Anzeige:


SH Netz testet auf Pellworm Energieversorgung der Zukunft

Grafik: Schleswig-Holstein Netz AG

Zusammenspiel aus Erneuerbaren Energien und Batteriespeichern ist technisch möglich – Spezielle Geschäftsmodelle sollen Wirtschaftlichkeit beweisen

(WK-intern) – Erneuerbare Energien und Batteriespeicher können mittels eines intelligenten Stromnetzes so zusammengeschaltet werden, dass auch langfristig eine sichere und stabile Stromversorgung der Menschen auf Basis von Wind und Sonne in einer Region möglich ist.

Das ist das Ergebnis der ersten Phase des Forschungsprojektes SmartRegion Pellworm, in dem die Schleswig-Holstein Netz AG zusammen mit E.ON SE, den Fraunhofer Instituten IOSB-AST und UMSICHT, der Gustav Klein GmbH & Co. KG, Saft Batterien GmbH, der Fachhochschule Westküste sowie der RWTH Aachen das erste intelligente Stromnetz im Norden betrieben hat.

In der jetzt anschließenden zweiten Phase des Projektes wird an neuen Geschäftsmodellen erprobt, wie man diese Art der Stromversorgung auf Basis von Batterien auch wirtschaftlich zu einem Erfolg bringen kann. Ziel ist außerdem, diese Technik in das bestehende virtuelle Kraftwerk der HanseWerk Natur zu integrieren. Insgesamt fließen mehr als 12 Millionen Euro in das Projekt SmartRegion Pellworm.

Nachdem in der ersten Phase die technische Umsetzung erfolgreich getestet werden konnte, geht es zukünftig vor allem darum, die Wirtschaftlichkeit zu optimieren, bei der sich in der ersten Phase noch Defizite gezeigt haben. Durch Leistungssteigerungen, Skaleneffekte und Preisnachlässe wird angestrebt, dass zukünftig die bisher noch sehr hohen Investitionskosten für die Speichersysteme ausgeglichen werden können.

In der Vergangenheit wurde auf Pellworm deutlich mehr Strom mittels Windkraft und Photovoltaikanlagen produziert als verbraucht. Trotzdem musste wegen der schwankenden Einspeisung der erneuerbaren Energien häufig Strom vom Festland über zwei Seekabel importiert werden. Wichtig war es daher, Lösungen zu finden, um die schwankende Einspeisung Erneuerbarer Energien abzufedern und deren Verwertung vor Ort zu verbessern. Hierzu wurde ein spezielles System aus zwei elektrischen Großbatterien sowie thermischen Speichern errichtet und dieses über ein neuartiges Energiemanagement mit den Stromanschlüssen der Kunden sowie den Windkraft- und Photovoltaikanlagen auf der Insel verbunden.

Im Laufe des Projektes wurden zunächst die technische Machbarkeit sowie eine möglichst effiziente Nutzung von derzeit noch teuren Stromspeichern bei hoher Einspeisung durch erneuerbare Energien untersucht. Hierbei wurden beispielsweise erstmalig regelbare Ortsnetztransformatoren zum Halten der Spannung eingesetzt, die inzwischen auch in anderen Regionen erfolgreich im Netz eingesetzt werden. Gleichzeitig wurden auf Basis der technischen Erfahrungen verschiedene Geschäftsmodelle entwickelt und in ihrer Machbarkeit getestet. Ebenfalls bewertet wurden die rechtlichen und ökologischen Komponenten des Speicherbetriebs sowie die Übertragbarkeit dieses Systems auf andere Regionen. Dabei sorgte das von den Pellwormern mit viel Zustimmung und aktiver Unterstützung begleitete Projekt für viel Aufsehen.

Die konkreten Ergebnisse im Überblick

In der ersten Phase des Projekts SmartRegion Pellworm ist es gelungen, verschiedene Technologien zur Steigerung von Effizienz, Stabilität und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieversorgung mit Hilfe von Speichern erfolgreich zu kombinieren.

Ergebnis 1: Es ist technisch möglich, ein komplexes System dezentraler Stromspeicher sowie thermischer Speicher in einer von Erneuerbaren Energien geprägten Erzeugungsumgebung zu betreiben und erfolgreich zu steuern.

Ergebnis 2: Alle Komponenten (Speicher, Leistungselektronik, regelbare Ortsnetztransformatoren sowie die Mess- und Automatisierungstechnik), das Energiemanagementsystem sowie die Schnittstellen sind ihren Aufgaben gerecht geworden.

Ergebnis 3: Es wurden vier Geschäftsmodelle für einen Speicherbetrieb entwickelt und getestet. Zwei dieser Modelle sind perspektivisch sehr erfolgversprechend und sollten daher weiterentwickelt werden.

Ergebnis 4: Geschäftsmodell 1 zielt auf eine Vermarktung der Speicherenergie an den Regelenergie- und Spotmärkten ab und ist wirtschaftlich am erfolgversprechendsten. Geschäftsmodell 4 verbindet Netzbetrieb, Wirtschaftlichkeit und Ökologie am besten miteinander.

Ergebnis 5: Zur Umsetzung der Geschäftsmodelle konnten erfolgreich mehrere technische Betriebsführungssysteme für die verschiedenen Komponenten entwickelt und in der Praxis erprobt werden.

Ergebnis 6: Derzeit deckt kein Geschäftsmodell die Investitionskosten der Speicher. Allerdings sind ähnlich wie bei den Erzeugungsanlagen für Erneuerbare Energien Leistungssteigerungen sowie Skaleneffekte und damit Preisnachlässe zu erwarten, so dass ein wirtschaftlicher Batteriebetrieb zukünftig möglich erscheint.

Ergebnis 7: Das Einspeisemanagement kann durch Speichereinsatz reduziert werden, wodurch eine Entlastung der Mittelspannungsnetze möglich ist. So kann mehr Ökostrom ins Netz aufgenommen werden, wodurch die Ökobilanz bei der Stromerzeugung verbessert und die Vor-Ort-Verwertung gesteigert wird.

Ergebnis 8: Die Übertragbarkeit auf andere Regionen ist möglich. Voraussetzung ist eine Anpassung der Speicherleistung an die jeweiligen regionalen Gegebenheiten.

Ergebnis 9: Eine Flexibilisierung der Strommärkte und Anpassung des rechtlichen Rahmens ist notwendig, um die Wirtschaftlichkeit des Speicherkonzeptes zu verbessern.

Ergebnis 10: Eine Einbindung des Speicherbetriebs im Rahmen der Anreizregulierung ist notwendig, um diese Technologie fur Netzbetreiber interessant zu machen.

Die Schleswig-Holstein Netz AG im Kurzprofil
Die Schleswig-Holstein Netz AG ist in rund 1.000 Kommunen in Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Energienetze verantwortlich. Als Partner der Energiewende hat das Unternehmen in den letzten Jahren rund 33.500 Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien an seine Netze angeschlossen. Mit über 300 schleswig-holsteinischen Kommunen als direkte Aktionäre sowie der Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise an der Muttergesellschaft HanseWerk ist die kommunale Partnerschaft für die SH Netz AG prägend. Die rund 600 Mitarbeiter sind mit diversen technischen Standorten sowie der zentralen Netzleitstelle in Rendsburg im ganzen Land präsent. Insgesamt betreiben sie rund 51.000 Kilometer Hoch-, Mittel- und Niederspannungs-, 15.000 Kilo-meter Gas- und 7.500 Kilometer Kommunikationsnetze in Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen.

PM: Schleswig-Holstein Netz AG

Weitere Beiträge:



Top