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Atomaufsicht erteilt Zustimmung zum Wiederanfahren des Kernkraftwerks Brokdorf

Pressebild: Robert Habeck © Staatskanzlei

BROKDORF/KIEL. Die Atomaufsicht des Energiewendeministeriums hat heute (04. Juli 2016) die Zustimmung zum Wiederanfahren des Kernkraftwerks Brokdorf erteilt.

(WK-intern) – Die Anlage kann damit nach Abschluss des jährlichen Brennelementwechsels und der damit verbundenen Jahresrevision wieder ans Netz gehen.

Das Kernkraftwerk Brokdorf war am 11. Juni 2016 zur Durchführung der Jahresrevision vom Netz genommen worden.

Während des diesjährigen Anlagenstillstands wurden keine neuen Brennelemente sondern ausschließlich bereits teilabgebrannte Brennelemente in den Reaktordruckbehälter geladen. Schwerpunkte der Revision lagen in der Durchführung umfangreicher Prüfungen, Instandhaltungsarbeiten und Maßnahmen zum Erhalt und zur Erhöhung der Sicherheit der Anlage. Sämtliche Arbeiten wurden von der Atomaufsicht des Energiewendeministeriums und den von ihr zugezogenen Sachverständigenorganisationen intensiv kontrolliert und überwacht.

Beim Abheben des Reaktordruckbehälterdeckels wurde im Rahmen einer planmäßigen visuellen Kontrolle der Steuerstabantriebsstangen festgestellt, dass ein Steuerstab – anders als vorgesehen – nicht abgekoppelt war, sondern mit angehoben wurde. Ursächlich hierfür war, dass sich ein Zylinderstift im Kopf der Antriebsstange axial verschoben hatte; dadurch hatte er sich verhakt. Die funktionsgerechte Axialsicherung des Zylinderstiftes wurde wiederhergestellt. Weitere verschobene Stifte wurden bei der Überprüfung der übrigen Antriebsstangen nicht festgestellt. Dieses als vorläufig gemeldete Ereignis der Kategorie „N“ hatte keine Auswirkungen auf die Funktion der Steuerstäbe und wird von der Atomaufsicht des Energiewendeministeriums unter Zuziehung von Sachverständigen im Hinblick auf zusätzlich eventuell erforderliche Vorkehrungen gegen Wiederholung weiter verfolgt.

Darüber hinaus wurde im Rahmen von gezielten Inspektionen an einem Drosselkörper eine defekte Druckfeder festgestellt. Drosselkörper werden am oberen Ende bei Brennelementen eingesetzt, um eine gleichmäßige Strömung des Kühlmittels durch den Reaktorkern zu erreichen. Defekte Druckfedern an Drosselkörpern waren bereits 2014 aufgetreten und Gegenstand einer Weiterleitungsnachricht der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS). Darin werden gezielte Inspektionen und der Austausch der defekten Drosselkörper empfohlen. Der betroffene Drosselkörper wurde wie empfohlen ausgetauscht. Inwieweit der jetzige Befund nun als ein weiteres meldepflichtiges Ereignis anzusehen ist, wird derzeit untersucht. Die Aufsichtsbehörde hat Sachverständige im Rahmen der Prüfungen hinzugezogen.

Nachdem die zum Wiederanfahren des Kernkraftwerkes Brokdorf erforderlichen Maßnahmen getroffen worden sind und die erforderliche Schadensvorsorge festgestellt wurde, konnte die Zustimmung zum Wiederanfahren der Anlage KBR erteilt werden.

Hintergrund:

Kommt es in einem Kernkraftwerk zu einem Ereignis mit sicherheitstechnischer Bedeutung, so können die daraus gewonnenen Erfahrungen für den sicheren Betrieb auch anderer Kernkraftwerke von Interesse sein. Diese Ereignisse auszuwerten, gehört zu den Aufgaben der GRS. Ergibt die Auswertung, dass die Erkenntnisse übertragbar sind, verfasst die GRS im Auftrag des Bundesumweltministeriums dazu eine sogenannte Weiterleitungsnachricht.

PM: Landesregierung Schleswig-Holstein/Energiewendeministerium

Pressebild: Energiewendeminister Robert Habeck © Staatskanzlei

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