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Atomaufsicht: In Geesthacht kippt Atomtransportanhänger mit radioaktivem Material auf dem Außengelände um, Deckel lösen sich

Eins von mehr als 200 beschädigten Atommüllfässern im Zwischenlager von Vattenfall

Atomaufsicht prüft Umkippen eines Transportanhängers am Forschungsreaktor Geesthacht

(WK-intern) – Bei einem Transport von insgesamt fünf Fässern – mit teilweise schwachradioaktivem, teilweise nicht radioaktivem Inhalt – auf dem Außengelände der abgeschalteten Forschungsreaktoranlage Geesthacht ist gestern Nachmittag ein Gabelstapleranhänger mit drei dieser Fässer umgekippt.

Dabei sind die Fässer geringfügig beschädigt worden.

Bei einem Fass, bei dem zwei Deckelschrauben nicht vollständig angezogen waren, verzog sich der Deckel und es trat eine etwa faustgroße Menge Bleigranulat aus, bei dem keine Radioaktivität festzustellen war.

Die anderen Fässer blieben dicht. Ein Mitarbeiter der mit dem Transport betrauten Fremdfirma hat sich am Wagen eine ambulant behandelte Platzwunde am Kopf zugezogen. Die Fässer stammen aus dem Gebäude der Sammelstelle für schwachradioaktiven Abfall und sollten im Rahmen der Korrosionsvorsorge einer Einzelinspektion unterzogen werden. Personal oder Bevölkerung waren und sind nicht gefährdet.

Die Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) hat die Untersuchung des Vorgangs aufgenommen. Die Fässer wurden noch am gestrigen Nachmittag in den Kontrollbereich verbracht. Das Bleigranulat wurde nach einer Aktivitätsmessung, die keinerlei radiologische Aktivität ergab, aufgenommen. Am heutigen Vormittag haben sich Mitarbeiter der Behörde und der hinzugezogenen Sachverständigen vor Ort von der ordnungsgemäßen Reinigung des Unfallorts und der sicheren Verwahrung der Fässer überzeugt sowie die Klärung der genauen Unfallursache aufgenommen. Nach erster Einschätzung war die Konstruktion des Anhängers (Schwerpunkt sowie Winkel zwischen Deichsel und Wagen) in der konkreten Rangiersituation für das Umkippen ursächlich. Bis auf weiteres wurden alle innerbetrieblichen Transporte von radioaktiven Materialien untersagt.

Die gemessene Dosisleistung bei unmittelbarem Kontakt mit den betroffenen Fässern betrug weniger als 0,5 Mikrosievert pro Stunde. Die effektive Dosis für beruflich strahlenexponierte Personen darf im Kalenderjahr 20 000 Mikrosievert nicht übersteigen.

PM: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, der Energiewendeminister

Pressebild: Atom-Muell-Fass-in-Vattenfall-Zwischenlager, Ministerium für Energiewende

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