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Ukraine ist weiter auf dem Weg zur Energieunabhängigkeit vorangeschritten

Internetseite: http://www.hans-josef-fell.de

Ukraine ist weiter auf dem Weg zur Energieunabhängigkeit vorangeschritten, als in der deutschen Öffentlichkeit bekannt ist

(WK-intern) – Jüngste Spannungen ( http://www.tagesschau.de/ausland/krim-ukraine-russland-103.html ) in der Ukraine haben den UN-Sicherheitsrat wieder in Alarmbereitschaft versetzt.

Er tagte bereits hinter verschlossenen Türen. Die Ukraine hatte ihre Armee an der Grenze zur Krim in Krampfbereitschaft versetzt, nachdem aus Moskau Truppenverstärkung angekündigt worden war.

Es ist kein Wunder, dass es keine Ruhe in der Ukraine gibt; noch immer gibt es hohe wirtschaftliche Abhängigkeiten und Interessen, nicht nur, aber insbesondere im Energiesektor. Nach der Okkupation durch Russland leidet die Krim unter hoher Energieknappheit. Das Interesse an Kohle und Fracking-Gas im Kriegsgebiet der Ostukraine ist weiterhin groß und die gegenseitigen Atomverflechtungen ebenso.

Deshalb wird in der ukrainischen Politik weiter am Ziel der Energieunabhängigkeit als Mittel zur generellen politischen Unabhängigkeit von Russland gearbeitet.
In einem Bericht ( http://www.boell.de/en/2016/07/19/energy-reforms-ukraine-track-climate-protection-and-sustainability ) über das Forum zur ukrainischen Energiepolitik der Heinrich-Böll-Stiftung von Komila Nabiyeva, der Projektmanagerin der Energy Watch Group, wurden die neuesten Entwicklungen im ukrainischen Energiesektor zusammengetragen.

Es gibt inzwischen vielversprechende Reformen im Energiesektor: Subventionen für die konventionellen Energien, die seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 in hohem Maße gewährt wurden, sind nun stark reduziert worden. Der Konsum von Erdgas hat sich in den letzten zwei Jahren nahezu halbiert. Auch die Abhängigkeit von russischen Gasimporten wurde beendet. Doch der Ausbau der Erneuerbaren Energien als entscheidende Maßnahme für mehr Energieunabhängigkeit war bis jetzt noch zu schwach. Deshalb wird der Energiemix des Landes weiterhin von fossilen Brennstoffen und Atomenergie dominiert.

Auch ist die Abhängigkeit von Kohle ein großes Problem: Der Kohlesektor ist für mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen der Ukraine verantwortlich. 40% der Primärenergie des Landes ist Kohle, 30% des Stroms werden mit Kohle erzeugt. Doch nachdem das Übereinkommen von Paris auch von der Ukraine unterzeichnet wurde, haben das Umweltministerium und sogar das als konservativ geltende Energieministerium begonnen, über einen Kohleausstieg bis 2050 zu reden.

Die Europäische Union kann helfen, Kohleregionen in der Ukraine umzuwandeln, ohne dass die Wirtschaft darunter leidet. Ein positives Beispiel findet man im Ruhrgebiet ( http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article127997287/Wie-die-EU-dem-Ruhrgebiet-beim-Wandel-hilft.html ): Hier flossen Fördergelder der EU, um Unternehmen zu fördern und das Revier in einen modernen Technologiestandort umzuwandeln.

Erstes starkes Zeichen für den neuen politischen Blick auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien ist der Bau eines 4GW-Solarkraftwerks in der Gegend um Tschernobyl. Der Ukrainische Umweltminister Ostap Semerak erklärt im Interview ( http://solarpv.tv/index.php/2016/08/01/ebrd-may-consider-investing-in-a-4-gw-solar-power-project-at-chernobyl-ukraine/ ) mit Solarpv.tv, warum er das Projekt für wegweisend hält.

Im Lichte dieser neuen positiven Entwicklung der Ukraine findet im Oktober in Kiew das 8. International Forum and Exhibition on Sustainable Energy ( http://sefkyiv.com ), die größte ukrainische Konferenz für Erneuerbare Energien, statt. Firmen, die sich für die Ukraine interessieren, sind herzlich eingeladen, als Teilnehmer wie auch als Sponsor. Gerne kann ich auch die Kontakte dorthin knüpfen.

PM: Hans-Josef Fell

Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG-Gesetzentwurfes

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