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Moderne Holzenergie passt auch in die Stadt

Bildquelle: DEPV, Berlin, © Thomas Niedermüller

Baden-Württembergs Umweltminister Untersteller besichtigte Pelletheizung in Stuttgart

(WK-intern) – Mit dem Slogan „Großstadt zwischen Wald und Reben” wirbt Stuttgart gerne in Tourismusbroschüren.

Der hohe Waldanteil der Schwabenmetropole ist auch ein wichtiger Grund für die dortige Affinität zur Holznutzung.

Auf Einladung des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes (DEPV) besichtigte Franz Untersteller, Umweltminister von Baden-Württemberg, im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen-Rot die Pelletheizung im kommunalen Bürgerhaus. Stuttgarts Baubürgermeister Peter Pätzold erläuterte, warum moderne, automatisch betriebene Holzfeuerungen für Kommunen nicht nur eine wichtige Klimaschutzfunktion haben, sondern auch den strengen Anforderungen an die Luftreinhaltung in der Großstadt entsprechen.

Mit der hohen Feinstaubbelastung samt den hieraus resultierenden Maßnahmen zur Luftreinhaltung erzeugt Baden-Württembergs Landeshauptstadt regelmäßig bundesweit Schlagzeilen. Wenn auch nur untergeordnet, spielt neben dem Verkehr auch die Holz-verbrennung in zahlreichen Öfen eine Rolle. Dass es bei der Holzenergie zu differenzie-ren gilt, wurde bei der Besichtigung des von Vereinen und Jugendeinrichtungen genutz-ten Bürgerhauses in Rot mit Umweltminister Franz Untersteller deutlich. Automatisch betriebene Anlagen, in denen hochwertige Pellets oder Hackschnitzel verbrannt werden, können die heutigen strengen Grenzwerte an die Luftreinhaltung einhalten, waren sich Untersteller und Pätzold einig. Die Pelletheizung im Bürgerhaus ist hierfür ein gutes Bei-spiel, wie bei den regelmäßigen Messungen durch den Schornsteinfeger zu sehen ist.

Stadt Stuttgart setzt auf Effizienz und Erneuerbare Energien

Das der energetischen Sanierung von Gebäuden zugrunde liegende übergreifende Kon-zept der Stadt aus Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien stellte der Leiter der Abteilung Energiewirtschaft im Stuttgarter Amt für Umweltschutz, Dr. Jürgen Görres vor. Beim Klimaschutz mache die Pelletheizung den Hauptanteil der nach einer kompletten energetischen Sanierung des Bürgerhauses erzielten CO2-Einsparung aus.

Bei der 2007 fertiggestellten Maßnahme wurden zusätzlich auch Dach, Fenster und Außenwand gedämmt. Zudem liefert eine Photovoltaikanlage jetzt grünen Strom. Im letz-ten Jahr wurde eine Kindertagesstätte angebaut, die ebenfalls von der Pelletheizung versorgt wird. Insgesamt können auf diese Weise jährlich knapp 40 Tonnen CO2 einge-spart werden.

Pellets in Baden-Württemberg reichlich vorhanden

„Neben der hohen CO2-Einsparung muss auch die nachhaltige Verfügbarkeit des Energieträgers sichergestellt sein”, sagte Untersteller. DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele bekräftigte, dass im Südwesten das Potenzial der Holzpresslinge nicht ausgeschöpft werde: Der Jahresproduktion von rd. 500.000 Tonnen (t) stehe ein Verbrauch von rd. 350.000 t gegenüber. Pelletproduzent und stv. DEPV-Vorsitzender Helmut Schellinger fügte hinzu, dass von der Holzwirtschaft zur Marktentlastung aktuell große Mengen an Sägespänen exportiert würden. Auch die Stadt Stuttgart ist als Hackschnitzelproduzent aktiv. Rd. 11.000 m3 werden jährlich hergestellt und in vier städtischen Anlagen genutzt. Daneben betreibt die Kommune sogar 14 Pelletheizungen. Wie deren Befüllung mit Druckluft problemlos funktioniert, konnten Untersteller und Pätzold direkt vor Ort betrachten. Zweimal im Jahr werden die Presslinge geliefert. Auch darüber hinaus ist der Heizungsbetrieb komfortabel, wie Hausmeister Winfried Jackisch bestätigt: „Eine Wartung im Jahr durch den Heizungsbauer und den Aschekasten leeren, das war‘s!”

Erneuerbares Wärmegesetz treibt Energiewende im Ländle voran

Wie sich der Wärmemarkt stärker in die Energiewende einbeziehen lässt, wurde an-schließend diskutiert. Minister Untersteller betonte, dass man an ordnungspolitischen Maßnahmen nicht vorbeikäme, wenn sie ausgewogen seien und verschiedene Optionen umfassten. Das zeige das Land mit dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG). „Eigentlich wäre es die Aufgabe des Bundes, eine Nutzungspflicht für den Bestand vorzugeben”, meinte Untersteller. Den von Kesselherstellern und der Ölindustrie immer wieder mit dem EWärmeG in Verbindung gebrachten Modernisierungsstau beim Heizungstausch hätte ihm statistisch noch niemand zeigen können. Im Gegenteil, denn der Zubau von Pelletheizungen in Baden-Württemberg habe unter dem Gesetz nicht gelitten, wie die offiziellen Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zeigen. DEPV-Geschäftsführer Bentele bestätigte: „Der Anteil der im Südwesten installierten Pelletfeuerungen hat in den vergangenen Jahren auf über 20 Prozent aller in Deutschland betriebenen Anlagen zugenommen, während der Anteil in Bayern um 10 Prozentpunkte zurückgegangen ist.”

Dennoch ist die Pelletbranche auch im Südwesten nicht zufrieden mit der Situation am Heizungsmarkt. Untersteller sieht hierfür auch den niedrigen Ölpreis als Grund. Ange-sichts dessen nennt er es „absurd”, dass die Bundesregierung über die KfW den Einbau von neuen Ölheizungen fördert. Darüber hinaus waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass es vor Ort an ausreichend überzeugten Heizungsbauern fehle, die dem Verbraucher offensiv die Vorzüge erneuerbarer Energien beim Heizungstausch näherbrächten. Das Land, so Untersteller, setzt hier mit dem Sanierungsfahrplan im EWärmeG an, der Heizungsbetreiber über ihre individuellen Möglichkeiten für die eigene Wärmewende informiert. Die Stadt Stuttgart benötigt eine solch indirekte Hilfe nicht. Pätzold: „Die nächsten städtischen Pellet- und Hackschnitzelheizungen sind schon geplant!”

Über Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV)

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. vertritt seit 2001 die Interessen der deutschen Pellet- und Holzenergiebranche. Kessel- und Ofenhersteller, Produzenten von Pellets und weiterer Energieholzsortimente, Komponentenhersteller sowie Vertriebs-partner haben sich in diesem Bundesverband organisiert.

PM: Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV)

Bildquelle: DEPV, Berlin, © Thomas Niedermüller

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