NRW-Umweltminister verleiht ersten EnergieInnovationsPreis.NRW für Energiemanagementsysteme

Erster EnergieInnovationsPreis.NRW verliehen / Foto: Michael Printz / PHOTOZEPPELIN.COM

Erster EnergieInnovationsPreis.NRW – Hauptpreis für innovative Unternehmen geht an Crespel & Deiters nach Ibbenbüren

(WK-intern) – Die Firma Crespel & Deiters GmbH & Co. KG aus Ibbenbüren wurde heute, am 29. Juni, in Dortmund vom Schirmherrn der Auszeichnung, Umweltminister Johannes Remmel, mit dem ersten EnergieInnovationsPreis.NRW (EIP.NRW) ausgezeichnet.

Drei weitere Unternehmen aus Heiligenhaus, Hennef und Vreden bekamen jeweils Sonderpreise.

Mit ihrem neuen Preis will die EnergieAgentur.NRW solche Unternehmen auszeichnen, die erfolgreiche innovative Projekte im Bereich Energiemanagementsysteme vorweisen können.

Der Hauptpreis ist mit 12.500 Euro dotiert. Der sparsame Umgang mit Energie ist der ,schlafende Riese der Energiewende‘. Er ist neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien ein entscheidendes Schlüsselelement für die zügige Reduktion der Treibhausgasemissionen. Durch unseren hohen CO2-Ausstoß pro Kopf stehen wir in Nordrhein Westfalen in besonderer Weise in der Verantwortung, innovative Lösungen für die zukunftsgerechte Nutzung von Energie vor allem in den energieintensiven Industriebranchen zu finden. Der EnergieInnovationsPreis.NRW ist zusätzliche Motivation für die Unternehmen, sich an dieser Herausforderung zu beteiligen“, so NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel in seiner Laudatio.

Der Hauptpreis ging an die Unternehmensgruppe Crespel & Deiters aus Ibbenbüren. Der Hersteller von Weizenprodukten hatte die achtköpfige Jury aus Vertretern von Wirtschaft und Verwaltung damit überzeugt, dass sie die Energieeinsparungen und damit die Verringerung des CO2-Ausstoßes in Folge der Einführung eines Energiemanagementsystems beispielsweise durch den Einbau neuer, effizienterer Kessel exakt beziffert und dokumentiert hatten. Zudem werden die etwa 200 Mitarbeiter jährlich zum Thema Energie geschult. „Die Bewerbung der Firma Crespel & Deiters hat gezeigt, dass ein Energiemanagement Erfolge für den Klimaschutz bringt und sich wirtschaftlich rechnet. Außerdem wird das Instrument auch im ganzen Betrieb gelebt“, lobte Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Bei Crespel & Deiters sind 200 Mitarbeiter damit befasst rund 300.000 Tonnen Weizen jährlich zu Bestandteilen von Backmischungen, vegetarischen Nahrungsmitteln, Frühstücksflocken wie Cornflakes oder im Non-Food-Bereich zu Hochleistungsklebstoffen zu verarbeiten. Strom und Wärme für die Gewinnung der Stärke aus dem Weizen von der Mühle an gewinnt das Unternehmen seit mehr als 20 Jahren über Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Da die entstehende Abwärme direkt als Prozesswärme genutzt wird, arbeitet die KWK-Anlage, die mit Erdgas betrieben wird, mit einem Wirkungsgrad von knapp 90 Prozent. Zum Vergleich: Wirkungsgrade der klassischen zentralen Stromerzeugung liegen lediglich zwischen 30 bis 40 Prozent. Eingespart werden so 120 t CO2-Äquivalent pro Jahr. Die Daten der Prozesstechnik bei Crespel & Deiters werden über eine gemeinsame Datenbank mit den Energiedaten abgeglichen, so dass die Energieeffizienz des Produktionsprozesses zu jedem Zeitpunkt beurteilt werden kann.

Sonderpreise, dotiert mit je 5.000 Euro, bekamen die Kiekert AG aus Heiligenhaus, Gilgen’s Bäckerei & Konditorei GmbH & Co. KG aus Hennef und die omnicycle GmbH & Co. KG aus Vreden im Kreis Borken.

Die Kiekert AG in Heiligenhaus fertigt Schlösser für die Automobilindustrie und ihre Zuliefererfirmen, sie ist Weltmarktführer bei den automobilen Schließsystemen. Schon früh hat die Kiekert AG im Jahre 2012 ein Energiemanagementsystem nach der DIN 50001 aufgebaut. Es ist in ein firmeninternes Managementsystem für Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheit integriert, so dass die Standards jederzeit verfügbar sind. Bei den Schulungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Einheit „Energie- und Umweltmanagement“ Pflichtveranstaltung, und auch darüber hinaus wird mit Plakaten und Infoblättern innerhalb des Unternehmens für das Thema geworben.

„Gilgen’s Bäckerei & Konditorei GmbH & Co. KG“ in Hennef backt seit 1880 – inzwischen in vierter Generation und für 40 Filialen in Bonn, im Rhein-Sieg-Kreis und im Westerwald. Energiemanagement für 40 Filialen bedeutet die Großaufgabe zu meistern, Daten für Backöfen, Kühlsysteme, Wasch- und Spülmaschinen, Beleuchtung, Heizung und die Transportfahrten zwischen den Standorten zu erfassen. Über diesen großen Aufwand hinaus hat die Handwerksfirma aber dann noch ein eigenes Kennzahlensystem entwickelt, mit dem sich ganz unterschiedliche Filialen mit unterschiedlichen Standortbedingungen in energetischer Hinsicht vergleichen lassen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren plant Gilgen’s Bäckerei, 265 t CO2-Ausstoß einzusparen.

Das Familienunternehmen omnicycle GmbH & Co. KG betreibt in Vreden eine innovative Aufbereitungsanlage für thermoplastische Kunststoffe, die als Regranulate oder Mahlgüter in verschiedenen Branchen eingesetzt werden. Stromsparende Elektromotoren reduzierten die Anschlussleistung auf die Hälfte bei einem um 10 Prozent erhöhten Anlagendurchsatz und verringerten Leerlaufzeiten. Die Beleuchtung erfolgt mit LED-Licht und einer hohen Tageslichtnutzung. Seit dem vergangenen Jahr deckt zudem eine Photovoltaikanlage mit 177 Kilowattpeak Leistung und 145.000 Kilowattstunden Ertrag pro Jahr ungefähr 28 Prozent des Eigenbedarfs. Die Umstellung der Fördertechnik brachte weitere Einsparungen.
Trotz einer Produktionssteigerung verzeichnet omnicycle mehr Effizienz – ein gutes Beispiel dafür, wie Produktivität vom Energieverbrauch entkoppelt werden kann. Gewürdigt hat die Jury zudem das Engagement des Unternehmens für den Standort Vreden, beispielsweise durch Lärmreduktion oder durch das Anpflanzen alter Obstbaumsorten. Alle Maßnahmen bei omnicycle machen zusammen eine Reduktion von 165 t CO2-Äquivalent jährlich aus.

„Mit dem Preis tragen wir der Tatsache Rechnung, dass die technologische Veränderung wesentlich von Unternehmen ausgeht. In den Unternehmen steckt ein enormes kreatives Potenzial mit hoher Problemlösungskompetenz in der Energieanwendung. Es ist von gesamtgesellschaftlichem Interesse, dieses Potenzial zu aktivieren“, sagt Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Die EnergieAgentur.NRW wurde vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen mit der Durchführung des EnergieInnovationsPreis.NRW beauftragt.

Die Preisträger würdigten auch Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund und damit Gastgeber der Preisverleihung, sowie mit einem Impulsvortrag Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule.

Der Jury unter Vorsitz von Dr. Martin Pehnt vom ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH gehörten an:
Michael Theben, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW,
Lothar Schneider, EnergieAgentur.NRW,
Michael Zens, perpendo Energie- und Verfahrenstechnik GmbH,
Dr. Stefan Thomas, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie GmbH,
Michael Nolden, ZENIT GmbH – Zentrum für Innovation und Technik in NRW,
Christian Noll, Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF)
Oberingenieur Torben Fischer, Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen

Weitere Informationen: www.energieagentur.nrw

PM: EnergieAgentur.NRW GmbH

Erster EnergieInnovationsPreis.NRW verliehen / Foto: Michael Printz / PHOTOZEPPELIN.COM

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Top