Windenergie mit Milliardenumsatz

Windpark-Messdaten / Foto: HB

Erfolge der letzten Jahre werden durch den Reformstau des Ökostromgesetzes in Frage gestellt

(WK-intern) – Am internationalen „Tag des Windes“ präsentiert das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) die Marktentwicklung der Windbrache im letzten Jahr.

Mit einem Branchenumsatz von 1,1 Mrd. Euro trägt die Windenergie entscheidend zur österreichischen Wirtschaftsleistung bei. 5.500 Menschen sind in der Branche tätig und die Zulieferbetriebe profitieren von der weltweiten Windkraftentwicklung.

„Der Reformstau beim Ökostromgesetz behindert aber die heimische Windkraftentwicklung. Eine kleine Ökostromnovelle ist drängender denn je“, bemerkt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Am heurigen „Tag des Windes“ wird die Studie „Innovative Erneuerbare Technologien in Österreich“, die im Auftrag des bmvit von der TU Wien, der Bioenergy 2020+ GmbH, der Technikum Wien GmbH, AEE INTEC und der IG Windkraft durchgeführt wurde, präsentiert. „Es freut mich, dass wir auch heuer wieder wirtschaftliche Erfolge der Windbranche präsentieren können“, bemerkt Moidl.

Milliardenumsatz der Windbranche

2015 konnte die Windbranche die magische Milliarden-Grenze knacken. Mit 1,1 Mrd. Euro setzte die Branche in Österreich noch nie so viel um wie im letzten Jahr. Mit 750 Mio. stieg der Umsatz im Zuliefer- und Dienstleistungsbereich sogar um knapp 15%. Im selben Umfang ist auch die Windkraftleistung in Österreich gewachsen. Mehr als 1.100 Windräder mit einer Gesamtleistung von mehr als 2.400 MW erzeugen mittlerweile knapp 8,7% des österreichischen Stromverbrauches. 5.500 Menschen arbeiten in Österreich für die Windenergie.
Zulieferbetriebe gehören zur Weltspitze

Österreich ist ein Hochtechnologieland. Dies beweisen einmal mehr die neuen Ergebnisse der Studie des bmvit. Über 170 Firmen sind bereits in der Zuliefer- und Dienstleistungsindustrie tätig. In jedem zweiten Windrad das weltweit errichtet wird steckt eine Steuerung der Vorarlberger Firma bachmann electronics und eine Bremse der oberösterreichischen Firma Miba. Die steirische Traditionsfirma ELIN Motoren erzeugt Generatoren für die großen Windkrafthersteller am Weltmarkt und die Firma SKF in Steyr Speziallager die eigens für die Windbranche entwickelt werden. Im leistungsstärksten Windrad der Welt steckt eine Kupplung der Salzburger Firma Geislinger. Sogar Windräder am Meer (Offshore) wären ohne österreichische Firmen, wie der Salzburger Kranfirma Palfinger oder dem steirischen Trafowerk von Siemens, derzeit kaum denkbar, sind beide doch Weltmarktführer in ihrem Segment. „Es gibt praktisch keinen Teil eines Windrades, der nicht auch in Österreich erzeugt wird“, berichtet Moidl stolz.
Investitionsschub der letzten Jahre ist massiv gefährdet

Seit 2012 konnten durch die Errichtung von Windparks in Österreich jedes Jahr mehr als 550 Mio. Euro investiert werden, wodurch auch die Zulieferindustrie profitierte. „Der Reformstau des Ökostromgesetzes würde zu einem Ausbaurückgang führen, obwohl 230 fertig bewilligte Windkraftanlagen auf den Baubeginn warten“, bemerkt Moidl. Durch die extrem verzerrten Marktbedingungen und Dauersubventionen der konventionellen Stromerzeugung hat sich beim Ökostromgesetz eine Warteschlange aufgestaut. „Es bedarf nur kleiner Änderungen um das Gesetz wieder flott zu bekommen und somit den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien sicher zu stellen“, erklärt Moidl und setzt abschließend nach: „Wir sind zuversichtlich, dass das zuständige Wirtschaftsministerium die kleine Novelle mit den beteiligten Parteien umsetzen wird. Nach weit mehr als zwei Jahren Verhandlungen über diese Reform ist es an der Zeit zur Umsetzung zu schreiten.“

Weiterführende Links:

Studie „Innovative Erneuerbare Technologien in Österreich“ (PDF)
Veranstaltung am 15. Juni: FTI-Strategien und innovative Technologien für bessere Chancen am (inter)nationalen Markt

PM: IG Windkraft

Foto: HB

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