Anzeige:


Umweltbundesamt veröffentlicht vorläufige Abschätzung für 2015 und Klimaschutzbericht

Treibhausgas-Emissionen in Österreich: Ausblick 2030 und 2050. / Pressebild

Treibhausgas-Emissionen: Nach sinkendem Trend bis 2014 nehmen Emissionen 2015 wieder zu.

(WK-intern) – Einen Tag nach den Vorschlägen für die Aufteilung der EU Klimaziele auf die Mitgliedstaaten legt das Umweltbundesamt umfangreiche Informationen zu den Treibhausgas-Emissionen in Österreich vor:

Im Klimaschutzbericht analysieren die ExpertInnen Trends und Einflussfaktoren bis 2014. Ergänzend dazu liegt das Ergebnis der vorläufigen Abschätzung für 2015 vor.

Vorläufige Abschätzung für 2015:

Die österreichischen Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2015 werden gegenüber 2014 voraussichtlich um rund 3,2% anwachsen.. Dies ergibt eine erste Abschätzung, die das Umweltbundesamt durchgeführt hat. Gründe für diese Entwicklung sind insbesondere eine Verschiebung der Stromproduktion von Wasserkraft auf Gaskraftwerke wie auch der höhere Einsatz von Treibstoffen im Verkehr und der höhere Heizbedarf von Gebäuden aufgrund der Witterung. Trotz dieser Zunahme werden die nationalen Höchstmengen für 2015 voraussichtlich unterschritten. Die Treibhausgas-Inventur mit den exakten, qualitätsgesicherten Zahlen für das Jahr 2015 wird Mitte Jänner 2017 fertiggestellt und veröffentlicht. „Die neuen Zahlen sind ein deutliches Signal, die Energiewende konsequent voranzutreiben! Die Entwicklung der letzten zehn Jahre hat gezeigt, dass Wirtschaftswachstum von Treibhausgasemissionen entkoppelt werden kann. Diese Entwicklung ist aber kein Selbstläufer!“, betont Jürgen Schneider, Klima-Experte im Umweltbundesamt.
EK Vorschlag für Österreich: 2030 minus 36% gegenüber 2005

Seit 20. Juli 2016 liegt der Vorschlag der Europäischen Kommission vor. Für Österreich ist darin eine Emissionsreduktion von minus 36% gegenüber 2005 in den Sektoren vorgesehen, die nicht im Emissionshandel geregelt sind: Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und F-Gase. „Dafür sind einmal mehr zusätzliche und weitreichende Emissionsreduktionen unerlässlich. Dies betrifft insbesondere den Verkehr, aber auch Gebäude, also die Bereiche, in denen die Emissionen 2015 gestiegen sind, in denen aber auch große Minderungspotenziale vorhanden sind,“ ist Schneider überzeugt. Derzeit läuft in Österreich der Konsultationsprozess zur integrierten Klima- und Energiestrategie. Auf die Sektoren Verkehr und Gebäude ist dabei ein besonderer Fokus zu legen.
Klimaschutzbericht: Analyse der Treibhausgas-Emissionen bis 2014

Im heute veröffentlichten Klimaschutzbericht hat das Umweltbundesamt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen bis 2014 analysiert. Im Mittelpunkt des Berichts stehen Trends und wirtschaftliche Einflussfaktoren der Treibhausgasemissionen in Österreich seit 1990. Seit 2005 ist der Trend der Treibhausgas-Emissionen rückläufig. Von 2013 auf 2014 sind die Emissionen um ca. 4,6% gesunken und lagen bei 76,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war neben Steigerungen der Energieeffizienz und dem vermehrten Einsatz Erneuerbarer Energie die außergewöhnlich milde Witterung. Für die Jahre 2013 bis 2020 gelten in Österreich Höchstmengen für die Treibhausgase aus Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und allen weiteren Quellen, die nicht im Emissionshandel geregelt sind. Das nationale Ziel für 2014 wurde mit rd. 48,2 Mio. Tonnen um rund 3,9 Mio. Tonnen unterschritten. Die ExpertInnen des Umweltbundesamtes rechnen damit, dass die österreichischen Klimaziele bis 2020 mit Maßnahmen im Inland erreichbar sind.

Das Umweltbundesamt stellt mit dem Klimaschutzbericht das Standardwerk für klimapolitische Analysen und Entscheidungen zur Verfügung. Die Daten dafür stammen aus der österreichischen Treibhausgas-Inventur, die das Umweltbundesamt jährlich erstellt.
Klimaabkommen von Paris: Ausstieg aus Nutzung fossiler Energieträger

Österreich ist weltweit eines der ersten Länder, die das Klimaabkommen von Paris bereits ratifiziert haben. In diesem rechtlich bindenden Abkommen ist vereinbart, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf möglichst weit unter zwei Grad Celsius zu beschränken. Dafür wird ein weitgehender Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energie bis Mitte des Jahrhunderts als notwendig angesehen. Für den Ausblick bis 2050 haben die ExpertInnen des Umweltbundesamtes Szenarien erarbeitet, um mögliche Entwicklungen abzubilden. „Es ist mit Sicherheit eine große Herausforderung für Österreich, aber wir sehen, dass eine weitgehende Dekarbonisierung möglich ist und auch ökonomische Chancen bietet. Weiter wie bisher ist keine Option,“ erklärt Schneider.

PM: Umweltbundesamt Österreich

Weitere Beiträge:



Top