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Führungswechsel in der Bundesanstalt für Gewässerkunde

Dr. Birgit Esser, die neue Leiterin der Bundesanstalt für Gewässerkunde / Foto: Michael Hils / BfG

Zum 1. Juli 2016 hat der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, Ministerialrätin Dr. Birgit Esser zur Leiterin der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz bestellt.

(WK-intern) – Sie folgt Michael Behrendt nach, der acht Jahre lang an der Spitze der BfG stand und nun neue Aufgaben im Ministerium übernimmt.

Zur offiziellen Amtseinführung sagte Ministerialdirektor Reinhard Klingen, Abteilungsleiter Wasserstraßen, Schifffahrt im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), vor den geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft:

„Die Wurzeln der Bundesanstalt für Gewässerkunde liegen weit über 100 Jahre zurück im gemeinsamen Wasserausschuss der deutschen Staaten Baden, Bayern, Preußen und Württemberg. Diese taten sich anlässlich der Hochwasserkatastrophen der 80er- und 90er-Jahre des 19. Jahrhunderts zusammen, um die Gewässer und deren Abflussvorgänge genauer zu erforschen. Seit 64 Jahren befindet sich die BfG am Standort Koblenz, der mit seiner Lage an der bedeutendsten Wasserstraße Europas und dessen Zuflüssen sicherlich ein würdiger Platz für diese Fachbehörde ist.“ Und zur neuen Leiterin gewandt: „Ich freue mich, dass Sie sich der anspruchsvollen Aufgabe annehmen, diese Behörde zu leiten. Und ich bin mir sicher, Sie werden die BfG in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern zukunftsfähig weiterentwickeln“.

Für Birgit Esser ist die Bundesanstalt für Gewässerkunde keine unbekannte Institution. Bereits zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn war die Diplom-Biologin einige Jahre in der BfG als Wissenschaftlerin tätig. „Ich freue mich sehr, an den Ort meiner frühen Schaffenszeit zurückzukehren“, so Esser. „Dass ich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch persönlich kenne, wird mir den Einstieg erleichtern!“

Geboren und aufgewachsen in Mönchengladbach zog es Birgit Esser zum Studium an die Heinrich-Heine-Universität nach Düsseldorf. Nach Abschluss des Studiums trat die diplomierte Biologin zunächst in die Wasserwirtschaftsverwaltung Nordrhein-Westfalen ein. Durch einzugsgebietsbezogene Arbeiten wie Kartierung von Fließgewässern, Erprobung erster ökologischer Bewertungsverfahren oder Mitwirkung in Planverfahren erlangte sie hier umfassendes Praxiswissen.

Nach Koblenz zur BfG kam die engagierte Wissenschaftlerin erstmals 1991 und blieb 13 Jahre lang. Es war die Zeit des Neubeginns in der Umweltplanung, neue Vorgaben wie das Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung galt es, in die Praxis umzusetzen. Daneben blieb noch Zeit für die Promotion an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn: Am Lehrstuhl für landwirtschaftlichen Wasserbau und Kulturtechnik erwarb Birgit Esser den Doktortitel der Agrarwissenschaften mit einer Arbeit über Leitbilder für Fließgewässer.

In den letzten 12 Jahren wirkte Birgit Esser im Bundesverkehrsministerium in Bonn, zunächst als Referentin, später als Leiterin des Referats „Klima- und Umweltschutz für die Wasserstraßen, Gewässerkunde, BfG“. Hier hatte Birgit Esser mit ihrem Team die Aufmerksamkeit der Politik auf wichtige hydrologische und ökologische Themen lenken können, so dass ressortübergreifende Projekte zustande kamen. Beispielhaft dafür steht das hoch aktuelle Bundesprogramm Blaues Band zur Renaturierung von Fließgewässern und Auen in Deutschland. Mit diesem Programm sollen u.a. Perspektiven für die Weiterentwicklung der Nebenwasserstraßen unter Einbeziehung der unterschiedlichen Interessen in den Regionen entwickelt werden. Andere Themenbereiche waren die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Bundeswasserstraßen, die Stärkung der Ressortforschung, das EU-LIFE-Projekt „Lebendige Lahn“ und das 2013 abgeschlossene, fünfjährige Forschungsprogramm KLIWAS, welches sich mit den Folgen des Klimawandels für Wasserstraßen und Schifffahrt befasste – alles Felder, in denen die fachlich wissenschaftliche Begleitung in der BfG lag bzw. liegt, teilweise auch im Verbund mit anderen Bundesoberbehörden. „Die komplexen Herausforderungen der heutigen Zeit können nur ganzheitlich angegangen werden. Daher werden wir in der BfG auch in Zukunft auf interdisziplinäre und ressortübergreifende Zusammenarbeit setzen“, konstatierte die neue Leiterin der Bundesanstalt. „Ich bin mit vielen Ideen in meine berufliche Heimat zurückgekehrt und freue mich auf die gemeinsame Umsetzung mit Ihnen.“

PM: Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)

Dr. Birgit Esser, die neue Leiterin der Bundesanstalt für Gewässerkunde / Foto: Michael Hils / BfG

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