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Schwedische Staat hat dem Verkauf der deutschen Braunkohleaktivitäten zugestimmt

Vier Tagebaue gehören zu Vattenfalls Braunkohlesparte, hier ein Bild aus Nochten, Foto: Vattenfall

Der Schwedische Staat hat als Eigentümer von Vattenfall dem Verkauf der deutschen Braunkohleaktivitäten am Samstag, den 2. Juli, zugestimmt.

(WK-intern) – Bereits am 18.April hatte Vattenfall angekündigt, die Offerte des tschechischen Bieterkonsortiums aus der Energetický a Průmyslový Holding (EPH) und der Investmentgruppe První Privatizační Fond (PPF) annehmen zu wollen und entsprechende Verträge unterschrieben.

Die Zustimmung des schwedischen Staates ist ein weiterer entscheidender Meilenstein zur Umsetzung.

„Ich habe das Unternehmen informiert, dass wir der Abmachung der Vattenfallgeschäftsleitung zustimmen“, sagte der schwedische Wirtschaftsminister Mikael Damberg am Samstag den Reportern. Der Verfall des Strompreises in Deutschland habe Vattenfall und anderen Unternehmen heftig zugesetzt. Der Verkauf werde von der Schwedischen Regierung als strategisch richtig und als beste wirtschaftliche Alternative bewertet, erläuterte Mikael Damberg gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Strategisches Ziel im Blick
Magnus Hall, Präsident und CEO von Vattenfall AB, dankte dem Eigentümer für die Unterstützung bei der Umsetzung von Vattenfalls Strategie. „Das Ziel von Vattenfall ist es, bei der europäischen Energiewende eine Vorreiterrolle einzunehmen. Wir konzentrieren uns nun auf die Bereiche, von denen wir überzeugt sind, dass hier die Zukunft der Energiewirtschaft liegt. Der Verkauf ist ein wichtiger Beleg dafür. Wir wollen jedem – vor allem unseren Kunden – klar vor Augen führen, dass wir an unserer Zukunft im Bereich Erneuerbarer Energien arbeiten. Unsere Wasserkraftsparte ist ein wesentlicher Bestandteil der Stromversorgung und Investitionen in Windkraft werden in allen Märkten immer wichtiger für uns“, betont Magnus Hall. „Das gilt auch für Deutschland. Deutschland ist und bleibt für uns ein bedeutender Markt.“

Ein neues Kapitel wird aufgeschlagen
Vattenfall plant in den nächsten fünf Jahren Investitionen in Höhe von rund 30 Milliarden Schwedischen Kronen (SEK, rund 3 Milliarden Euro), die zur Energiewende beitragen sollen. „Wir wollen der bevorzugte Partner bei Smart City-Lösungen und für Klimavereinbarungen sein. Wir nutzen die Synergieeffekte unseres Strom- und Wärme-Geschäfts sowohl bei zentralen als auch dezentralen Lösungen. Ich sehe für alle unsere Geschäftsbereiche hervorragende Möglichkeiten in Deutschland“, so Magnus Hall weiter.

Nächster Meilenstein im Visier
Die Zustimmung ist jedoch nur ein weiterer Meilenstein auf dem Weg des Verkaufs. Wir sprachen mit Stefan Müller, der den Verkaufsprozess für Vattenfall kommunikativ begleitet, über die nächsten Schritte.

Der Schwedische Staat als Eigentümer der Vattenfall AB hat dem Verkauf der Braunkohlenaktiviäten des Unternehmens in Deutschland zugestimmt. Wie geht es weiter?

Der nächste Meilenstein ist der der kartellrechtlichen Freigabe durch die Europäische Wettbewerbskommission. Parallel arbeiten wir intensiv daran, den eigentlichen Übergang, der für den Sommer geplant ist, so vorzubereiten, dass er reibungslos für alle Beteiligten von Statten geht. “

Wann wird das sein und was bedeutet das konkret?
Wir gehen momentan davon aus, dass das am 31. August der Fall sein wird. Das Herauslösen eines ganzen Geschäftszweigs und den dazugehörigen Firmen ist ein komplexer Prozess. Bevor ich zu Vattenfall kam, habe ich bereits solche Verfahren begleiten können. Die Herausforderung ist immer wieder, die unzähligen Details zu klären. Und das bei laufendem Tagesgeschäft. Erst wenn alle Punkte vertraglich fixiert sind, kann das Geschäft final abgeschlossen und der Wechsel in der Eigentümerstruktur vollzogen werden. In der Welt der Unternehmenstransaktionen nennt man das das „Closing“. Die Unternehmensteile sind dann offiziell getrennt.

Vattenfall hat am 22. September letzten Jahres eine Anzeige in der Financial Times veröffentlicht, um formal an den Markt heranzutreten. Das gesamte Verfahren unterlag strikter Vertraulichkeit. Ist Ihnen das als Kommunikator nicht schwer gefallen, alle Vermutungen und Gerüchte einfach stehen zu lassen?

Natürlich ist das manches Mal nicht einfach. Es ist mir ein natürliches menschliches Bedürfnis die Dinge zu kommentieren oder klarstellen zu wollen – gerade wenn mal wieder Gerüchte von Interessensgruppen gestreut werden, um den Verkaufsprozess in eine bestimmte Richtung zu lenken. Die Vertraulichkeit geht aber immer vor. Es ist besser und zielführender, manchmal nichts zu sagen. Es gilt, nicht auf jede neue Spekulation zu reagieren, um Eskalationen zu vermeiden und sich auch juristisch nicht angreifbar zu machen. Mit Professionalität und durch Antizipation der vielen unterschiedlichen Interessen lässt sich damit gut umgehen.

Wie haben Sie die Zeit erlebt?
Es waren sehr spannende Monate mit vielen speziellen Herausforderungen. Allein die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland, in Brandenburg und Sachsen als auch in Schweden haben immer wieder Akzente gesetzt. Denn die Braunkohleaktivitäten stehen nicht nur in Deutschland unter kritischer Beobachtung, auch in Schweden ist die Energiepolitik ein Dauerbrenner und der Energiemix kontrovers diskutiert. Dort gibt es kaum Braunkohle-Befürworter. Das macht es nicht leicht, dauerhafte Perspektiven für dieses Geschäftsfeld zu entwickeln. Und das wird sich mit Sicherheit auch in Zukunft nicht ändern.
Aus meiner Sicht ergibt sich aus dem Verkauf für alle die Chance, sich am Markt besser zu positionieren. Es gibt Klarheit für Alle – den Käufer, für uns bei Vattenfall, aber auch die Lausitz mit allen Menschen vor Ort. Magnus Hall hat bereits erläutert, wo die Schwerpunkte für Vattenfalls Geschäftsaktivitäten für die Zukunft liegen. Über EPH wissen wir, dass sie Erfahrungen ihm Braunkohle-Geschäft haben. In Deutschland führen sie die Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) mit Erfolg und auch in anderen Teilen Europas sind sie im Geschäft mit fossilen und erneuerbaren Energien aktiv. Am Ende könnten alle gewinnen.

PM: Vattenfall

Vier Tagebaue gehören zu Vattenfalls Braunkohlesparte, hier ein Bild aus Nochten, Foto: Vattenfall

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