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Systemwechsel: Neue Regelungen bei Wind & Co – PV-Kleinanlagen sind von Ausschreibung noch nicht betroffen

Solaranlage / Foto: HB

EnergieAgentur.NRW bietet Rat und Hilfe beim EEG 2017

(WK-intern) – Die am 8. Juli 2016 vom Bundestag verabschiedete Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat für Verunsicherung gesorgt.

Was wird künftig wie gefördert? Und bedeutet es wirklich eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen für die Nutzung regenerativer Ressourcen in Deutschland?

Die EnergieAgentur.NRW hat nun im Internet unter www.energiedialog.nrw.de die Antworten auf die drängenden Fragen zu den Neuerungen im EEG 2017 zusammengetragen.

Zweck des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes ist es grundsätzlich, im „Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen“. Das EEG 2017 setzt die Rahmenbedingungen für das Erreichen der Ausbauziele für die erneuerbaren Energien. Die Bundesregierung beabsichtigt, den Anteil des aus regenerativen Ressourcen erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2025 auf 40 bis 45 Prozent, bis zum Jahr 2035 auf 55 bis 60 Prozent und bis zum Jahr 2050 auf mindestens 80 Prozent zu steigern.

Zur Einhaltung dieses Ausbaukorridors wird im EEG nun ein Systemwechsel durchgeführt – weg von fixen Einspeisevergütungen und hin zur Mengensteuerung mittels Ausschreibungen. „Diese grundlegende Änderung bedeutet, dass nicht mehr für jede Anlage eine gesetzlich abgesicherte Abnahme- und Vergütungsgarantie besteht, sondern nur noch für die Anlagen, die zuvor einen Zuschlag erhalten haben“, erläutert Lisa Conrads von der EnergieAgentur.NRW. Das EEG legt die Obergrenzen fest, der Preis je eingespeister Kilowattstunde bestimmt sich nach den Geboten der Anlagenbetreiber und Projektierer. Conrads: „Die Kunst wird für den Projektplaner also künftig darin bestehen, ein möglichst niedriges aber noch immer wirtschaftliches Angebot zu erstellen.“

Betroffen von den neuen Regelungen sind Windenergie- und PV-Anlagen ab einer Größe von 750 kW und Biomasse-Anlagen ab 150 kW installierter Leistung. Kleinere Anlagen erhalten, wie bisher, gesetzlich festgelegte Preise. Während die PV-Branche bereits seit der letzten EEG-Novelle erste Erfahrungen mit dem System der Ausschreibungen sammeln konnte, stellt dies für Wind und Biomasse eine große Veränderung dar, auf die sich grundsätzlich alle Akteure einstellen müssen. Gesondert betrachtet wird im EEG 2017 jedoch die Bürgerenergie, für die zum ersten Mal eine Definition aufgenommen wird. „Damit erkennt der Gesetzgeber die gewachsene Bedeutung der Bürgerenergie für die Energiewende“, analysiert Lisa Conrads. Im Zuge der Windenergieausschreibungen sind für Projekte in Bürgerhand gesonderte Ausschreibungsregelungen vorgesehen. Positiv hierbei ist vor allem, dass Bürgerwindanlagen, unabhängig vom eigenen gebotenen Preis für die Kilowattstunde im Falle des Zuschlags den höchsten Satz, den erfolgreiche Mitbieter geboten haben, erhalten. Auf diese Weise sollen die wirtschaftlichen Risiken für Bürgerenergieprojekte verringert werden.

Die Übersicht über die Veränderungen des EEG 2017 finden Sie unter www.energiedialog.nrw.de. EnergieDialog.NRW ist ein Angebot der EnergieAgentur.NRW. Im Auftrag des NRW-Klimaschutzministeriums unterstützt die Dialogplattform Kommunen, Unternehmen und Bürger bei der Planung und Umsetzung lokaler Erneuerbare-Energien-Projekte mit Fachinformationen, sachkundiger Beratung und einer professionell geführten Vermittlung in Konfliktfällen.

PM: EnergieAgentur.NRW

PV-Kleinanlagen sind von Ausschreibung noch nicht betroffen / Foto: HB

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