen und auf Plattformen. Die niedrigen Zahlen lassen erkennen, wie hoch das Gefühl des Personals für Sicherheit ist, belegen die qualifizierten Trainings und zeigen wie gut die Rettungskette bereits funktioniert. Auch weitere Rettungswege wie z. B. Telemedizin, Medicbox auf einem Schiff oder Rescue Boote mit Hubschrauberlandeplatz würden die ganzheitliche Versorgung optimal ergänzen. Durch die Telemedizin kann der Notfallsanitäter vor Ort oder aber auch ein Erste-Hilfe-Helfer für Erstversorgung angeleitet werden. Mit dieser Methode können die Rettungszeiten immens verkürzt werden. Und auch, wenn nicht geflogen werden kann – trifft in 2-5 % der Fälle ein, ist die Telemedizin ein sehr wichtiges Instrument.

Die anschließende Diskussionsrunde entfachte einen regen interaktiven Austausch zwischen den Gästen und Referenten, die bis zum Ausklang des Abends bei einem Imbiss fortgeführt wurde.

Der Kieler Branchenfokus: Windindustrie ist eine Initiative der KiWi GmbH, unterstützt von ihren Kooperationspartnern Maritimes Cluster Norddeutschland und EE.SH.

Eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe mit neuen, spannenden und aktuellen Themen folgt im nächsten Jahr.

Bildunterschrift: 15. Kieler Branchenfokus: Windindustrie – Besichtigung der Schleuse in Holtenau

PM: KiWi, Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft mbH

Weitere Beiträge:



Top