Spezialisten der Offshore-Windindustrie zeigen auf der Weltleitmesse Präsenz

Von der Multi-Megawatt-Turbine bis zum Seekabel

WindEnergy Hamburg – 27. bis 30. September 2016 auf dem Gelände der Hamburg Messe

(WK-intern) – Die Lebenszykluskosten des Offshore-Windstroms fallen wesentlich schneller als noch vor wenigen Jahren erwartet, als die Projektkosten noch im Bereich zwischen 150 und 170 Euro je Megawattstunde lagen.

Im Fall des kürzlich ausgeschriebenen holländischen 700-MW-Windparks „Borssele“ wurde eine Angebotsobergrenze von 124 Euro je Megawattstunde festgelegt, aber voraussichtlich werden manche Angebote deutlich darunter liegen.

Die Entwicklung der Offshore-Windenergie ist auch ein Schwerpunktthema der WindEnergy Hamburg 2016. Auf der Weltleitmesse, die vom 27 bis 30. September auf dem Gelände der Hamburg Messe stattfindet, stellen mehr als 1200 Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette ihre Innovationen vor. Der Anteil der Aussteller mit Angeboten für den Offshore-Bereich liegt voraussichtlich bei rund ein Drittel. Darunter sind auch viele Firmen der maritimen Industrie, die die Gelegenheit nutzen, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Die installierte Stromerzeugungsleistung von Offshore-Windturbinen wuchs im Jahr 2015 GWEC-Statistiken zufolge weltweit um 3377 MW auf 12 105 MW. Großbrittanien ist nach wie vor der weltgrößte Einzelmarkt mit 5061 MW an installierter Gesamtleistung und 566 MW an neuer Kapazität. In Deutschland wuchs die installierte Kapazität um 2282 MW auf 3295 MW, was Platz 2 bedeutet. China hält seine führende Stellung als wichtigster Offshore-Wachstumsmarkt in Asien. Das Land erreichte eine installierte Gesamtkapazität von 1018 MW.

Auf der WindEnergy Hamburg ist das Offshore-Angebot 2016 im Wesentlichen in drei Messehallen zusammengefasst. Aussteller Aerodyn Engineering wird sein bahnbrechendes 8-MW-Konzept SCD 8.0 nezzy erläutern sowie die kleinere SCD 6.0, ebenfalls ein Zweiflügler-Leeläufer.

Das chinesische Unternehmen Envision bedient den chinesischen Offshore-Markt mit einer 4-MW-Getriebeturbine für Taifungebiete. Mit seiner starken Präsenz auf der WindEnergy Hamburg unterstreicht das Unternehmen seine wachsende globale Bedeutung: Envision stellt den größten Einzelstand auf der Weltleitmesse.

Der Hersteller Adwen wird im September in Hamburg weitere technische Details zu seinem neuen 8-MW-Parademodell AD 8-180 mitteilen, das mit einem Rekord-Rotordurchmesser von 180 Metern konzipiert ist. Ein Prototyp soll gegen Jahresende in Bremerhaven errichtet werden, wie das Unternehmen jetzt mitteilte. Auch GE Offshore Wind hat eine Neuentwicklung am Start, den neuen „Haliade“-Prototyp. Er wurde bereits an einem Teststandort in Dänemark installiert, gleichzeitig begann die Serienfertigung der 6-MW-Turbine im französischen Saint-Nazaire. Hersteller Senvion hat vor, seine 6.XM-Produktplattform vorzustellen, die aus dem neuen Modell 6.2M152 und der in zahlreichen Windparks vertretenen 6.2M126 besteht.

Siemens informiert die Messebesucher über sein Getriebemodell-Portfolio G4, die Direktantriebsserie D6/D7 und präsentiert nach Firmenangaben auch eine neue Offshore-Anlage. „Angesichts der zahlreichen Aufträge für große Offshore-Projekte wie East Anglia ONE und Beatrice ist unsere SWT-7.0-154 (D7) gut positioniert,“ stellte Michael Hannibal, CEO Offshore von Siemens Wind Power and Renewables fest. „Die Entscheidung, unsere innovative Technologie zielstrebig voranzutreiben, unterstreicht die wichtige Rolle, die große Turbinen mit Direktantrieb für die Reduzierung der Offshore-Stromerzeugungskosten spielen.“ Die separate Siemens-Sparte „Transmission Solutions“ stellt auf der Weltleitmesse neueste Offshore-Hochspannungsübertragungslösungen für Wechsel- und Gleichstrom vor.

MHI Vestas informiert an seinem Stand über sein Zugpferd V164-8.0MW, das jetzt auch in einer 8,3-MW ‚power mode’ für spezifische Standorte lieferbar ist und dabei „die Erwartungen hinsichtlich Leistung und Zuverlässigkeit ebenso gut erfüllen wird“. Die neueste Ausführung V112-3.45MW bietet einen 3,6-MW-Modus.

Neben globalen Playern präsentieren sich auf der Weltleitmesse ebenso nationale Spezialisten wie beispielsweise das Belgische Offshore Cluster mit 14 Unternehmen.

Komponenten für Offshore-Windparks

Zu den Ausstellern zählen auch viele internationale Komponentenhersteller, darunter Lieferanten von Lagern, (Haupt-)Wellen, Kupplungen und Generatorgetrieben sowie Getriebehersteller wie Eickhoff, Moventas, Multigear, ZF und andere. Winergy-Vertriebsvorstand Paul Bollwerk, betonte: „Wir liefern seit 1991 Getriebe für Offshore-Windturbinen. Die WindEnergy Hamburg bietet uns eine großartige Gelegenheit, unsere innovativen Offshore-Antriebsstränge zu präsentieren.“

Die Anbindung von Offshore-Windturbinen an das Hochspannungsnetz an Land ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die unterschiedliche Arten von Kabelverbindungen innerhalb des Windparks sowie – je nach der gewählten Stromsammel- und Umspannlösung – entweder Wechsel- oder Gleichstrom-Hochspannungsübertragungskabel erfordert. Führende Kabelanbieter wie Draka Cable, Nexans und Prysmian werden den Fachbesuchern die unterschiedlichen Kabellösungen präsentieren. ABB stellt zudem auch Umspannstationen und ähnliche Infrastruktur für Offshore-Windparks vor, einschließlich einem Großauftrag für das UK-Projekt Rampion.

Die holländische Werft Damen Shipyards stellt in Hamburg ihr Angebot an standardisierten Service- und Mehrzweckbooten vor. Die deutsche Werft Abeking & Rasmussen informiert über spezielle SWATH-Mannschaftsboote. Eigner und Betreiber von Installations- und Wartungsschiffen präsentieren ebenfalls ihre neuesten Produkte, Designs und Kompetenzen, darunter A2SEA, Fred. Olsen Windcarrier, Van Oord Offshore Wind Projects und Volker Stevin International. „Im vergangenen Jahr war Deutschland weltweit führend im Bau von Offshore-Windenergieanlagen. Hamburg ist der Mittelpunkt dieser Entwicklung“, sagte der Leiter Geschäftsentwicklung bei Van Oord, Dolf Elsevier van Griethuysen.

Zahlreiche weitere Aussteller bieten Dienstleistungen und Komponenten für den Einsatz auf dem Meer. Das vielfältige Angebotsportfolio auf der Messe reicht von Helikoptern über Logistik, Wartung, Türme, Fundamente und Taucher bis hin zum Seezeichen.

Offshore-Windenergie spielt auch beim WindEurope Summit eine große Rolle. Die Konferenz findet erstmals parallel zur WindEnergy Hamburg statt, und zwar im CCH – Congress Center Hamburg in direkter Nachbarschaft zum Messegelände. Mehr Informationen zum Programm unter https://windeurope.org/summit2016/

WindEnergy Hamburg und HUSUM Wind

Die WindEnergy Hamburg findet vom 27. bis 30. September 2016 auf dem Gelände der Hamburg Messe statt. Die Weltleitmesse für die Onshore- und Offshore-Windbranche bildet den internationalen Markt mit der gesamten Wertschöpfungskette ab. Sie ist der Treffpunkt für Entscheider der Energiewirtschaft aus aller Welt. Die HUSUM Wind wird vom 12. bis 15. September 2017 im Windpionierland Schleswig-Holstein an der deutschen Nordseeküste ausgerichtet. Die Messe legt ihren Schwerpunkt auf den deutschsprachigen Markt. Sie steht als traditionsreicher Treffpunkt für einen intensiven Austausch der Branche und für praxisorientierten Mehrwert. Weitere Informationen finden Sie unter windenergyhamburg.com und husumwind.com

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