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Forschung, die im Garten wächst

Jeder kann mitmachen, im eigenen Garten / Foto: HB

Jeder kann mitmachen, im eigenen Garten:

(WK-intern) – Das europäische Forschungsprojekt GROW soll die Qualität des Bodens sichern, Satellitendaten validieren und der Klimaforschung helfen.

Wie viel Feuchtigkeit enthalten unsere Böden?

Diese Frage ist wichtig – nicht nur für die Landwirtschaft und den Gemüsegarten hinter dem Haus, sondern auch für die Klimaforschung. Nun startet ein großes, internationales Citizen-Science-Projekt, in dem Wissenschaftsbegeisterte aus ganz Europa mit eine speziellen Messgerät Bodenfeuchte-Daten sammeln und damit einen Beitrag für die Forschung leisten werden. Man lernt dabei nicht nur den Zustand und die Bedürfnisse des eigenen Bodens besser kennen, man hilft außerdem der Wissenschaft dabei, den Klimawandel zu verstehen, die Zukunft der Landwirtschaft besser vorherzusehen und Satellitendaten zu validieren.

Geleitet wird das Projekt von der Universität Dundee. Die TU Wien spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, durch ihre jahrelange Erfahrung in der Nutzung von Satellitendaten zur Messung der Bodenfeuchte. Das Projekt beginnt am 1. November.

Bodenfeuchte messen

Das Ziel von GROW ist es, ein europaweites Netzwerk zu schaffen – eine Community von Leuten, die Information über ihre Böden und Pflanzen austauschen und lokal erhobene Daten der Forschungsgemeinschaft zur Verfügung stellen. Für die Forschung von Prof. Wolfgang Wagner, den Leiter der Forschungsgruppe für Remote Sensing an der TU Wien, ist das äußerst wertvoll. Er untersucht die Feuchtigkeit des Bodens, indem er Messdaten von Satelliten auswertet, die mit Mikrowellenstrahlen die gesamte Erdoberfläche Punkt für Punkt untersuchen. Wenn man die Bodenfeuchte kennt und über Jahre hinweg beobachtet, wie sie sich verändert, dann kann man nicht nur wichtige Erkenntnisse für die Klimaforschung gewinnen, man kann sogar die Gefahr drohender Dürre- und Hungerkatastrophen abschätzen und rechtzeitig Hilfsmaßnahmen anlaufen lassen.

Aus den Mikrowellen-Messdaten der Satelliten Information über die Bodenfeuchte herauszulesen, ist allerdings keine einfache Aufgabe. Man muss dafür eine Vielzahl von Informationen verknüpfen und zusammenführen – etwa über die Vegetation an unterschiedlichen Orten der Erde. Um eine hohe Genauigkeit zu erzielen, ist es wichtig, die Ergebnisse der mathematischen Modelle, die an der TU Wien entwickelt werden, immer wieder mit lokalen Messungen zu vergleichen.

Genau das ist allerdings äußerst schwierig: „Wir kämpfen immer damit, dass wir nur ganz punktuell Bodenfeuchtedaten zur Verfügung haben“, sagt Wolfgang Wagner. „Von GROW erhoffen wir uns, dass ein Netzwerk mit tausenden Sensoren entsteht, die uns Daten liefern und uns ermöglichen, unsere Modelle zu validieren und weiter zu verbessern.“

Das Bodenfeuchte-Messgerät, das den Usern im Rahmen des GROW-Projektes zur Verfügung gestellt wird, wurde bereits getestet. „Die ersten Daten sehen bereits gut aus“, sagt Wolfgang Wagner. „Richtig interessant wird es für uns, wenn man eine große Zahl von Messstationen hat, sodass wir Statistik betreiben, einzelne Ausreißer identifizieren und überregionale Trends ermitteln können.“

Mitmachen

Wer beim GROW-Projekt mitmachen will, kann sich jetzt schon auf http://growobservatory.org/. Im Lauf des Jahres 2017 kann man sich dann an Diskussionen über zukünftige Experimente beteiligen, Geräte testen helfen und zur Weiterentwicklung der Plattform beitragen. Im Jahr 2018 wird GROW europaweit seine Aktivitäten weiter intensivieren.

PM: Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung – Technische Universität Wien

Jeder kann mitmachen, im eigenen Garten / Foto: HB

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