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Ökotechnologischer Vertikalfiltersysteme zur Reinigung von Grundwasser

Info-Flyer „Hochwasser“ will Bürgern wichtige Tipps und Hilfestellung geben, Reinhold Jost / Foto: HB

Pilotanlage für Grundwasserreinigung in Schelditz startet 2017

(WK-intern) – Bürgerinitiative besichtigt großtechnische Biofilter in Leuna

Auf Einladung des Thüringer Umweltministeriums besteht am 19. August für die Bürgerinitiative Rositz, den Bürgermeister von Rositz sowie interessierte Bürger die Möglichkeit, in Leuna eine großtechnische Grundwasserreinigungsanlage zu besichtigen.

Diese Biofilteranlage beseitigt Schadstoffe aus kontaminiertem Grundwasser. Eine solche Anlage ist zur dauerhaften Behandlung von kontaminiertem Grundwasser auch für den Ortsteil Schelditz in Rositz geplant. Daher soll Anfang 2017 ein technischer Versuch begonnen werden, der die Eignung eines Biofilters für die speziellen Grundwasserverhältnisse in Rositz nachweist, kündigte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund heute in Erfurt an. „Thüringen ist immer an innovativen Sanierungsverfahren interessiert, insbesondere dann, wenn sie ökologisch funktionieren. Gerade die Rositzer Bürgerinnen und Bürger sollen die Gelegenheit haben, sich anhand einer bereits im Einsatz befindlichen Anlage ein Bild über deren Funktionsweise zu machen“, so die Ministerin. „Mein Dank gilt der Landesanstalt für Altlastenfreistellung in Sachsen-Anhalt, die diesen Termin für die Bürger ermöglicht hat.“ Die Pilotanlage in Schelditz soll nach einem Jahr Laufzeit bei erfolgreichem Testbetrieb künftig durch eine großtechnische Anlage ersetzt werden.

Hintergrund:
Das Verfahren „Ökotechnologischer Vertikalfiltersysteme zur Reinigung von Grundwasser“ – umgangssprachlich Biofilter – wurde vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ – entwickelt .Es handelt sich dabei um eine Technologie, mit der die häufigsten Schadstoffe im Grundwasser, die aus der Produktion von Raffinerien, Kokereien und bei Altstandorten ins Grundwasser gelangten, auf biologischem Weg effektiv beseitigt werden. Neben der großtechnischen Anlage in Leuna existieren bundesweit fünf weitere Anlagen – allerdings erst als Pilotbetrieb.

Auch in Leuna wurde die Grundwasserreinigungsanlage erst nach ausreichender Erprobung im Jahr 2014 im großtechnischen Maßstab in Betrieb genommen. Seither werden auf einer Fläche von knapp 1.500 m² Grob- und Feinfilter mit kontaminiertem Grundwasser durchströmt. So können täglich maximal etwa 600.000 Liter Grundwasser gereinigt werden. Nach Einschätzung der Landesanstalt für Altlastenfreistellung in Sachsen-Anhalt könnten mit dem innovativen Verfahren zukünftig eine Vielzahl von Grundwasser-Schadensfällen nachhaltiger und zugleich wirtschaftlicher, d.h. vor allem auch mit einem deutlich geringerem Aufwand an Energie – und Betriebsmitteln als konventionelle Reinigungsanlagen bearbeitet werden.

Mit der Einstellung der Braunkohletagebaue und der Sümpfung der Tagebaue im Süden Leipzigs sind umfangreiche Gefahrenabwehrmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Wiederanstieg des Grundwassers notwendig. Im Rositzer Ortsteil Schelditz kommen zu den Gefahren des Grundwasser-anstieges die Belastungen aus der Altlast des ehemaligen Teerverarbeitungs-werkes hinzu.

Ziel aller Planungen ist eine Kombinationslösung von Maßnahmen in der Fläche und Maßnahmen an einzelnen Häusern. In der Fläche sind z. B. die Anhebung einer Kreisstraße, die Umverlegung eines Bachlaufes und Geländeangleichungen geplant. Zur Reinigung des Grundwassers ist ein großräumiger Biofilter geplant.

PM: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Biofilteranlage beseitigt Schadstoffe aus kontaminiertem Grundwasser / Foto: HB

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